Austausch zwischen den Generationen

FSJ: Weg zur Selbstfindung: Junge Reporterin über ihre Erfahrungen

Kreativität am Basteltisch: Yourzz-Reporterin Vivian Kaina dokumentiert ihre Erlebnisse in der Tageseinrichtung für ältere und behinderte Menschen.
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Kreativität am Basteltisch: Yourzz-Reporterin Vivian Kaina dokumentiert ihre Erlebnisse in der Tageseinrichtung für ältere und behinderte Menschen.

Schulabschluss, was dann? Ausbildung oder Studium? Oder vielleicht doch lieber ein Freiwilliges Soziales Jahr? Yourzz-Reporterin Vivian Kaina berichtet von ihrer Entscheidung und ihren Erfahrungen, ein FSJ zu absolvieren.

Hamm – Zuerst einmal hatte ich Interesse daran, etwas Praktisches zu machen und wollte schauen, ob das Interesse mit Menschen zu arbeiten auch nach diesem Jahr noch da ist. Ich fand die Vorstellung blöd, erst im Studium oder in der Ausbildung zu merken, dass es nicht das Richtige für mich ist.

Nachdem mein Entschluss feststand, bewarb ich mich bei der Diakonie in Schwerte und wurde schließlich im Januar letzten Jahres zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dort äußerte ich den Wunsch, eine Einsatzstelle zu bekommen, welche außerhalb von Hamm liegt. Ich wollte von zuhause ausziehen, mit der Hoffnung selbstständiger zu werden und persönlich an mir zu wachsen. Zudem war es mir wichtig, eine Einsatzstelle ohne Wochenenddienst zu bekommen, mit festen Arbeitszeiten und einer halbwegs festen Klientel. Nach einigem Hin und Her entschied ich mich für die TGA Emmaus, eine Tageseinrichtung für alte und behinderte Menschen.

Der Weg zur Selbstfindung: Die Aufgaben im FSJ

An meinem ersten Tag wurde ich freundlich von meinem Chef empfangen und ich fand schnell meinen festen Platz im Team. Ich führe regelmäßige Gespräche mit meiner Praxisanleitung, die mir auch noch acht Monaten nach dem Beginn meines FSJs mit Rat und Tat zur Seite steht.

Was ich mit meinen Klienten mache, ist ganz von deren Wünschen abhängig. Mit den Klienten aus meiner Gruppe unternehme ich oft kreative Dinge, aber auch Bewegungsspiele oder Ausflüge stehen auf dem Programm. Vor allem die letzten schönen Tage im Jahr 2020 wurden für Ausflüge an der frischen Luft genutzt. Zusammen mit meiner Praxisanleitung unternahm ich oft Ausflüge mit dem Caddy. Neben meiner Arbeit ist es zudem verpflichtend, an Seminaren mit anderen Freiwilligen des Diakonischen Jahres teilzunehmen. Die Seminare werden von der Diakonie selbst organisiert, und es kommt zum Austausch zwischen den Freiwilligen und zur Weiterbildung.

Aufgrund von Corona sind Programme, bei denen Klienten in mehreren Gruppen gemischt werden, nicht möglich, und auch das Essen in der TGA ist zurzeit verboten. Die Klienten dürfen auch nur zu bestimmten Tagen und Zeiten zu uns kommen, da nur noch eine begrenzte Anzahl von Klienten sich in einem Raum befinden dürfen. Das heißt unterm Strich eine Reduzierung des Programms pro Klient.

Der Weg zur Selbstfindung: Austausch zwischen den Generationen

Für viele Senioren ist diese neue Regelung schwer zu verstehen, und so kommt es oft dazu, dass Klienten wieder nach oben geschickt werden müssen, wenn sie zu falschen Zeiten nach unten kommen.

Trotzdem kann ich unterm Strich sagen, dass ich bis jetzt sehr viele positive Sachen aus meinem FSJ mitgenommen habe. Dadurch, dass wir nur noch kleine Gruppen in der TGA betreuen dürfen, ist es möglich, Senioren intensiver zu betreuen, welches sonst in großen Gruppen eventuell untergeht, da sie sich nicht mehr aktiv zu Wort melden können. Außerdem finde ich es schön, dass auf meiner Arbeit vier verschiedene Generationen aufeinandertreffen. Es kommt zu einem Generationsaustausch, von dem alle profitieren – wir jungen Leute von der Lebenserfahrung, die die ältere Generation mitbringt und wir lernen zudem das privilegierte Leben, welches wir jetzt haben, mehr wertzuschätzen. Für die ältere Generation ist es wiederum spannend zu erfahren, wie sich die Welt gewandelt hat und zu sehen, wie sich die Interessen der jungen Generation geändert haben.

Der Weg zur Selbstfindung: So geht es weiter

Des Weiteren habe ich durch mein FSJ gelernt, dass man auch schon mit kleinen Dingen viel bewirken kann. Die Dankbarkeit der Senioren, nachdem man einfach nur ein Spiel mit ihnen gespielt hat oder sich ihrer Sorgen annimmt, motiviert mich immer mit hundert Prozent Herzblut bei der Sache zu bleiben. Insgesamt hat es sich bestätigt, dass es mir gefällt, mit Menschen umzugehen und ihnen zu helfen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass das Diakonische Jahr genau die richtige Wahl für mich war, da ich persönlich an mir gewachsen bin und mir klarer ist, was ich nun in Zukunft machen möchte. Ich bin bereit, weiter neue Herausforderungen anzunehmen und diesen Berufszweig weiter kennenzulernen. Deshalb habe ich mich auch dafür entschieden, mein Diakonisches Jahr um ein halbes Jahr zu verlängern.

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