43-Jähriger aus Hamm vor Gericht

Freundin auf die Straße geschleudert und fast zu Tode gewürgt

Weil er seine Ex-Freundin gewürgt und mit Pfefferspray attackiert hatte, muss ein 24-jähriger Mann aus Nordfriesland ins Gefängnis.
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Weil er seine Freundin geschubst und heftig gewürgt hat, steht ein 43-jähriger Hammer jetzt vor Gericht. (Symbolbild)

Dramatische Szenen spielten sich am 3. Oktober 2019 in Heessen ab. In einem Anfall von Verfolgungswahn stieß ein Mann seine Freundin auf die Straße, setzte sich auf sie und würgte sie fast zu Tode. Jetzt beschäftigt der Fall das Dortmunder Landgericht.

Dortmund/ Hamm – Der inzwischen 43-jährige Beschuldigte leidet seit Jahren an einer schweren psychischen Erkrankung. Zur Tatzeit waren seine Wahnvorstellungen und Verfolgungsängste wohl ganz besonders stark ausgeprägt. Nachdem er von einer Zecke gebissen worden war, redete sich der Mann ein, er sei mit Tollwut infiziert und werde jeden Moment tot zusammenbrechen. „Ich habe mich gefühlt wie eine wandelnde Leiche“, sagte er den Richtern.

Das Schlimme an dem Zustand war jedoch: Der 43-Jährige schob seiner Lebensgefährtin die Schuld an der Misere zu. Sie habe ihn vergiftet, sie habe ihn infiziert, und deshalb müsse auch sie sterben. Auf dem Weg zu einer Bushaltestelle machte er am Nachmittag des 3. Oktober 2019 dann ernst. Urplötzlich schubste er seine Freundin auf die Straße, setzte sich auf sie und legte seine Hände um ihren Hals. „Ich war wie rasend“, erinnerte sich der Beschuldigte vor Gericht. Nur dem Eingreifen von zwei Zeugen ist es zu verdanken, dass damals nichts Schlimmeres passiert ist.

„Ich habe sie wirklich geliebt“

Die Frau will seitdem natürlich nichts mehr von ihm wissen. Der 43-Jährige kann das verstehen. „Ich habe sie wirklich geliebt“, sagte er. „Heute realisiere ich, dass ich damals großen Blödsinn gemacht habe.“

Seit Monaten ist der Mann nun in der LWL-Klinik in Lippstadt untergebracht und wird dort mit Medikamenten behandelt. Alle vier Wochen erhält er eine Depotspritze. „Seitdem geht es bergauf“, sagte der 43-Jährige den Richtern. Tatsächlich wirkte er am ersten Verhandlungstag völlig reflektiert und auf der Höhe. Eine solche Kurzschlusshandlung wie damals werde ihm nicht mehr passieren, kündigte er an.

20.000 Euro im Rucksack entdeckt

Das Gericht muss nun entscheiden, ob der Hammer noch weiter zwangsweise in einer Klinik untergebracht werden muss oder ob diese Anordnung möglicherweise sogar zur Bewährung ausgesetzt werden kann. Dabei müssen die Richter auch einen weiteren Anklagevorwurf in ihre Überlegungen einbeziehen.

Zwischen 2015 und 2019 soll der 43-Jährige Monat für Monat Sozialleistungen bezogen haben, obwohl in seiner Wohnung ein Rucksack mit mehr als 20.000 Euro Bargeld stand.

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