Hotlines laufen heiß - Stadt Hamm reagiert

Neue Kräfte in der Krise: Alte Schule wird Corona-Schaltzentrale

Thomas Hunsteger-Petermann stellte die Corona-Räume in der Harkortschule vor.
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Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann stellte am Mittwoch die neuen Corona-Räume in der früheren Harkortschule vor.

Klassenräume in neuer Funktion: Die frühere Harkortschule im Hammer Süden wird am kommenden Montag zur neuen Corona-Schaltzentrale der Stadt. Hier werden dann die Aufgaben zentriert.

Hamm - Bis zu 70 Mitarbeiter sollen in dem Gebäude an der Lessingstraße in Spitzenzeiten Aufgaben im Rahmen der Pandemie wahr. Das städtische Gebäude soll auch nach einer Entspannung der Situation als „Standby-Immobilie“ erhalten bleiben.

Nach dem rasanten Anstieg der Infektionszahlen sind aktuell rund 160 Mitarbeiter im Corona-Dienst. Zwischenzeitlich war die Zahl bereits auf 15 bis 20 gesunken. Mit dem Anstieg der Zahlen wurden abermals rund 100 Mitarbeiter aus allen Bereichen der Verwaltung und vom Kommunalen Jobcenter abgezogen und durch 46 Neueinstellungen ergänzt. „Das Personal zieht mit“, sagt Bernd Maßmann, Leiter Zentraler Dienst Personal und Organisation bei der Stadt Hamm. „Alle sind sich der Dramatik der Situation und der möglichen Folgen bewusst.“

Coronavirus in Hamm: Auch Robert-Koch-Institut hilft

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stellt darüber hinaus bis zu elf sogenannte Containment Scouts. Das sind Kräfte, die in der Rückverfolgung der Infektionsketten und Personenkontakte mitarbeiten. Drei weitere RKI-Kräfte aus mobilen Einsatzteams traten am Mittwoch ihren Dienst in Hamm an. Zu Forschungszwecken sind diese Mitarbeiter aber nicht in Hamm.

Allein die Zahlen der Hotline-Anrufe sprechen eine deutliche Sprache:

  • Unter der Corona-Hotline (176444) gingen am Montag 3714, am Dienstag 3805 Anrufe ein. Am 1. September, als die Situation deutlich ruhiger war, gab es lediglich 190 Anrufe. Wegen des hohen Andrangs wurde die Hotline am Dienstag auf acht Personen aufgestockt, die ausschließlich telefonieren.
  • Die Hotline des Ordnungsamtes (177299, für Fragen rund um Veranstaltungen und private Feiern) ist seit Dienstag geschaltet. Am Dienstag gingen dort 418 Anrufe ein. Vier Mitarbeiter sind dort eingesetzt.

„Aufgrund des immensen Informationsbedarfs der Bürger dauern die Telefonate teilweise recht lange und es kann es zu Wartezeiten kommen“, erklärt Maßmann.

Coronavirus in Hamm: 14-Stunden-Tage nicht unüblich

Die aktuelle Situation stellt die Mitarbeiter vor eine besondere Herausforderung: teilweise 7 Tage Dienst pro Woche, bis zu 14 Stunden am Tag und das zunächst auf unbestimmte Zeit. Entsprechende Dienstpläne seien zunächst für sechs Wochen im voraus erstellt worden, können aber angepasst werden.

Für die Arbeiten der Infektionskontrolle wurde ein organisatorischer Aufbau entwickelt und ein Corona-Stab eingerichtet. Aufgaben sind:

Kontaktpersonennachverfolgung

Kontaktpersonenermittlung

Telefon-Hotline

Verdachtspersonennachverfolgung

Tägliche Anrufe der Infizierten

Datenbankbetreuung

Coronavirus in Hamm: Das sind die weiteren Team-Standorte

Außerdem haben Mitarbeiter aus unterschiedlichen Bereichen der Verwaltung eine leistungsfähige Datenbank-Anwendung zur Infektionskontrolle entwickelt. Eine solche Anwendung gibt es laut Stadt derzeit nicht auf dem Markt, soll aber im Zuge von Pilotprojekten (Stadt Frankfurt) erst entwickelt werden. Zudem arbeiten Mitarbeiter vor dem Hintergrund von Corona zurzeit an einem Pandemie-Stufenplan, der auch bei anderen Pandemie-Szenarien greifen soll.

Weitere Standorte der städtischen Corona-Teams sind das Gesundheitsamt, das Glunz-Dorf, die VHS und das ehemalige Gesundheitsamt am Bockelweg. Viele Arbeiten werden auch dezentral vom eigenen Arbeitsplatz oder von zuhause erledigt. Aktuell sind täglich bis zu zehn Corona-Mobile im Einsatz, um Proben zu nehmen

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