Freizeit in Heessen

Freizeitangebot: So schwer trifft Corona eine Heessener Institution

Waldbühne Heessen Amateurtheater
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Die Waldbühne Heessen zählt mit Stücken wie „Madagascar“ zu den beliebtesten Amateurtheatern Europas.

Wer in Heessen seine Freizeit verbringen will, stößt schnell auf die Waldbühne - eins der besucherstärksten Amateurtheater Europas. Doch wie steht es die Freilichtbühne in Coronazeiten? Und wie gut ist das Freizeitangebot sonst? Diskutieren Sie mit!

Heessen - Zu den besucherstärksten Amateurtheatern in Europa gehört die Waldbühne. Das sagt Ingeborg Hesse, Vorsitzende der Waldbühne, im Interview mit Ulrich Wille. Wie steht es um die Waldbühne in der Pandemie? Und was hat Heessen (Hamm) sonst zu bieten? Darum geht es im aktuellen Teil unserer Serie „Was braucht Heessen?“

Stadtbezirk Heessen
Einwohner23944 (Stand: 31.12.2020, Quelle: Stadt Hamm)
Davon unter 18 Jahren alt4472
Spiel- und Bolzplätze33

Freizeit in Heessen: Dass die Waldbühne gerade in Heessen ist, ist Zufall

Wie kam die Waldbühne überhaupt nach Heessen – Zufall oder gezielte Planung?
Die Waldbühne wurde 1924 auf Initiative von Pfarrvikar Röhrig aus Werries mit den Brüdern Anton und August Funke aus Hamm gegründet. Die beiden Brüder hatten 1922 die Freilichtspiele in Oetigheim besucht und waren begeistert von der Idee, ein eigenes Freilichttheater zu gründen. Anton Funke war zu diesem Zeitpunkt als Spielleiter in der ,Vereinigten Theaterabteilung des katholischen Gesellenvereins und der Jünglingssolidarität‘ in der Gemeinde St. Agnes tätig. Gründungs- und Spielort war der Schlosshof von Oberwerries. 100 Spieler aus Hamm und Werries bildeten die Spielschar. Nach drei Jahren war der Schlosshof zu klein geworden. Bei der Suche nach einem geeigneten Platz fanden die Verantwortlichen starke Unterstützung durch Heessens damaligen Bürgermeister Dransfeld und den späteren ersten Beigeordneten der Gemeindeverwaltung Steinkühler. Dank der gemeinsamen Bemühungen gelang es an der Nordseite des Heessener Waldes von privater Hand ein Grundstück zu pachten, das später käuflich erworben wurde. Also Zufall.
Welche Bedeutung hat sie noch für Heessen? Oder ist Heessen „nur“ Spielort? Kommen viele Beteiligte, Schauspieler, Regisseure und so weiter aus Heessen?
Heessen war und ist in erster Linie Spielort. Mit dem Umzug von Schloss Oberwerries an den Heessener Wald kamen die ersten Spieler aus Heessen. Die Spieler kamen und kommen heute noch aus allen Stadtbezirken. Aus Erzählungen weiß ich, dass vor dem Krieg ein Aufführungstag mit der Wanderung von Hamm nach Heessen begann. Natürlich gibt es besondere Bindungen zur Papst-Johannes-Gemeinde und zum Schützenverein von 1835.
Ingeborg Hesse ist die Vorsitzende der Waldbühne Heessen

Freizeitangebot in Heessen: Reicht es aus?

Wenn Heessen für die Waldbühne vor allem Spielort ist: Welches Freizeitangebot bietet der Bezirk sonst für die Bewohner noch? Und reicht es aus, ist es angemessen?

Beispiel Spielplätze: Heessen ist ein vergleichsweise junger Bezirk mit fast 4500 Kindern und Jugendlichen. Für sie gibt es 33 Spielplätze - vergleichsweise wenig. Rein statistisch gesehen müssen sich in Heessen 135 Kinder einen Spielplatz teilen, in Rhynern sind es nur 81.

Doch neben den Spielplätzen gibt es weitere Freizeitangebote, unter anderem: das Schwimmbad Familienoase, den Kappenbusch, den Heessener Wald, die Halde Sachsen als Erkundungsgebiet sowie zahlreiche Radwege.

Die Institution mit der größten Strahlkraft bleibt die Waldbühne. Wie hat sich die Waldbühne entwickelt? Wo steht sie heute im landes- oder bundesweiten Vergleich, Frau Hesse?
Die Waldbühne gehört zu den besucherstärksten Amateurtheatern nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa. Prägend für die Heessener Aufführungen sind seit Beginn die Massenszenen. Bei großen Szenen stehen um die 100 Menschen auf der Bühne.
Wie stark war die Waldbühne von Corona betroffen? War die Pandemie für den Verein existenzbedrohend?
Die Waldbühne war und ist stark von Corona betroffen. Bis jetzt haben wir zwei Sommerspielzeiten und eine Winterspielzeit absagen müssen. Dies bedeutet, dass unsere Einnahmen seit anderthalb Jahren komplett weggebrochen sind. Demgegenüber stehen die Kosten, die weiter anfallen: zum Beispiel Lohnkosten, Wartungskosten, Heizöl. Wir haben einen starken Förderverein im Rücken, der das alles leichter macht. Aber wir werden gute Jahre brauchen, um die Verluste auszugleichen. Neben den finanziellen Aspekt gibt es natürlich auch die emotionale Seite. Unsere Mitglieder konnten zwei Sommer ohne feste 14 bis 16 Aufführungstermine leben, ohne Proben im Frühjahr und im Winter. Es wird spannend zu sehen, was passiert, wenn wir im Herbst hoffentlich wieder in den Proben- und Spielbetrieb starten können.

Reicht das Freizeitangebot in Heessen aus? Diskutieren Sie mit!

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Unser aller Leben hat sich deutlich verändert – durch die Pandemie, aber auch durch die Digitalisierung, Alterung der Gesellschaft und viele andere Prozesse. Doch wie steht es um das Leben in Heessen überhaupt? Darum geht es in der Serie „Was braucht Heessen?“. Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des Westfälischen Anzeigers vom 24. Juli. Dem nächsten Schwerpunkt widmen wir uns in zwei Wochen.

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