Die Zahlen für April 2021

Frühjahrsbelebung auf Hammer Arbeitsmarkt trotz Lockdown

Zwei Kugelschreiber liegen auf einem Antragsformular für Kurzarbeitergeld.
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Für viele Unternehmen und Arbeitnehmer in Hamm ist Kurzarbeit in der Coronakrise der rettende Anker.

Der anhaltende Lockdown und die Osterferien konnten die Fortsetzung der Frühjahresbelebung im April auf dem Arbeitsmarkt in der Stadt Hamm nicht aufhalten.

Hamm - Die Zahl der Arbeitslosen sank im April in Hamm weiter um 302 oder 3,5 Prozent auf 8289. Die Arbeitslosenquote fiel nochmals um 0,3 Punkte auf 8,8 Prozent. Das teilte die heimische Arbeitsagentur am Donnerstag mit. Vor einem Jahr hatte es mit dem Beginn der Pandemie einen Anstieg um 1,0 Punkte auf 9,0 Prozent gegeben. (News zum Coronavirus in Hamm)

Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, rechnet für Mai grundsätzlich mit einer Fortsetzung der saisonalen Belebung, wobei diese stets auch von den Folgen politischer Entscheidungen zur Pandemie-Bekämpfung abhängt. „Ich freue mich, dass sich der heimische Arbeitsmarkt nicht nur als stabil erweist, sondern eine richtige saisonale Dynamik erkennen lässt“, bewertet die aktuelle Entwicklung, die im landesweiten Vergleich recht günstig sei.

Doch der Agenturchef mahnt auch: Den stark verbesserten Vorjahresvergleich solle man „nirgendwo als Maßstab heranziehen, denn erstmals liegt ein ganzes Jahr mit Arbeitsmarktdaten im Corona-Zeitraum“. Und eine Pandemie-Folge sei auch jetzt wieder deutlich zu sehen, sagt Helm: Der Anteil langzeitarbeitsloser Menschen sei nochmals gestiegen auf nunmehr 50,9 Prozent. Mehr als jeder zweite gemeldete Kunde sei damit länger als ein Jahr ohne Beschäftigung. Helm: „Wir werden hier den Fokus auf spezielle Angebote zur Unterstützung und insbesondere zur Qualifizierung legen.“

Deutlicher Rückgang Kurzarbeit-Anzeigen

Der Faktor Kurzarbeit bleibt im Zuge der Corona-Krise zwar ein wichtiges, entspannt sich aber nach und nach: Im April zeigten in Hamm weitere 20 Unternehmen für 326 Arbeitnehmer Kurzarbeit an, was bei den Anzeigen gegenüber dem Vormonat erneut einen weiteren deutlichen Rückgang bedeutete. Seit dem Beginn der Pandemie zeigten damit den Angaben zufolge insgesamt 2100 Unternehmen aus fast allen Branchen Arbeitsausfälle für rund 25.000 potenziell betroffene Arbeitnehmer an.

Erst nach Ablauf von mehreren Monaten werde sich die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit zeigen, heißt es - die Betriebe rechneten innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit nachträglich ab. Für November 2020 liegen inzwischen Hochrechnungen für die Stadt Hamm vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld an 429 Betriebe für rund 3100 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, erheblich weniger als im April 2020, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeit-Zuwachsrate.

176 Arbeitslose weniger in Hamm als im April 2020

Wie zuvor hatten die Rechtskreise parallele Entwicklungen mit unterschiedlicher Ausprägung: 2168 seien Ende April bei der Arbeitsagentur gemeldet gewesen (243 oder 10,1 Prozent weniger als im Vormonat), und 6121 seien durch das Kommunale Jobcenter betreut worden (59 oder 1,0 Prozent weniger). Im Vorjahresvergleich, der inzwischen erstmals komplett in der Corona-Phase liegt, gebe es in der Arbeitslosenversicherung 70 oder 3,1 Prozent weniger Erwerbslose als vor zwölf Monaten, in der Grundsicherung 106 oder 1,7 Prozent. Insgesamt gebe es in der Stadt Hamm derzeit 176 Arbeitslose weniger als vor zwölf Monaten (-2,1 Prozent). - WA

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