Thesenanschlag in Hamm: „Maria“-Frauen machen für Reform mobil

Frauen der Bewegung Maria 2.0 hängen ihre Thesen für eine lebendige Kirche an Türen von 14 Gotteshäusern
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Frauen der Bewegung Maria 2.0 hängen ihre Thesen für eine lebendige Kirche an Türen von 14 Gotteshäusern

Machtstrukturen in der Kirche aufbrechen, Gleichberechtigung von Frauen und die schonungslose Aufklärung der Missbrauchsfälle – das sind die wichtigsten Themen, mit denen sich Maria 2.0 vor knapp zwei Jahren gegründet hat. Auch in Hamm engagieren sich zahlreiche Frauen bei Maria 2.0. Jetzt haben die Frauen wieder auf sich aufmerksam gemacht.

Hamm – In den vergangenen Wochen ist es etwas ruhiger um die Initiative geworden, am Sonntag machten sie nun mit einer provokanten Aktion auf sich und ihre Bemühungen aufmerksam: An 14 Kirchentüren in Hamm wurden Thesen für eine lebendige Kirche gehangen. Mit der Aktion beteiligten sich die Hammer Mitglieder der Reformbewegung an einer bundesweiten Aktion. Mit dem Thesenanschlag 2.0 an Dom- und Kirchentüren im gesamten Bundesgebiet will die Reformbewegung Maria 2.0 auf die Missstände in der katholischen Kirche hinweisen und damit ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche untermauern.

Angemahnt wird eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern, sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität eingefordert sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats. Sieben Thesen hat die Reformbewegung dazu formuliert.

Mit ihrer Aktion erinnern die Frauen bewusst an Martin Luther, der 95 Thesen an die Wittenberger Kirchentür genagelt haben soll und damit eine große Reformbewegung in Gang gestoßen hatte. „Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt“, heißt es daher von den Aktivistinnen der Maria- 2.0-Aktion.

Auch der Termin am Sonntag ist mit bedacht gewählt. Am kommenden Wochenende treffen sich die Deutschen Bischöfe zu ihrer digitalen Konferenz. Aus Sicht von Maria 2.0 ist es notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz „endlich beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt.“

Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung. Zahlreiche Maria-2.0-Gruppen in verschiedenen Orten machen seit Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden, Bistümern und häufig auch bundesweit gemeinsam auf ihre Forderungen aufmerksam.

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