Mittagspause gilt für alle - Hausverbote bei Verstößen

Hammer Bäder öffnen wieder - So streng sind die Auflagen

Viele Freibäder in Deutschland haben bereits wieder geöffnet. Unbeschwertes Badevergnügen sieht allerdings anders aus...
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Viele Freibäder in Deutschland haben bereits wieder geöffnet. Unbeschwertes Badevergnügen sieht allerdings anders aus...

Die Öffnung der Frei- und Hallenbäder in Hamm in der kommenden Woche geht mit scharfen Hygiene- und Infektionsschutzstandards einher. Was das für die Hammer Badegäste bedeutet, gaben die Stadtwerke jetzt bekannt.

Hamm - Eigentlich hätten Freibäder in NRW schon am 20. Juli öffnen dürfen. „Damit hatten wir nicht gerechnet. Das hat uns überrascht“, erklärte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm. „Wir waren seit dem 1. Mai im Standby, haben uns aber bewusst dazu entschieden, erst Montag zu öffnen. Wir wollten sicherstellen, dass die Regelungen auch tragfähig sind.“ Alle Vorschriften (siehe unten) gälten nun unter Vorbehalt. Es werde in den kommenden Wochen Lerneffekte und Anpassungen geben.

Die jetzt vom Land NRW veröffentlichten Standards sind die maßgebliche Grundlage für den Betrieb von Freibädern in dieser Sommersaison. Analog gestalten sich auch die Standards in den Hallenbädern.

Die Stadtwerke haben für alle fünf Bäder, die am 8. Juni wieder öffnen sollen, ein praktikables Konzept erarbeitet und dies auch dem Gesundheitsamt vorgelegt. Im Wesentlichen geht es dabei um Auflagen, die sowohl Badegäste als auch das Personal in den Bädern zu beachten haben. Das sind die Eckpunkte:

Regelungen in den Freibädern

Kassenbereich:

  • Der erforderliche Abstand der Besucher im Kassenbereich untereinander und auch zum Kassenpersonal ist sicherzustellen.
  • Information der Badegäste zu den Verhaltensregeln per Aushang.
  • Erfassung der Namen, Adressen und Telefonnummern der Badegäste.
  • Abstandsmarkierungen auf dem Boden für Warteschlangen.
  • Nach Möglichkeit bargeldlos und berührungsfrei mit Karte zahlen.

Umkleidebereich:

  • Duschen ist erlaubt. Jede zweite Dusche wird außer Betrieb genommen.
  • Jede Wechselumkleide wird geöffnet. Nur jeder vierte Schrank ist nutzbar, alle anderen werden verschlossen.
  • Es gibt Aushänge mit Verhaltensregeln.

Beckenumgänge und Liegewiese:

  • Auf den Sitzbänken befinden sich Abstandsmarkierungen; diese sind einzuhalten.
  • Der Aufenthalt im Beckenbereich ist nur für den Zugang und das Verlassen der Becken vorgesehen. Sitzmöglichkeiten sind so weit wie möglich eingeschränkt.
  • Rutschen und Sprungtürme sind geöffnet, Mindestabstände werden separat überwacht.
  • Die Wasserattraktionen werden außer Betrieb genommen (zum Beispiel Wellenbeckenfunktion im Freibad Selbachpark).

Hygienemaßnahmen:

  • Unter anderem wird von 13 bis 15 Uhr eine zweistündige Mittagspause eingelegt, um Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten durchzuführen. In dieser Zeit müssen die Bäder verlassen werden.
  • Die jeweilige Eintrittskarte bzw. der Chipcoin gilt nur entweder vormittags oder nachmittags. So soll unter anderem die Besucherzahl pro Tag begrenzt werden.
  • Das Tragen von Schutzmasken bis zur Umkleide ist für Badegäste verpflichtend.

Begrenzte Besucherzahlen:

Um die geforderten Abstandsregeln einhalten zu können, wird die Zahl der gleichzeitig anwesenden Besucher begrenzt. Jeder Besucher erhält bei Betreten des Bades einen Papierbeleg zur Erfassung der Badegäste, der bei Verlassen des Bades wieder abgegeben werden muss.

Im Freibad Süd mit Trimmerbecken, Sportbecken, Kinderbecken und Rutschenlandebecken können sich 850 Personen gleichzeitig aufhalten:

  • maximal im Sportbecken: 85 Personen,
  • maximal im Trimmerbecken: 45 Personen,
  • maximal im Rutschenlandebecken: 20 Personen,
  • maximal im Kinderbecken: 15 Personen.

Im Freibad Selbachpark mit Wellenbecken, Sprungbecken und Sportbecken können sich 950 Personen gleichzeitig aufhalten:

  • maximal im Sportbecken: 85 Personen,
  • maximal im Wellenbecken: 80 Personen,
  • maximal im Sprungbecken: 20 Personen.

Um den Badegästen eine bessere Orientierung zur Einhaltung des Mindestabstandes zu geben, werden nach Möglichkeit Schwimmleinen eingezogen.

Bei einer Überschreitung der maximalen Besucherzahlen wird der Zugang geschlossen.

Öffnungszeiten

Das Freibad Süd öffnet montags bis freitags von 6 Uhr bis 20 Uhr und samstags und sonntags von 8 bis 20 Uhr.

Das Freibad Selbachpark öffnet täglich von 8 bis 20 Uhr.

Nochmal: Von 13 bis 15 Uhr gilt in allen Bädern eine Mittagspause, in der die Bäder verlassen werden müssen.

Zugang und Eintritt

Die "Entgeltordnung" bleibt auch während der Zeit des eingeschränkten Betriebs bestehen. Bereits erworbene Dauerkarten sind gültig. Damit können auch Warteschlangen an der Kasse vermindert werden.

Gastronomie

Die Gastronomieangebote im Freibad Süd und im Freibad Selbachpark werden zur Verfügung stehen. Die Hygienebedingungen gelten hier wie im Gaststättengewerbe. Die Aufenthaltsdauer in der Gastronomie ist Bestandteil der Gesamtaufenthaltsdauer im Bad.

Regelungen in den Hallenbädern

Analog zu den Maßnahmen in den Freibädern sind auch die Hallenbäder in Heessen, Herringen und Bockum-Hövel organisiert. Hier sind die Sammelumkleiden geschlossen.

Es gibt es folgende Vorgaben für die maximale Besucherzahl:

  • Hallenbad Bockum-Hövel mit Mehrzweckbecken: 52 Personen,
  • Hallenbad Heessen mit Mehrzweckbecken (52) und Kinderbecken (20): 72 Personen,
  • Hallenbad Herringen mit Mehrzweckbecken 52 Personen.

Badegäste in der Pflicht

Die Stadtwerke appellieren an alle Badegäste, ihr Verhalten an die aktuelle Situation anzupassen und Ansteckungsrisiken auf jeden Fall zu vermeiden.

Den Aufforderungen des Personals ist in allen Fällen Folge zu leisten. Hausverbote können ausgesprochen werden.

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Saison-Ende im September?

Wann Schluss ist in den Freibädern, sei noch offen. Die Saison könnte verlängert werden, um Einnahmeverluste auszugleichen. „Wir können uns vorstellen, den September über noch zu öffnen, solange das Wetter passt“, so Helm. Zu den finanziellen Auswirkungen durch die verspätete Bäderöffnung wollen die Stadtwerke bei der Vorstellung der Jahresbilanz in den kommenden Woche Näheres erläutern.

Die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus in den Bädern schätzen die Verantwortlichen übrigens als eher gering ein. Die Hygienestandards seien ohnehin hoch. „Und in Chlorwasser haben Viren eh keine Chance“, meint Bäderbetriebsleiter Ulrich Lehmköster.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

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