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Dr. Fritz Winkhaus rettete 1919 die Zeche Radbod

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Schacht 5 auf Zeche Radbod ist nach Berwerksdirektor Dr. Fritz Winkhaus. ▪
Schacht 5 auf Zeche Radbod ist nach Berwerksdirektor Dr. Fritz Winkhaus. ▪ © Blossey

BOCKUM-HÖVEL ▪ Mit der Verfüllung des Winkhaus-Schachtes auf der Zeche Radbod, ist ein weiteres Stück Bergbaugeschichte in Bockum-Hövel zu Ende gegangen. Für den Bockum-Höveler Bergbau-Experten Kalrheinz Lach Anlass, den Namensgeber des Schachtes, Dr. Fritz Winkhaus zu erinnern. Lach gibt deshalb die Anregung, an den Straßenschildern der Winkhausstraße Hinweisschilder anzubringen.

Der erste Spatenstich für den neuen Schacht 5 mit einer lichten Weite von sieben Metern vollzog am 7. Juli 1923 Bergrat Dr. Fritz Winkhaus, der damalige Aufsichtsratsvorsitzende der Bergwerksgesellschaft. Erst 1927 konnte der Schacht beendet und als zentraler Wetterschacht in Betrieb genommen werden. Den Namen „Winkhaus-Schacht“ erhielt der Schacht 5 zu Ehren seines Urhebers.

Der am 18. Januar 1865 geborene Fritz Winkhaus entstammte einer traditionsreichen Unternehmerfamilie im Märkischen Sauerland. Er war das fünfte von elf Kindern.

Sein gesamtes Berufsleben war er dem heimischen Bergbau verbunden und galt in seiner Zeit als einer der einflussreichsten Bergwerksdirektoren des Ruhrgebiets.

Winkhaus sei ab 1919 – nachdem Tod des ersten Radbod-Werksdirektors Heinrich Janssen, maßgeblich an der Rettung der in großen finanziellen Problemen steckenden Bockum-Höveler Zeche beteiligt gewesen, erklärt Karlheinz Lach. Das sei in dem eindrucksvollen Buch „Fritz Winkhaus – sein Leben und Werk“ von Franz Siebrecht aus dem Jahre 1932 und auch in der Jubiläumsschrift „50 Jahre Zeche Sachsen“ von Bergassessor Stapf und Markscheider Lippmann aus dem Jahre 1955 nachzulesen. Radbod sei 1919 vor allem wegen des großen Grubenunglücks 1908 und durch den 1. Weltkrieg in seiner Entwicklung weit zurückgeworfen worden und gehörte zur Gruppe der Zuschuss-Zechen.

1912 war Winkhaus bereits der Zusammenschluss des Kölner Bergwerksvereins mit der Bergbaugesellschaft Neu-essen gelungen. 1919 schlug dann dieser finanzstarke Verbund unter der Leitung von Winkhaus der Gesellschaft Trier mbH, zu der neben Radbod auch noch die Zeche Baldur in Dorsten gehörte, die Vereinigung dieser beiden Gesellschaften vor.

Die schwer kämpfende Trier mbH nahm das günstige und das Überleben von Radbod rettende Angebot an. Dr. Fritz Winkhaus hatte dann ab 1920 auch die technische und kaufmännische Oberleitung der Schachtanlage Radbod.

Winkhaus, der an eine gute Entwicklung von Radbod glaubte, ließ dann ab 1923 den Schacht 5 abteufen und stellte auch große Geldmittel für eine weitere Rationalisierung und Mechanisierung des Untertagebetriebes ein. 1930 gelang Winkhaus dann federführend auch der Zusammenschluss mit der Firma Hoesch in Dortmund und damit eine wichtige Verschmelzung von Kohle und Stahl.

Winkhaus erhielt für seine verdienste und sein wirtschaftliches und soziales Engagement viele Ehrungen, unter anderem den Ehrentitel eines Bergrates, die Würde eines „Doktor-Ingenieurs“ und die Bergakademie Clausthal berief ihn zum Ehrenbürger. Winkhaus starb am 9. Oktober 1932 in Essen.

Der Schacht 5, auch Winkhaus-Schacht genannt, wurde ab 1949 zum zentralen Föderschacht der Zeche Radbod ausgebaut. Er gehörte zu den modernsten Schächten im Ruhrgebiet und konnte eine Förderung von täglich 5000 Tonnen bewältigen.

In Bockum-Hövel habe der Schacht 5 jetzt über neun Jahrzehnte mit seinem imposanten Schachtgerüst an den für die Zeche Radbod so verdienstvollen Bergrat erinnert, erklärt Lach. Ende der 1950er Jahre wurden zwischen Rautenstrauch- und Marinestraße die Bergmannshäuser aus der Gründerzeit abgerissen und neue Bergarbeiter-Sozialwohnungen errichtet. Winkhaus wurde dort zum Namensgeber für die Straßenbereiche in dem für die damalige Zeit modernen Wohnquartier. J WA

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