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Freimaurer stellen in der Alt-Stiftung in Hamm aus

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HAMM ▪ Mit unerwartetem Humor und Selbstironie, dann aber auch mit meisterlichem zeichnerischen, malerischen und grafischen Können zeigen sieben Freimaurer als „Künstler der Königlichen Kunst“ in der Otmar-Alt-Stiftung, wie facettenreich die künstlerische Auseinandersetzung mit freimaurerischen Themen und Symbolen sein kann.

Mehr als 150 Besucher begrüßte Michael Christianus, Stuhlmeister der Hammer Loge „Zum hellen Licht“ gestern Vormittag zur Ausstellungseröffnung in der Otmar-Alt-Stiftung – darunter Axel Pohlmann, Großmeister der Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland. Die Hammer Freimaurer veranstalten diese Ausstellung zusammen mit dem Verein Kunst-Kultur-Humanität im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres Ruhr.2010, das die Ruhrgebietslogen mit einem gemeinsamen, öffentlichen Programm bereichern.

Jens Oberheide, Altgroßmeister und Vorsitzender der Künstlerloge Pegasus, brachte den Besuchern die Kunst mit den darin verwendeten Symbolwelten nahe – und damit auch ein Stück Freimaurerei.

Sie verfolge die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum. Der kreative Akt des Gestaltens sei in diesem Wortbild elementar enthalten. „Freimaurerei ist der permanente Versuch, Baukunst in Lebenskunst zu übersetzen“, so Oberheide. Das ziehe sich wie ein thematischer roter Faden durch die Werke der ausgestellten Künstler.

Elmar Stanges „perfekt anmutende Kunst“ ordnete Oberheide dem Phantastischen Realismus zu. Architektonische Bauteile wie Säulen oder Steine verbinde er mit anderen Elementen in grafisch-ästhetischen Verknüpfungen zu surrealen Szenerien, die den Betrachter zum Ausdeuten einladen. Oberheide: „Das sind an-sprechende Motive, die sich nicht scheuen, auch als dekorative Sujets daherzukommen.“

Karikaturen – wie die Serie „Bruder Motzig“ von Hartwig Kloevekorn – halten dem Menschen den Spiegel vor, so Oberheide: „Der Spiegel entlarvt die wahre Natur schonungslos.“ Es gebe diese Typen in den Logen, Charakterzüge wie Ehrgeiz und Eitelkeit seien authentisch, auch wenn sie eigentlich als Ecken und Kanten vom rauen Stein abgeschlagen werden sollten.

Die Grafiken und Zeichnungen von Jockel Reisner seien vielfältig symbolisch angelegte Bilderwelten als geometrisch, auch kubistisch konstruierte, expressive Arbeiten. Der Mensch trete nur formal in den Hintergrund, aufgrund der freimaurerischen Symbolik stehe er immer im Vordergrund.

Otmar Alts fantasievolle Kreativität äußere sich in einem einzigartigen figurativen Ausdruck; die Freimaurerei finde hier bekenntnishaften Ausdruck. Voller Symbolkraft steckt die zentrale Installation mit drei Säulen und der zweiteiligen Arbeitstafel.

Die Cartoons von Ralf Fieseler prangern nicht die großen Konflikte an, sondern kommentieren mit viel Witz die alltäglichen Katastrophen und Missgeschicke. Christian Strupp habe die symbolträchtigen Werkzeuge der Freimaurerei – Winkel, Senkblei, Zirkel, Kelle und Hammer – fotografisch in spannungs- und beziehungsreiche Bildkompositionen verwandelt.

Von Josef Obronik, der 2009 gestorben ist, ist informelle Kunst zu sehen. Oberheide: „Das ist gegenstandsfreie Kunst, aber keineswegs inhaltslose Malerei.“ Oborniks „Seelenlandschaften“ bezeichneten innere Befindlichkeiten. ▪ san

Die Ausstellung ist bis zum 19. Dezember montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr zu sehen sowie nach Vereinbarung unter Telefon 02388/2114.

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