Anfrage-Flut nach Terminen

Friseure fiebern 1. März entgegen: Salons bereiten sich wieder auf Kundenschutz vor

Testlauf: Bärbel Rothkegel zeigt zusammen mit Matthias Seiffert-Bernsmann wie ein Haarschnitt mit FFP-2-Maske funktioniert.
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Testlauf: Bärbel Rothkegel zeigt zusammen mit Matthias Seiffert-Bernsmann wie ein Haarschnitt mit FFP-2-Maske funktioniert.

Die angekündigte Wiedereröffnung der Friseursalons ab dem 1. März sorgt bei Inhabern, Mitarbeitern und Kunden für viel Freude.

Hamm – „Ein Stammkunde kommt sogar aus Wolfsburg, der hat sich heute angemeldet!“ Dabei sieht Friseurmeister Matthias Seiffert-Bernsmann dem 1. März mit doppelter Freude entgegen. Denn die Wiedereröffnung der Friseurgeschäfte geht bei ihm Hand in Hand mit einem Unternehmensgeburtstag. Sein Salon Queerschnitt an der Kamener Straße wurde vor 15 Jahren eröffnet. „Ich werde das feiern, so wie ich das am 1. März 2006 gemacht habe – ich werde den ganzen Tag arbeiten“, so der 47-jährige Seiffert-Bernsmann, der unter den vielen telefonischen Anmeldungen auch Stammkunden feststellen konnte, denen er schon als Azubi die Haare geschnitten hat.

Gemeinsam mit seinem dreiköpfigen Team bereitete er am Donnerstag vor Ort im Salon die Terminliste für die Zeit nach dem Lockdown vor. „Wir arbeiten als Team immer Hand in Hand. Unsere Vorfreude ist groß.“ Und Seiffert-Bernsmann, seit 2007 Meister seines Fachs ist auch dafür dankbar, dass ihm die Kunden die Treue gehalten haben.

Überstunden nach Wiedereröffnung der Salons

Den Ansturm auf die Friseurtermine erlebt sein Kollege Sait Bacak auf allen Kanälen. Bei ihm klingelten gestern nicht nur die Telefone in seinen Salons Marianne und Hairstyling Team in Bockum-Hövel. Die Terminanfragen kamen auch über E-Mail, den Messenger seines Smartphones und auf dem Anrufbeantworter. „Wir sind heiß darauf, wieder arbeiten zu dürfen“, sagt der Friseur, der schon seine Ausbildung im Salon Marianne machte und den Namen mit Blick auf die Stammkunden in Absprache mit seiner früheren Chefin beibehielt.

Besonders freut es ihn, dass seine insgesamt sieben Mitarbeiter mitziehen, um den ersten Ansturm auf die Termine zu bewältigen. „Wir werden die tägliche Öffnungszeit um ein, zwei Stunden strecken und auch montags öffnen“, so Bacak, der am bisher letzten Öffnungstag, dem 15. Dezember, den letzten Kunden um 23.55 Uhr verabschiedete. Der 32-jährige Familienvater hat beim Abhören des Anrufbeantworters festgestellt, dass besonders die älteren Semester unter seinen Kunden an einem schnellen Termin interessiert sind. Sait Bacak hatte die Bögen für die Kontaktverfolgung, auf denen sich Kunden eintragen müssen, optimistisch für den 22. Februar vorbereitet. „Jetzt benutze ich die eben am 1. März“, ist er froh, dass die Öffnung der Friseure nicht noch weiter aufgeschoben wurde.

Erneuter Ansturm auf Friseurgeschäfte

Auch viele Kunden von Nicole Schaeffer haben die Smartphone-Nummer der Friseurmeisterin, die ihren Salon an der Hammer Straße betreibt. Der Ansturm begann, kurz nachdem in der Pressekonferenz aus Berlin die Friseur-Öffnung zum 1. März verkündet wurde. „Ich habe bis null Uhr am Telefon gesessen“, berichtet die 53-Jährige. „Und bereits morgens um sechs Uhr trudelten weitere Terminwünsche ein.“ Schon früh eilte sie dann in ihr Geschäft an der Hammer Straße, um dort die Anmeldelisten aufzustellen. Für sie sei das keine große Umstellung, wenn man von der Zahl der Anfragen einmal absieht: „Wir arbeiten ja auch im Normalbetrieb mit festen Terminen.“

Mit ihrem sechsköpfigen Team bereitet sich Nicole Schaeffer auf die Kundschaft vor – ihr eigenes, ausgefeiltes Hygienekonzept hatte sie schon vor der Schließung im Dezember umgesetzt. „Jeder Kunde wird an der Tür abgeholt, es wird Fieber gemessen und dann erst die Hände, dann die Haare gewaschen“, schildert sie. Bei ihr hängen auch Abtrennungen zwischen den Bedienplätzen – falls etwa ein Föhn Aerosole durch die Luft treiben sollte. Einen Neustart erleben Schaeffers Kunden außerdem, weil sie im Geschäft Umstellungen vorgenommen hat und gerade frisch gestrichen wird. Wie im Salon Schaeffer werden auch bei ihren Kollegen die Hygienemaßnahmen streng umgesetzt – so wird nach jedem Kunden der Bedienplatz desinfiziert.

Sait Bacak verweist darauf, dass neben dem Organisieren der Anmeldungen für sein Team in den nächsten Tagen auch die Vorbereitung und Umsetzung der Schutzmaßnahmen nach Vorgaben des Berufsverbandes ansteht. Matthias Seiffert-Bernsmann ist aufgefallen, dass durch eine weitere Verordnung inzwischen FFP2- oder OP-Masken benötigt werden. Für alle Anrufer, die Termine ergattern wollen, gilt: Es macht Sinn, sich vor dem Besuch beim Friseur über die Regeln zu informieren.

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