Kita und Verwaltung statt Büros: 2016 kaufte die Stadt das frühere Glunz-Dorf – doch was ist daraus geworden?

Ein Neubau zwischen den bekannten Häuschen: Im Glunz-Dorf entsteht eine Sportkita.
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Ein Neubau zwischen den bekannten Häuschen: Im Glunz-Dorf entsteht eine Sportkita.

Bäume rauschen, ein Springbrunnen plätschert, dazwischen stehen schicke Häuser aus Holz und Glas: Das frühere Glunz-Dorf liegt keine zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt. Doch es wirkt wie ein Feriendorf.

VON SOFIE RICHTER

Hamm – Erbaut wurde es 1990 als Firmensitz der Glunz AG. Nachdem ein Investor die Firma kaufte und den Hauptsitz verlegte, folgte eine wechselhafte Geschichte. Das einstige Vorzeige-Areal wechselte mehrmals den Eigentümer, Häuser standen leer, das Areal unter Zwangsverwaltung. 2016 kaufte die Stadt Hamm es schließlich für knapp vier Millionen Euro. Am Wochenende stellten Vertreter der Verwaltung und des HSC vor, was sich auf dem Gelände tut. Auf den etwa 50 000 Quadratmetern stehen sechs Gebäude – noch.

Kita

Auf dem Gelände wird gebaut: Hier entsteht für 2,2 Millionen Euro ein Neubau für die Sportkita Ahsestrolche. Handwerker sind inzwischen mit dem Innenausbau beschäftigt. Am 1. Dezember ist die große Eröffnung geplant. Der Neubau soll unter anderem über eine Photovoltaik-Anlage und ein begrüntes Dach sowie einen großen Sportraum verfügen. Der Kita-Betrieb hat schon begonnen, obwohl der Bau nicht fertig ist – in einem der bestehenden Glunz-Dorf-Gebäude. Seit einer Woche besuchen knapp 50 Kinder die neue Kita mit drei Gruppen und dem Schwerpunkt Sport.

Stolperfallen überall: Der Innenausbau in der Kita des HSC ist derzeit im vollen Gange, wie die Teilnehmer der Gruppe bei ihrer Führung erfuhren.

Corona-Hotline

Bis 2018 war im Haus 6 des Glunz-Dorfs ein Fitnessstudio. Als es auszog, plante die Stadt, dort ein Fortbildungszentrum einzurichten. Schließlich gebe es einen großen Bedarf an Fort- und Weiterbildungen, sagts Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann am Samstag. Auch die VHS braucht dafür Räume.

Doch der Einzug verzögert sich infolge der Pandemie: Die Stadt hat das Haus derzeit mit Mitarbeitern des Gesundheitsamtes und der Corona-Hotline belegt. Mehr als 30 Arbeitsplätze gibt es dort. „Auf einen Corona-Fall kommen oft mindestens 40 weitere Anrufe, die getätigt werden müssen und für die wir dementsprechend Mitarbeiter benötigen“, sagt Hunsteger-Petermann. Werden diese Mitarbeiter nicht mehr gebraucht, soll das Fortbildungszentrum einziehen.

Flüchtlinge

Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 wurden der Stadt Hamm binnen weniger Monate mehr als 1000 Flüchtlinge zugewiesen. Nachdem die Stadt das Gelände gekauft hatte, baute sie drei Häuser zu Wohnzwecken um. Inzwischen ist der Flüchtlingsstrom versiegt. In zwei Glunz-Dorf-Doppelhäusern wohnen derzeit noch knapp 70 Flüchtlinge, Platz wäre für 160. Ist die Kita umgezogen, gibt es weitere 90 Plätze für Flüchtlinge.

Verwaltung

Auf dem Gelände arbeiten neben den Mitarbeitern der Corona-Hotline weitere Angestellte und Beamte der Verwaltung. So ist dort etwa die Abteilung für frühkindliche Bildung untergebracht.

Bei der Stadt sieht man das Glunz-Dorf inzwischen als eine Art Joker an: Die Stadt habe die Möglichkeit, direkt auf ein Haus zuzugreifen, wenn sie eines braucht, sagte Stadtbaurat Andreas Mentz am Samstag. Auf Dauer sei dies viel besser und günstiger, als etwas zu mieten oder gar etwas ganz Neues zu bauen.

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