150 Teilnehmer

"Fridays For Future": Schüler, Lehrer und Studenten protestieren in Hamm für mehr Klimaschutz

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Etwa 150 Schüler kamen zu der "Fridays For Future"-Kundgebung.

Hamm - „Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“: Unter diesem Motto demonstrierten etwa 150 Schüler und Studierende am Freitagmorgen im Hammer Bahnhofsviertel für mehr Einsatz gegen den Klimawandel.

Einige der Schüler schwänzten als Zeichen des Protests die Schule, viele waren allerdings in Begleitung ihrer Lehrer gekommen, die sich ebenfalls lautstark an der Kundgebung beteiligten. „Wir müssen alle selbst das Ruder in die Hand nehmen, nicht zuletzt wegen des steigenden Meeresspiegels“, sagte Lehrer Thomas Köster vom St. Franziskus Berufskolleg und erntete für seine flammende Rede lauten Beifall und Rufe.

Lehrer Thomas Köster.

Der überwiegende Teil der Schüler hatte vorher noch nie an einer Demonstration teilgenommen und war zunächst zurückhaltend. Nach mehreren Proberunden skandierten dann aber doch die meisten Schüler Demosprüche wie "Hopp, hopp, hopp - Kohlestopp!" und hüpften dabei auf der Stelle.

Kreativer Protest für das Klima

Lea, die ihren Nachnamen nicht nennen wollte, weil ihre Eltern nicht wissen, dass sie für die Protestaktion die Schule nennt, fragte: "Warum sollen wir für eine Zukunft lernen, die es nicht mehr gibt, wenn es weiter geht, wie bisher?" Auf den selbst gebastelten Plakaten standen Sprüche wie "Das Klima wartet nicht auf deinen Abschluss" oder "What I stand for is what I stand on".

Besonders FDP-Chef Christian Lindner, der öffentlich dazu geraten hatte, das Thema Klima den "Profis" zu überlassen, bekam in den Redebeiträgen sein Fett weg. Aber auch der Energiekonzern RWE und die Autoindustrieb wurden deutlich kritisiert.

"Sitzen alle in einem Boot"

Josef Brockmeyer, Schulleiter des St. Franziskus Berufskollegs, betonte, dass die Veranstaltung ein gesamtgesellschaftliches Anliegen sei und nicht originär von den Organisatoren der Linksjugend Hamm ausgehe. "Wir sitzen schließlich alle in einem Boot. Ich bin hier, weil ich glaube, dass meine Enkel eine lebenswerte Zukunft verdienen."

Für die Demonstration hatten die Schüler eigens Transparente gebastelt.

Motiviert von der weltweiten Bewegung „Fridays For Future“, deren Vertreter in 2052 Städten rund um den Globus Demonstrationen organisierten, sollen auch an den kommenden Freitagen Kundgebungen stattfinden.

Deutlich mehr Teilnehmer

In der vergangenen Woche waren etwa 20 Schüler dem Aufruf der Linksjugend gefolgt, sich der Aktion anzuschließen.

Für einen von den Organisatoren zu kurzfristig in Erwägung gezogenen Demonstrationszug durch die Innenstadt wurde am Freitag keine Genehmigung erteilt.

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