Auch prominenter Werbeträger genervt

Frust-Stimmung in Hamm rund ums Corona-Impfen: „Trauerspiel“

Auch Plakat-Promi Hans Heinlein aus Hamm hat noch keinen Impftermin erhalten.
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Noch ist es ein frommer Wunsch: Auch Plakat-Promi Hans Heinlein (auf diesem Foto zu sehen) hat noch keinen Impftermin erhalten.

Noch wenige Tage bis zum Start im Impfzentrum an der Friedensschule am 8. Februar. Noch immer ist das leidige Thema Terminvergabe in aller Munde: Bis Ende April sei alles ausgebucht, Anrufe sind für die nächsten Tage zwecklos, lautete die ernüchternde Nachricht aus gut informierten Kreisen.

Hamm - Ex-Bürgermeister Hans Heinlein ist eines der prominenten Gesichter für die laufende Impfkampagne in Hamm. „Ich lasse mich impfen“, ist diese überschrieben, und die Worte klingen für den 90-Jährigen nun selbst wie Hohn. (News zum Coronavirus in Hamm)

Seit Tagen versucht der Senior einen Termin zu bekommen – selbst am Telefon oder über seine Kinder, die es online versuchen. Das Ergebnis der stundenlangen Versuche war nicht von Erfolg gekrönt. „Das Ganze ist ein Trauerspiel“, sagte der Christdemokrat jetzt ziemlich entnervt unserer Zeitung.

Am späten Dienstag wurde unserer Redaktion zudem inoffiziell mitgeteilt, dass nun auch alle April-Termine fürs Hammer Impfzentrum vergeben seien. Erst in den kommenden Tagen würden weitere Impftage freigeschaltet. Wer sich Ärger und Warterei ersparen wolle, der solle erst in der kommenden Woche versuchen, einen Termin zu bekommen, lautete die Empfehlung. Aber: Es werde niemand durchs Rost fallen. Wer sich als über 80-Jähriger impfen lassen wolle, werde auch einen Termin erhalten – nur nicht sofort.

Zunächst nur mit halber Kraft wird der Betrieb im Impfzentrum an der Friedensschule anlaufen. Zwei Impfstraßen werden geöffnet, und das auch nur halbtags. Daran hat sich auch am Dienstag nichts geändert.

Impfen gegen Corona in Hamm: Stichwort Nebenwirkungen

Wer sich wegen eventueller Nebenwirkungen des BionTech-Impfstoffs Sorgen macht, sollte Folgendes wissem: Bislang wurden 3575 Impfdosen allein für Erstimpfungen der Bewohner und Mitarbeiterschaften in den Hammer Seniorenheimen verimpft. Mehr als 640 Impfdosen sind für die noch ausstehenden Erstimpfungen bestellt worden, teilte die Stadt am Dienstag mit.

Nebenwirkungen, so hieß es aus gut informierten Kreisen, habe es bislang kaum welche gegeben, lediglich zwei Senioren sei übel geworden, was aber auch an der situationsbedingten Aufregung gelegen haben könnte. Die Impfquote in den Seniorenheimen liege durchweg bei 70 bis 80 Prozent – sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Mitarbeitern.

Impfen gegen Corona in Hamm - auch hier bereits vollzogen:

Ferner sind nach Angaben der Stadt mittlerweile 194 Mitarbeiter des Rettungsdienstes mit Impfstoff, der in den Seniorenheimen nicht verabreicht werden konnte, versorgt worden. Überstände, die im Impfzentrum anfallen sollten, werden wohl zunächst an Personen aus den Pflegeheimen, die den Ersttermin dort verpasst hatten oder neu hinzugekommen sind, verimpft. Ferner sollen auch Mitarbeiter von ambulanten Pflegediensten berücksichtigt werden.

Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Impfzentrum Hamm an der Friedensschule
Aufbau des Impfzentrums an der Friedensschule in Hamm

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