Prozessauftakt

Hammerin fährt betrunken auf anderes Auto auf - Polizei staunt über Promille-Begründung

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Mit reichlich Alkohol im Blut verursacht eine Frau (58) aus Hamm einen Auffahrunfall und setzt sich kurz darauf sogar noch einmal hinters Steuer. Die Begründung für die Promille lässt die Polizei staunen.

  • Eine Frau aus Hamm verursacht in Bönen einen Auto-Unfall.
  • Sie hatte 1,7 Promille Alkohol im Blut.
  • Mit der Wahl des Alkohols sorgte sie aber für eine Überraschung.

Bönen/Hamm – Die rote Ampel auf der Pelkumer Straße und das Bremsen der Frau im Fahrzeug vor ihr registrierte die 58-Jährige am frühen Abend des 11. Dezember zu spät. Es knallte im wortwörtlichen Sinne. Beide Frauen stiegen aus, die Polizei wurde gerufen und ein Beamter wies sie an, in die nächstmögliche Straße rechts einzubiegen und dort zu halten, um den Verkehr nicht länger aufzuhalten.

Dabei ahnte er nicht, dass die Verursacherin der Kollision um die 1,7 Promille im Blut hatte. Das kam erst ans Licht, als die Frau aus Hamm nach einer Irrfahrt und mit Verzögerung an dem vereinbarten Ort eintraf. Sie war offenbar unkonzentriert und lallte. Deshalb ordnete er eine Blutuntersuchung an und bewies damit den richtigen Instinkt: Gute zwei Stunden nach dem Unfall hatte die Frau noch immer 1,65 Promille.

Probleme, Stress, Jobwechsel

Fahrlässige und, wegen der zweiten Fahrt, vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung brachte die 58-Jährige nun in Unna auf die Anklagebank. Dort sprach sie von großen Problemen, Stress, einem Jobwechsel und der Erkrankung eines Angehörigen.

So erklärte die Hammerin, warum sie an dem Tag zur Flasche griff. Mit der Wahl des Alkohols sorgte sie aber für eine Überraschung: Sie habe ein kleines Glas voll Iberogast, dem hochprozentigen Magenmittel, getrunken. Sie habe nicht damit gerechnet, wegen der Arbeit noch einmal fahren zu müssen.

120 Tropfen eingenommen

Dann jedoch sei ein entsprechender Anruf gekommen, dass sie in der Firma etwas abholen müsse. Sie habe etwa 120 Tropfen zu sich genommen. Nach dieser Erfahrung nehme sie nun aber Pantoprazol. Und: „Das ist zum ersten Mal in meinem Leben. Ich habe den Führerschein seit 1982 und ich habe noch nie Probleme gehabt.“

Nach der Vernehmung des Polizeibeamten vor Ort, der von einem klassischen Auffahrunfall sprach und betonte, wegen des verspäteten Auftauchens der Angeklagten in der Seitenstraße kurz vor der Aufnahme einer Verkehrsunfallflucht gestanden zu haben, erklärte ihr Anwalt, dass er auf die Befragung der anderen Fahrerin nicht verzichte.

Mit der Aussage der Zeugin, die zum ersten Termin nicht erscheinen konnte, wird die Verhandlung Anfang September fortgesetzt. - sam

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