Sonnenschein in Hamm

Frühlingsgefühle „verdrängen“ Corona: Vorsicht mancherorts vernachlässigt

Die schönen Ecken von Hamm sind bei Sonnenschein noch schöner: Auch im Kurpark konnte man die Strahlen genießen.
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Die schönen Ecken von Hamm sind bei Sonnenschein noch schöner: Auch im Kurpark konnte man die Strahlen genießen.

Gerade eine Woche ist es her, dass Hamm ein wahres Winterparadies war. Und jetzt ziehen Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen die Menschen ins Grüne.

Hamm – Am Wochenende waren öffentliche Parks und Spielplätze wetterbedingt bestens besucht, doch bei genauerem Hinsehen wurde in Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen mancherorts auch Leichtsinn erkennbar.

Der Lippepark war das Ziel vieler Familien. Am Rand des großen Spielplatzes hatte Yunus Sancar durchaus gemischte Gefühle: „Bei dem, was hier los ist, bin ich schon etwas ängstlich“, sagte der Vater, während er seine Kinder beaufsichtigte. In der vergangenen Woche hätten sie alle das Schlittenfahren sehr genossen, aber nun mache die Wärme einige Leute wohl übermütig. Tatsächlich tummelten sich nicht nur Kinder auf den Spielgestellen und im Sandkasten. Viele Mütter gaben ihren Kindern dabei „Hilfestellung“ – viele ohne Schutzmaske.

Egal ob Schnee oder Sonnenschein: Die Hammer gehen an die frische Luft

Für Familien mit größeren Kindern bleibt der Lippepark ein Paradies: Meltem Polat ging mit ihrer Familie spazieren und genoss die Sonne. „Der Wetterwechsel ist schon extrem. Vergangene Woche sind wir noch bis zum letzten Moment rodeln gewesen und nun ist der Frühling ausgebrochen“, sagt Polat. Auf einem der Wege beobachteten Katarina Wilkinghoff und ihr Mann die Kinder beim Seilchenspringen: „Corona ist zwar allgegenwärtig, doch wir fühlen uns hier im Freien sicher, weil wir auf genug Abstand achten“, so die Mutter.

Familie Aslan hatte Camping-Stühle mitgebracht. „Vergangene Woche minus 20 und jetzt 15 Grad – das Wetter ist schon verrückt“, sagte Mutter Ayfir.

Im Bockum-Höveler Hallohpark ging Hildegard Ehlermann gemütlich spazieren: „Zum Glück ist es nicht so voll“, sagte die Seniorin. Tatsächlich verteilten sich die Besucher über die weiten Flächen, einige Familien betrachteten die Enten auf den letzten Eisschollen im Teich. Geradezu dichter Verkehr herrschte dagegen im Kurpark: Ob am großen Teich, am Gradierwerk, oder an der Kanalkante: Spaziergänger, Jogger und Radfahrer waren unterwegs.

Im Vorgarten von „Paul“: Der einladenden Sitzgruppe im Vorgarten konnte der Nachbar nicht widerstehen. Bei 21 Grad Celsius hielten sie „maßgenau“ Abstand.

Sonnenschein nicht ohne Corona-Schutzmaßnahmen genießen

Rainer Plesche genoss die Sonne auf einer Bank und beantwortete die Frage nach der Sicherheit: „Natürlich verstehe ich, dass die Menschen raus wollen.“ Doch mehr als Corona sorge ihn die Rücksichtslosigkeit mancher Radler und Jogger.

Norbert und Marita Spielmann rasteten in der Nähe des Gradierwerks. Sie fühlten sich zwar auch nicht 100-prozentig sicher, aber sie achteten sehr auf die Masken und Abstände.

Auf dem Spielplatz des Rothebachparks in Hamm-Süden beobachtete Anja Müller ihre Tochter Lea, die am Sandkasten in einer roten Lok spielte. Sie habe sich am Spielplatz bereits geärgert: „Da kam dieser Tage eine andere Mutter und setzte sich ohne Maske zu mir auf die Bank“, so Müller. Nachdem sie diese dann zum Tragen der Maske aufgefordert hatte, habe sie zunächst abgewiegelte, bevor sie dem Wunsch dann doch nachkam. „Da fehlt mir jedes Verständnis“, so die Mutter.

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