Noch keine Lösung

Fragezeichen rund um Herz-Jesu-Kirche: Pfarrer hofft auf nachhaltige Nachnutzung

Zukunft weiterhin ungewiss: Seit mehr als zwei Jahren wird die Herz-Jesu-Kirche nicht mehr von der Gemeinde Heilig Geist genutzt. Eine Lösung für die Nachnutzung ist indes noch immer nicht in Sicht.
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Zukunft weiterhin ungewiss: Seit mehr als zwei Jahren wird die Herz-Jesu-Kirche nicht mehr von der Gemeinde Heilig Geist genutzt. Eine Lösung für die Nachnutzung ist indes noch immer nicht in Sicht.

Im Januar 2019 war die Krippe durch einen technischen Defekt in Brand geraten. Seither ist die Herz-Jesu-Kirche an der Hammer Straße geschlossen. Und seither ist auch ungewiss, wie es dort weitergehen soll.


Bockum-Hövel – Eindeutig ist lediglich der Beschluss des Bistums, das Gebäude der Herz-Jesu-Kirche nicht mehr zu nutzen. So bemühen sich das Bistum und die Pfarrei Heilig Geist eine neue Verwendung für das Gotteshaus zu finden.

Hoffnung schürte die Bockum-Höveler CDU, die die Kirche gerne sanieren und in ein städtisches Kulturzentrum umwandeln würde. Sie sah ideale Voraussetzungen dafür. Die Kirche gleiche ja bereits einem kleinen Theater mit Platz für die Zuschauer im Kirchenschiff und der Bühne im Altarraum, hatte noch vor der Kommunalwahl die damalige Bezirksvorsteherin Vera Dunkel-Gierse im Wahlkampf gesagt. Bei der jetzt regierenden SPD stößt diese Idee auf keine Gegenliebe. Für den neuen Bezirksbürgermeister Hartmut Weber ist die Herz-Jesu-Kirche eine marode Immobilie, die er nicht mit Steuergeldern sanieren möchte.

Viel Arbeit in und an der Herz-Jesu-Kirche

Zu tun ist daran in der Tat einiges. So sind nicht nur die Folgen des Brandes zu beseitigen. Pfarrer Robert Winschuh hatte in der Gemeindeversammlung zur Schließung der Kirche die wichtigsten Probleme aufgeführt So sei die Westfassade undicht und müsse komplett neu verfugt werden. Zudem sei bei einer Renovierung in den 1980er Jahren an der Innenwand ein Glasfasergewebe angebracht worden, hinter dem sich dann ein Feuchtigkeitsschaden entwickelt habe. Das Dach sei nicht gedämmt. Auch die abgehängten Decken müssten saniert werden. Im Boden gebe es Schäden durch Absenkungen. Schließlich sei auch die Heizung alt. Hinzu kommt, dass die Kirche samt Nebengebäuden denkmalgeschützt ist.

Das schränkt die möglichen Nutzungen, die in anderen profanierten Kirchen umgesetzt wurden, ein. Im Bistum gibt es Beispiele für betreutes Wohnen, für Kitas und einen Buchladen. Ideen lieferten auch Studenten von der Fachhochschule Dortmund, Fachrichtung Architektur. Sie hatten im Wintersemester 2017/2018 im Rahmen einer Lehrveranstaltung Ideen zur einer Nachnutzung der Kirche entwickelt und in ihren Abschlussarbeiten für die Lehrveranstaltung „Grundlagen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege“ festgehalten.

Ideenfindung zur Nachnutzung der Herz-Jesu-Kirche

Immer wieder mal gebe es Interessenten, berichtet Johannes Wacker, Mitglied im Kirchenvorstand von Heilig Geist. Anfragen seien vor allem in Richtung Kindertageseinrichtung und Wohnen gegangen, sagt er. Erschwert werde die Suche derzeit durch die Corona-Pandemie. „Wir können die Projektgruppe nicht zusammenrufen“, berichtet er.

Für Pfarrer Robert Winschuh steht im Vordergrund, dass eine Nachnutzung auch dauerhaft und nachhaltig ist: „Es wäre bitter, wenn die Idee zur Nachnutzung nicht trägt, das Gebäude nach kurzer Zeit wieder leersteht und dann langsam verfällt.“ Realistische Ideen stießen oft an die Grenzen des Denkmalschutzes. Neben der eigenen Suche gebe auch das Bistum immer wieder Hinweise. Ganz aktuell habe man eine Anfrage, so Winschuh. Mehr darüber wollte er mit Rücksicht auf den möglichen Investor jedoch nicht berichten.

Das Bistum stehe weiterhin zur Zusage, sich an der Unterhaltung der Kirche zu beteiligen, solange sie nicht profaniert, also entweiht sei. Und sie werde nicht profaniert, solange sich keine tragfähige Nutzung gefunden habe, sagt Winschuh.

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