Fragen an die OB-Kandidaten

Nach dem OB-Duell: Hier sind die Antworten von Marc Herter

Die Journalisten Jens Heusener (Lippewelle) und Constanze Juckenack (WA) konnten nicht alle Leser- und Hörerfragen beim OB-Duell stellen.
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Die Journalisten Jens Heusener (Lippewelle) und Constanze Juckenack (WA) konnten nicht alle Leser- und Hörerfragen beim OB-Duell stellen.

Beim OB-Duell vor der Stichwahl am 27. September in Hamm konnten Thomas Hunsteger-Petermann und Marc Herter nicht alle Leser- und Hörerfragen gestellt werden. Sie hatten aber versprochen, die Antworten nachzureichen. Zumindest Herter kam diesem Versprechen jetzt nach.

Hamm - Es waren eine Menge Fragen, die im Vorfeld des OB-Duells beim WA und bei der Lippewelle eingegangen sind. Zu viele, um sie alle in der etwa einstündigen Sendung zu stellen. Wir haben die übrig gebliebenen Fragen nach der Sendung an Thomas Hunsteger-Petermann und Marc Herter weitergeleitet. Hier sind nun zumindest schon einmal die Antworten von Marc Herter.

Die Fragen sind nach Themen sortiert. Per Klick geht es direkt zum entsprechenden Absatz.

Thema: Corona

Ich arbeite seit dem 21. September wieder voll in der Lebenshilfe Hamm, dort ist es unmöglich die Abstandsregelungen vom RKI einzuhalten. Desweiteren sind in den Gruppen mehr als 25 Personen, wie soll man da den Abstand halten können. Gut, ich arbeite nur vier Stunden am Tag mit einem ungewohnten Gefühl, weil die Zahlen ja wieder steil nach oben gestiegen sind. Deswegen meine Frage, warum wird dann nicht die Lebenshilfe Hamm wieder für eine gewisse Zeit geschlossen? Bei uns sind genug Risikogruppen unterwegs, ich habe z.B. einen angeborenen Herzfehler. Christoph

Marc Herter: Was die Maßnahmen rund um die Eindämmung des Corona-Virus angeht, so werden wir die Entscheidungen zwischen Lockerungen und Einschränkungen immer nach den aktuellen Entwicklungen der Pandemie treffen. An erster Stelle steht für mich der Gesundheitsschutz der Bevölkerung. Gerne schaue ich mir den konkreten Fall in der Lebenshilfe an – bitte nehmen Sie per Mail Kontakt auf: marc.herter@hammspd.de

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Auf allen Plakaten steht: Aufbruch. Was ist in Hamm denn so Aufbruchswürdig? Bitte nicht mit: schnelleren Internet/Glasfaserkabel- Ausbau, Digitale Schulen, Schulen verbessern, Ganztagsschulen weiter ausbauen usw, antworten. Das hören wir schon über viele, viele Jahre und einiges wurde ja auch umgesetzt. Was ist seine Innovation für Hamm und was kann er wirklich, sollte er gewählt werden, verändern? Peter

Marc Herter: Den Aufbruch für Hamm gehen wir gemeinsam an. Hierzu gehört unter anderem eine Neuausrichtung der Wirtschaftspolitik, in der wir auf „Gute Arbeit und Innovationen“ statt auf Logistikhallen setzen. Mit dem Fraunhofer Anwendungszentrum und dem sich im Bau befindlichen Innovationszentrum an der Hochschule Hamm-Lippstadt haben wir starke Zukunftsmotoren für die Nutzung der Chancen der Digitalisierung auf den Weg gebracht. Wir stellen damit eine starke Verknüpfung zwischen Hochschulen und örtlicher Wirtschaft her und sorgen dafür, dass der Technologietransfer klappt. So entstehen neue Chancen für kleine und mittelständische Betriebe, für das Handwerk und für den Handel. Wir werden Industriepartner identifizieren und ExistenzgründerInnen einen guten Start ermöglichen.

Seit Jahren ist das HAMTEC an der Münsterstraße ausgebucht. Neue Gründerinnen und Gründer brauchen in Hamm einen neuen modernen und geförderten Raum, um mit ihren Geschäftsideen an den Start zu gehen. Mit dem HAMTEC 2.0 gibt es im Hamm von Morgen ein neues Gründerzentrum mit einem offenen Technologielabor (FabLab), Digitalwerkstatt und StartUp-Förderung. Mit der Ansiedlung in der Innenstadt sorgen wir gleichzeitig für neue Belebung und neue Arbeitsplätze im Zentrum. Und: Wir bringen das HAMTEC-Prinzip in den Einzelhandel – in den HAMTEC-Concept Stores im Erdgeschoss können sich GründerInnen mit neuen Geschäftsideen in einem geförderten Ladenlokal ausprobieren, bevor Sie mit Erfahrung in einem eigenen Ladenlokal durchstarten können. So sorgen wir endlich für ein aktives Leerstandsmanagement.

Wir machen Hamm zum Vorreiter für grüne Logistik. Einst war unser Rangierbahnhof einer der größten in ganz Europa. Hier liegt viel ungenutztes Potential! Eines der wichtigsten und größten Projekte in den kommenden Jahren wird die Revitalisierung dieses Rangierbahnhofs sein, um den Verkehr weg von der Straße wieder auf die Schiene zu bekommen und so die modernste Güterverkehrslogistik in unserer Stadt umzusetzen.

Wir werden den noch erhaltenen, unter Denkmalschutz stehenden Lokschuppen zu einem Science Center für ‚Neue Mobilität‘ machen. Hier soll die Güterverkehrslogistik von Morgen erforscht und erprobt werden. Mit dem „Lokodrom“ hat Hamm die Chance zum Schrittmacher in diesem Zukunftsmarkt zu werden. Wir verbinden die große Historie unseres Bahnstandortes mit einer konkreten Revitalisierungsperspektive und einem Institut, das die Zukunft der Güterverkehre entwickelt.

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Herr Herter spricht von der familienfreundlichsten Stadt Deutschland. Was genau meint er damit?
Ich finde wir sind sehr familienfreundlich, haben schöne Radwege, viele Kitas im Bau auf Sport Ebene, viel Grünes usw. Oder ist es viel mehr so, dass wir hier über Wahlversprechen reden - was so undefinierbar ist, dass es nicht zu halten ist. Oder ist damit gemeint, dass gerade die Familien unterstützt werden, wo zum Beispiel die Ehefrau und Ehemann beide berufstätig sind und ihre Kinder zur Kita und zum Sport bringen. Ist da vielleicht geplant, dass solche Familien finanziell unterstützt werden, bei denen Eltern auf Teilzeit gehen für 3-5 Jahre? Und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie, Erziehung, Respekt und Nächstenliebe vernünftig im Einklang gebracht werden kann. Oder ist es vielmehr so, dass die Kinder aus den Familien, wo keiner arbeiten geht, noch weniger bezahlen müssen und zudem noch länger in eine Betreuung dürfen? Nils

Marc Herter: Mein Ziel ist es, Hamm zur familienfreundlichsten Stadt zu machen. Wenn wir als Stadt etwas für Familien ganz konkret tun können, dann ist es die Verwaltung einfacher zu gestalten. Indem wir Verwaltungsleistungen gebündelt anbieten. Es kann nicht sein, dass Familien quer durch die Stadt geschickt werden, um die unterschiedlichen Leistungen beantragen zu können. Machen wir das Leben von Familien ein Stück einfacher.

Im zentralen Familienrathaus werden alle Leistungen und Angebote gebündelt, die Menschen von der Geburt bis zum Übergang Schule-­Beruf benötigen. Von der Kindergeld­kasse bis zur Jugendhilfe. Von Bafög bis zu einer kompletten Jugendberufsagentur. Von der Elternschule bis zum Familienbüro. Von Elterngeld bis zu den Angeboten des Bildungs­ und Teilhabepakets: Im Familienrathaus befindet sich alles unter einem Dach. Der Zugang ist barrierefrei. Ein wichtiger Teil des Familienrathauses wird das Kindercafé. Hier findet Kinderbetreuung in einem großen Spielbereich statt. Damit Eltern schnell und unkompliziert ihre Behördengänge erledigen können, ohne sich Sorgen um die Betreuung ihre Kinder machen zu müssen. Zudem schaffen wir die Möglichkeit, die Räumlichkeiten zu erschwinglichen Preisen zu mieten. Zum Beispiel für Familienfeiern.

Und das Familienrathaus gibt es natürlich auch digital. So entfällt lästiges Suchen und alles lässt sich bequem und schnell von Zuhause aus erledigen. Kindertagesstätten und Familienzentren sind echte Bildungsinstitutionen und müssen auch genauso behandelt werden. Deshalb setzen wir uns für eine bessere Bezahlung und Aufwertung des ErzieherInnen-Berufes und für eine Erhöhung des Personalschlüssels ein. Wir wollen die Verkleinerung der Gruppengrößen, um die pädagogische Arbeit zu stärken und die individuelle Förderung der Kinder zu intensivieren.

Langfristig ist unser Ziel die Beitragsfreiheit für die gesamte frühkindliche Bildung. In einem ersten Schritt wollen wir die Familien in der aktuellen Krise direkt spürbar entlasten. Deshalb werden wir bis Jahresende die Kitabeiträge auf die Hälfte reduzieren. Wir sorgen dafür, dass jedes Kind einen wohnortnahen KiTa-Platz erhält. Wartelisten gehören fortan der Vergangenheit an. Der Ausbau von KiTa und der Offenen Ganztagsschule (OGS) hat bei uns höchste Priorität. Dazu kommt ein Investitionspaket für Umbauten und Modernisierungen von bestehenden KiTas zu attraktiven Bildungsorten, in denen sich Familien, Kinder und MitarbeiterInnen wohlfühlen. Tages- und Großtagespflegen werden als ergänzendes Angebot ausgebaut.

Direkt nach der Kommunalwahl werden wir eine Konferenz von Eltern, Trägern, ErzieherInnen und allen öffentlichen Stellen, die mit Kita und OGS zu tun haben, zusammenrufen, um ein „Zukunftspaket Kinderbetreuung und Förderung“ auf den Weg zu bringen. Dabei sind uns Beteiligung und transparente Entscheidungen wichtig. Nur so können wir etwas bewirken und nicht alleine vom Schreibtisch aus Entscheidungen treffen.

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Marc Herter beim Rededuell zur OB-Stichwahl in Hamm

Thema: Bildung

Sollten Sie Oberbürgermeister der Stadt Hamm werden, sind Sie zum einen Dienstherr von circa 3000 Mitarbeitern aber natürlich auch Vorbild von vielen Tausend Schülern. Wie können sie als Abiturient mit Führerschein ohne abgeschlossene Ausbildung oder Studium der Jugend vermitteln, dass eine Ausbildung oder eben ein abgeschlossenes Studium der Grundstein für die Zukunft eines jeden ist? Jörg

Marc Herter: Nach dem Besuch der Dietrich-Bonhoeffer-Grundschule in Westtünnen, dem Abitur am Beisenkamp-Gymnasium im Jahr 1993 sowie der Ableistung des Zivildienstes habe ich Rechtswissenschaften an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster studiert. Mein Studium habe ich mehrfach unterbrochen, um beruflich u.a. für eine Wirtschaftsberatung und eine Kommunikationsagentur tätig zu sein. Nach Bestehen des universitären Teils war ich bei einem internationalen Chemieunternehmen im nördlichen Ruhrgebiet angestellt, um mich dort um die Flächenentwicklung und -vermarktung zu kümmern. In der Tat habe ich nach dem Bestehen des universitären Teiles meines Studiums keine Staatsprüfung vor dem Justizprüfungsamt abgelegt. Grund hierfür war meine inzwischen aufgenommene Berufstätigkeit. Eine Berufstätigkeit während des Studiums oder aus dem Studium heraus ist heute auch bei vielen Studierenden die Regel. Insoweit ist meine Erwerbsbiografie daher nichts außergewöhnliches.

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Thema: Familie

Ich arbeite als Tagesmutter in einer Großtagespflegestelle. Was möchten der baldige OB für uns als Tagesmütter machen. Wir sind mit dem neuen Kibitz dem Kindergarten gleichgestellt. Allerdings gibt es da noch Handlungsbedarf. Wir würden uns freuen, wenn sich jemand mit uns an einen Runden Tisch setzen würde. Anne-Kathrin

Marc Herter: Wir sorgen dafür, dass jedes Kind einen wohnortnahen KiTa-Platz erhält. Wartelisten gehören fortan der Vergangenheit an. Der Ausbau von KiTa und der Offenen Ganztagsschule (OGS) hat bei uns höchste Priorität. Dazu kommt ein Investitionspaket für Umbauten und Modernisierungen von bestehenden KiTas zu attraktiven Bildungsorten, in denen sich Familien, Kinder und MitarbeiterInnen wohlfühlen. Tages- und Großtagespflegen werden als ergänzendes Angebot ausgebaut.

Direkt nach der Kommunalwahl werde ich eine Konferenz von Eltern, Trägern, ErzieherInnen und allen öffentlichen Stellen, die mit Kita und OGS zu tun haben, zusammenrufen, um ein „Zukunftspaket Kinderbetreuung und Förderung“ auf den Weg zu bringen. Dabei sind uns Beteiligung und transparente Entscheidungen wichtig. Nur so können wir etwas bewirken und nicht alleine vom Schreibtisch aus Entscheidungen treffen. Dazu gehören auch Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bereich der Tagespflege. Im gemeinsamen Dialog aller Beteiligten werden wir gute Betreuung (weiter-)entwickeln.

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Er kommt sehr frisch und überzeugend rüber. Für mich bleibt aber an der einen Stelle tatsächlich die Frage, wer finanziert das. Am Beispiel der Kindergartenbeiträge wünsche ich mir eine (plausible) Erklärung, wer die zweite Hälfte zahlt! Sabine

Marc Herter: Die Halbierung der Kitabeiträge bis Ende des Jahres wird aus dem städtischen Haushalt finanziert. Das langfristige Ziel ist die Beitragsfreiheit für die gesamte kindliche Bildung. Das schafft vielen Familien mehr Raum zum Atmen.

Der städtische Haushalt ist in der Lage das zu stemmen. Ich verspreche nur, was ich nach der Wahl auch halten kann. Über viele Jahre habe ich die Haushalts- und Finanzpolitik in der SPD-Ratsfraktion verantwortet. Auch im Landtag waren die Kommunalfinanzen einer meiner Schwerpunkte. Aus meiner Erfahrung und dem was ich an Zahlen kenne, kann ich hier klar und ungeschminkt sagen: Die finanzielle Lage der Stadt Hamm in der Corona-Krise ist sehr ernst, aber sie ist keineswegs hoffnungslos. Aus einer Krise spart man sich nicht heraus. Im Gegenteil: Wir müssen dafür sorgen, dass die Investitionen und dass der Konsum wieder in Gang kommt. Ich halte ein zusätzliches Volumen an Zukunftsinvestitionen von 150 Mio. € in den nächsten fünf Jahren für ehrgeizig aber erreichbar, wenn wir eine überzeugende Strategie und tragfähige Projekte vorzuweisen haben und auch selbst bereit sind, Geld in die Hand zu nehmen.

Um das zu finanzieren, bündeln wir die Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz und die unterschiedlichen Programme des Konjunktur- und Zukunftspaktes sowie die laufenden Förderprogramme von Bund und Land beispielsweise für den Wohnungs- und Städtebau, den Breitbandausbau sowie die Verkehrsinfrastruktur und ergänzen sie durch Eigeninvestitionen der Stadt Hamm und ihrer Töchter.

Thema: Integration

Ich bin ein ehemaliger britischer Soldat, der seit über 30 Jahren in Hamm lebt. Das Problem, das ich in Hamm beheben möchte, liegt in der Umgebung des Bahnhofs. Ich bin ein schwarzer Mann und hatte hier in Hamm außerordentlich wenig Probleme. Ich fühle mich integriert hier in Hamm. Seit der Zunahme der ausländischen Bevölkerung im Bahnhofsbereich haben sich die Dinge für mich dramatisch verändert. Wenn ich im Bahnhofsbereich bin, bemerke ich, dass die deutsche Bevölkerung sehr vorsichtig mit mir ist. Dies liegt offensichtlich daran, dass viele Schwarzafrikaner in der Region Drogen verkaufen. Ich wurde auch gefragt, ob ich irgendwelche Drogen zu verkaufen habe, und ich habe immer das Gefühl, dass die Polizei auf der Station mich sehr bewusst anschaut, dies ist kein wirklich schönes Gefühl. Das ist völlig inakzeptabel.
Ich möchte, dass Sie den OB Hunsteger-Petermann und Marc Herter fragen, was sie gegen diese offensichtlichen Probleme unternehmen wollen? Rowan

Marc Herter: Vielen Dank für Ihre sehr persönliche Nachricht. Grundsätzlich gilt für mich, dass niemand aufgrund seiner Herkunft einer grundlosen Verdächtigung ausgesetzt werden darf. Lassen Sie uns dieses Thema gerne in einem persönlichen Gespräch vertiefen – Sie erreichen mich per Mail unter marc.herter@hammspd.de.

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Wie will Marc Herter mit der Flüchtlingspolitik weitergehen? Nico

Mir ist zu Ohren gekommen, dass Herter mehr Flüchtlinge aufnehmen möchte als Herr HP! Stimmt das? Thomas

Mich würde interessieren, wie beide Kandidaten zum Thema Flüchtlinge und zu den Vorfällen auf Moria stehen. Bislang vermisse ich speziell von Herrn Herter hierzu eine klare Positionierung. Hannah

Marc Herter: Um es kurz zu machen: ich setze mich dafür ein, dass das Land NRW kurzfristig eine entsprechende Aufnahmeanordnung ausspricht. Hamm als sicherer Hafen wird Menschen mit aufnehmen.

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Auch bei diversen Wahlkampagnen haben Sie gesagt, dass es das Wort Integration in der Verwaltung nicht geben wird und deuteten an, dass Sie hier die Arbeit zurückfahren wollen. Ich denke auch, dass viele z.B. Türken schon in der 3-4 Generation leben und sehr gut angekommen sind. Aber machen wir nicht denselben Fehler wie in den 70 oder 80 Jahren, wenn Sie diese Menschen einfach machen lassen? Was gedenken Sie insbesondere zu tun bei den Südosteuropäischen Personen, wenn Sie die Integration als erledigt ansehen? Was ist ihr Masterprogramm? Anonym

Marc Herter: Die Aussage ist nicht korrekt. Wir müssen Integration nicht länger als Sonder-, sondern Querschnittsthema begreifen: Von Bildung über Arbeit und Wirtschaft bis hin zu Kultur. Dadurch erhält die Integration einen höheren Stellenwert.

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Thema: Wirtschaft

Seit Gründung der HSHL gibt es in Hamm eine wachsende Zahl von Startups. Die allermeisten wandern aber recht schnell nach in andere Städte ab, weil dort bessere Förderungen existieren. Beispielsweise kostenlose Büroflächen, oder kostenlose Rechts- bzw. Patentberatung. Was wollen Sie konkret tun, um die Startup Kultur in Hamm zu fördern und Startups in der Stadt zu halten? Max

Marc Herter: Mit dem Fraunhofer Anwendungszentrum und dem sich im Bau befindlichen Innovationszentrum an der Hochschule Hamm-Lippstadt haben wir starke Zukunftsmotoren für die Nutzung der Chancen der Digitalisierung auf den Weg gebracht. Wir stellen damit eine starke Verknüpfung zwischen Hochschulen und örtlicher Wirtschaft her und sorgen dafür, dass der Technologietransfer klappt. So entstehen neue Chancen für kleine und mittelständische Betriebe, für das Handwerk und für den Handel. Wir werden Industriepartner identifizieren und ExistenzgründerInnen einen guten Start ermöglichen.

Seit Jahren ist das HAMTEC an der Münsterstraße ausgebucht. Neue Gründerinnen und Gründer brauchen in Hamm einen neuen modernen und geförderten Raum, um mit ihren Geschäftsideen an den Start zu gehen. Mit dem HAMTEC 2.0 gibt es im Hamm von Morgen ein neues Gründerzentrum mit einem offenen Technologielabor (FabLab), Digitalwerkstatt und StartUp-Förderung. Mit der Ansiedlung in der Innenstadt sorgen wir gleichzeitig für neue Belebung und neue Arbeitsplätze im Zentrum. Und: Wir bringen das HAMTEC-Prinzip in den Einzelhandel – in den HAMTEC-Concept Stores im Erdgeschoss können sich GründerInnen mit neuen Geschäftsideen in einem geförderten Ladenlokal ausprobieren, bevor Sie mit Erfahrung in einem eigenen Ladenlokal durchstarten können. So sorgen wir endlich für ein aktives Leerstandsmanagement.

Thema: Mobilität

Wie stehen die beiden zu den diskutierten Einschränkungen für Motorräder? Ingo

Marc Herter: Lassen Sie uns zu diesem Thema gern in den persönlichen Austausch gehen – Sie erreichen mich per Mail an marc.herter@hammspd.de

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Haben Sie Pläne/Ideen/gedankliche Ansätze um die Dauer von Straßenbauarbeiten zukünftig abzukürzen? Hans-Jürgen

Marc Herter: Indem wir den Schwerlast- und Logistikverkehr bspw. mit dem Bau der B63n und der A445 aus Wohnbereichen und den Bezirken heraushalten, wird die Last auf den Straßen und damit der Reparaturbedarf sinken. Was die Dauer der Straßenausbauarbeiten betrifft, so wird es künftig darum gehen, ein intelligentes Baustellenmanagement zu entwickeln.

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Anwohner haben es sehr schwer gezielte freie Parkplätze zu finden in der Innenstadt. Beispiel Brüderstraße. Warum könnte nicht der Parkplatz vor dem Altenheim und generell alle Parkplätze ebenfalls für Anwohner freigegeben werden? Die meisten sind nur mit Ticket verbunden. Die meisten Anwohner bekommen Knöllchen, weil es einfach nichts Freies gibt und nicht jeder kann sich eine Tiefgarage leisten die monatlich 50 Euro kostet (zum Vergleich Anwohner Schein 50 Euro für zwei Jahre). Bei zu viele Knöllchen gibt es irgendwann Punkte in Flensburg. Das ist wirklich ein Problem. Anonym

Marc Herter: Diesem sehr konkreten Fall widme ich mich gerne. Bitte nehmen Sie Kontakt per Mail marc.herter@hammspd.de auf.

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Welche Vorschläge haben Sie, um den innerstädtischen ÖPNV zu beschleunigen? Manche Verbindungen sind sehr zeitaufwändig und umständlich. Wird es eine Verzahnung mit dem Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Heessen und Bockum-Hövel geben? Wiescherhöfen ist beispielsweise ziemlich angebunden - nur eine Buslinie mit astronomischen Fahrzeiten - obwohl ein Haltepunkt mitten im Ort liegen könnte. Der alte ist noch erkennbar. Rhynern und Westtünnen möchten seit Jahren eine Anbindung an den SPNV. Anonym

Marc Herter: Die Mobilität von Morgen muss leiser, platzsparender, gesünder und vor allem klimafreundlicher sein. Derzeit liegt der Anteil aller Fahrten in Hamm mit dem Auto bei 54 Prozent. Ein Grund dafür ist sicherlich, dass die Wege in unserer 226 Quadratkilometer großen Stadt weit sind. Doch weite Wege können auch mit dem Rad oder dem ÖPNV zurückgelegt werden. Es kann jedoch nur gelingen, wenn ein qualitativ hochwertiges und sicheres Radwegenetz besteht und der Umstieg auf Bus und Bahn ohne große Zeiteinbußen und finanzielle Nachteile erfolgt. Genau da liegt die derzeitige Herausforderung in Hamm, genau hier müssen wir den Aufbruch zur Mobilitätswende starten.

Eine Verkehrswende bedeutet nicht, den Autoverkehr zu verdammen. Vielmehr wollen wir den Umstieg auf Rad, Bus und Bahn attraktiv machen. Insbesondere die Bahnstrecken in Hamm laden dazu ein, auch mehr innerstädtische Verbindungen auf der Schiene zu schaffen. Dies wird gleichzeitig zu weniger Autoverkehr auf den Straßen führen, zu mehr freiem Parkraum, zu weniger Lärm und sauberer Luft.

Der Busverkehr in Hamm ist einer der großen Bausteine, ohne den keine Verkehrswende in Hamm vollzogen werden kann. Mit dem neuen Nahverkehrsplan haben wir dank der Beteiligung vieler Bürgerinnen und Bürgern einen Grundstein gelegt, wie Busfahren in Hamm eine echte Alternative zum PKW werden kann. Mit der Ringbuslinie, vier neuen Durchmesserlinien, die quer durch die Innenstadt die Bezirke miteinander verbinden, einer neuen Taktung der Busse, und der Anbindung von Neubau- sowie Gewerbegebieten ist ein wichtiger Anfang gemacht. Den Bustakt wollen wir weiter erhöhen, die Linien und die Zeiten der Nachtbusse ausweiten.

Wir werden den Busverkehr für alle unter 18 kostenlos machen. Für alle anderen führen wir ein einheitliches 365-Euro-Ticket ein. Den Fuhrpark der Stadtwerke Hamm bauen wir klimafreundlich um. E-Busse und wasserstoffbetriebene Busse sollen in den nächsten fünf Jahren in ganz Hamm fahren. Den Erwerb neuer Busse mit herkömmlichem Antrieb wird es mit uns nicht mehr geben.

Durch neue Busspuren und Vorrangschaltungen legen wir den Turbo im Busverkehr ein. Das Westentor wird als zentrale Umsteigehaltestelle umgebaut und erhält ein neues modernes Gesicht.

Bahnhaltepunkte & Mobilstationen

Marc Herter: Mit der Mobilstation am Hauptbahnhof haben wir einen wichtigen ersten Schritt gemacht, um die Kombination der Nutzung verschiedener Verkehrsmittel aufzuwerten. Auch der Bau des Bahnhofs Westtünnen im nächsten Jahr führt zu kürzeren Wegen aus den Bezirken zum überregionalen ÖPNV. Jetzt gilt es, auch den Westen der Stadt anzuschließen. Wir setzen uns für einen neuen Bahnhaltepunkt in der Selmigerheide ein.

An allen wichtigen Verkehrsknotenpunkten in den Bezirken werden wir jeweils eine Mobilstation einrichten, damit der Umstieg von Bus und Bahn aufs Fahrrad oder Leihrad, zum Car-Sharing Angebot oder zum Parkplatz mit Ladestation überall möglich ist.

Thema: Energie

In Rhynern ist der Bau von vier Windenergieanlagen geplant. Der amtierende OB Thomas Hunsteger-Petermann hat 2012 gesagt, entweder im Einvernehmen aller oder gar nicht. 2017 hat Herr Hunsteger-Petermann zu seinem Wort gestanden und die derzeitige Flächennutzplanänderung wurde nicht weiter verfolgt. Wie wird das in Zukunft sein? Ralf

Marc Herter: Der Klimawandel stellt die gesamte Welt und damit auch unsere Stadt vor große Herausforderungen. Aber wie jeder Einzelne bei sich zu Hause, kann gerade eine Stadt wie Hamm einen großen Teil zum Klimaschutz beitragen. Wir werden dafür sorgen, dass Hamm bis spätestens 2035 klimaneutral wird. Alle politischen Maßnahmen stellen wir unter den Vorbehalt eines Beitrags zu einer klimaneutralen Entwicklung, die sozialverträglich und bezahlbar bleibt.

  • Ausbau erneuerbarer Energien mit neuen Windkraftanlagen und dem Ausbau von Solarflächen auf städtischen Dächern und auf Freiflächen
  • Klimafreundliche Stadtquartiere mit viel Grün und ohne Steingärten
  • Umsetzung von energieeffizienten und ökologischen Lösungen der Wärmeversorgung durch Fern- und Nahwärmenetze
  • eine Mobilitätswende auf Hammer Stadtgebiet
  • mehr Grün, mehr Blühstreifen, mehr Wälder, mehr Moore
  • ökologische Standards bei allen Neubauten auf Hammer Stadtgebiet und bei der Sanierung
  • die Umsetzung des ErLebensraum Lippeaue und weiterer Renaturierungsmaßnahmen entlang unserer Gewässer

Für weitere Rückfragen melden Sie sich gerne unter marc.herter@hammspd.de.

Thema: Lebensqualität

Wie begegnen Sie Menschen und Institutionen, die ihren Müll einfach in die Gegend werfen? Gerade im Umfeld von Supermärkten und namhaften Schnellrestaurants finden sich Verpackungsmaterialien und anderer Abfall in größerem Ausmaß wieder. Teilweise findet man ganze Wagenladungen von Renovierungsabfällen. Die darf dann der Eigentümer der Flächen teuer entsorgen. Martin

Wie sehen Sie die Situation im Innenstadtbereich hinsichtlich der obdachlosen und alkohol-/drogenkranken Menschen?Sehen Sie hier Handlungsbedarf? Wenn ja, wie sieht dieser konkret aus? Wenn nein, warum nicht? Diana

Marc Herter: Die Sicherheit in den einzelnen Bezirken – und ganz besonders in der Innenstadt – ist mir ein wichtiges Anliegen. Wir setzen uns dafür ein, dass durch mehr Personal bei der Polizei insbesondere die Bezirksstellen vor Ort gestärkt werden. Das Ordnungsamt werden wir personell und organisatorisch stärken und dezentral aufstellen. Hierzu werden sieben Bezirksteams gebildet, die jeweils für einen Stadtbezirk zuständig sind und so für Ordnung im öffentlichen Bereich und im Straßenverkehr direkt vor Ort sorgen. Eine enge Verzahnung mit Stadtteilzentren, Schulen und Streetworkern ist für uns dabei selbstverständlich.

Quartiere, öffentliche Plätze und Straßenzüge sollen durch Sauberkeit, viel Grün und schöne Orte besonders lebenswert werden. Es kommt vor allem darauf an, einmal in Ordnung gebrachtes dauerhaft zu pflegen. Städtische Teams für die Grünpflege werden wir in den Bezirken ansiedeln und so dafür sorgen, dass die Parks, Spielplätze und Grünanlagen schön bleiben und Fuß- und Radwege freigeschnitten sind.

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Die Kriminalität ist in Hamm gestiegen. Wie wollen Sie Hamm sicherer machen ? Anonym

Marc Herter: Die Kriminalität in Hamm ist nicht angestiegen, im Gegenteil. In den letzten zehn Jahren sind die bei der Polizei registrierten Fälle um 14 Prozent gesunken, gleichzeitig ist die Aufklärungsquote um acht Prozentpunkte gestiegen. Wir sind also auf einem guten Weg, können und wollen aber noch mehr tun. (Siehe vorherige Frage)

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Seit fast 3 Jahren leben wir neben einem Grundstück welches immer mehr verwahrlost (sieht aus wie eine Mülldeponie). Mittlerweile, Dank der Hilfe eines Rechtsbeistandes, sieht es aus wie eine aufgeräumte Mülldeponie. Doch wuchern Hecke, Disteln, Unkraut immer weiter, auch auf öffentlichen Flächen. Vonseiten des Ordnungsamtes und auch der Stadt haben wir nicht wirklich Unterstützung erhalten. Abwartender Kontakt zur Presse besteht. Herr Herter, Herr Hunsteger-Petermann, wie würden Sie agieren, wenn wir uns noch einmal an das Büro des Oberbürgermeisters wenden würden? Dies haben wir bereits 2019 und 2020 getan. Wir möchten zufrieden in Hamm leben und nicht das Gefühl haben, dass nur an die Mitbürger gedacht wird, wenn Kommunalwahlen beziehungsweise Stichwahlen anstehen. Edmund und Beate

Marc Herter: Um Ihre Frage direkt zu beantworten: Als Oberbürgermeister bleibe ich weiterhin ansprechbar. Alle Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern werden mit größter Ernsthaftigkeit im OB-Büro bearbeitet. Was die Ordnung und Sicherheit im öffentlichen Raum angeht, haben wir ein klares Programm. (Siehe Oben)

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Mich würde mal interessieren, das wenn Marc Herter gewinnt, was er im Punkte Barrierefreiheit in der Stadt tun möchte? Sabrina

Marc Herter: Barrierefreiheit ist ein Thema, das nicht alleine für sich betrachtet werden darf, sondern bei allen Projekten mitgedacht werden muss als Querschnittsthema. Im neuen Familienrathaus, wo alle Leistungen und Angebote gebündelt werden, die Menschen von der Geburt bis zum Übergang Schule-Beruf benötigen, wird der Zugang barrierefrei gestaltet. Im CreativRevier Heinricht Robert sind barrierefreie Wohn- und Pflegeangebote für SeniorInnen geplant. Und wir wollen in allen Stadtbezirken bezahlbaren Wohnraum schaffen, bei dem von vornherein Barrierefreiheit und Klimaschutz mitgedacht werden.

Thema: Stadtverwaltung

Werden Sie auch Beschäftigte bei der Stadt den Arbeitsvertrag nicht verlängern, weil der Mitarbeiter über 55 Jahre alt ist und - wie Herr Hunsteger-Petermann sagte - die Behörden veralteten? Anonym

Marc Herter: Wir setzen auf Teilhabe und die Ideen der Menschen in unserer Stadt. Wir setzen auf die Kreativität und Motivation der MitarbeiterInnen in der städtischen Verwaltung und den städtischen Töchtern. Eine Stadt kann nicht per Dekret aus dem OB-Büro gestaltet werden, sie wird gestaltet von den Menschen, die hier leben und arbeiten.

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Wie möchten Sie das Ordnungsamt aufstocken und wie wollen Sie das lösen, wenn es der Haushalt der Stadt nicht zulässt? Anonym

Marc Herter: Das Ordnungsamt werden wir personell und organisatorisch stärken und dezentral aufstellen. Hierzu werden sieben Bezirksteams gebildet, die jeweils für einen Stadtbezirk zuständig sind und so für Ordnung im öffentlichen Bereich und im Straßenverkehr direkt vor Ort sorgen. Eine enge Verzahnung mit Stadtteilzentren, Schulen und Streetworkern ist für uns dabei selbstverständlich.

Nach dem Ergebnis der Kommunalwahl sind einige Koalitionen möglich. In allen Konstellationen, außer der großen Koalition, sind die Grünen vertreten. Die Grünen sagten, dass die kleineren Parteien die Mehrheit im Rat entscheiden werden. OB-Kandidatin Arnela Sarcic gab keine Wahlempfehlung ab, sondern deutete an , egal wer die OB Stichwahl gewinnt, mit dem könne sie sich vorstellen zu koalieren. Meine Frage richtet sich an beide Kandidaten. Was halten Sie von der Aussage der Grünen hinsichtlich mit dem neuen Oberbürgermeister zu koalieren und sich nicht klar und deutlich für einen OB-Kandidaten und einer möglichen Koalition zu entscheiden?

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Wie glaubwürdig halten Sie die Grünen bei eventuellen Koalitionsverhandlungen nach einer 180° Wendung je nach Ausgang der Stichwahl oder würden Sie deshalb eine große Koalition bevorzugen? Thomas

Marc Herter: In den kommenden Tagen werden meine Partei und ich mit allen demokratischen Parteien, die im Stadtrat vertreten sind, Sondierungsgespräche führen. Die entscheidende Frage bei allen Gesprächen wird sein, mit wem der Aufbruch am besten und glaubwürdigsten umsetzbar ist.

Sonstiges

Sind Sie, Herr Herter Fußballfan und wenn ja können Sie die Abseitsregel erklären? Carsten

Marc Herter: Ich bin Fußballfan, genauer gesagt BVB-Fan. Und ja: Die Abseitsregel kann ich erklären.

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Was passiert mit der Sportförderung/dem Sport? Anonym

Marc Herter: Der organisierte Vereinssport ist in unserer Stadt ein starkes Rückgrat unseres Zusammenlebens. Wir haben in allen sieben Stadtbezirken starke Vereine, die sich durch das Engagement der vielen Ehrenamtlichen, ein großes Breitensportangebot und sportliche Höchstleistungen auszeichnen. Ehrenamtliches Engagement ist in Zeiten wie diesen nicht mehr selbstverständlich. Umso wichtiger ist es, dass unsere Vereinslandschaft verlässliche Strukturen auf Seiten der Stadt hat sowie Politik und Verwaltung mit Rat und Tat zur Seite stehen.

In den vergangenen Jahren war es mir als Landtagsabgeordneter für unsere Stadt ein besonders Anliegen, mit Ihnen die Probleme des Vereinsalltags im Dialog zu lösen und die Zukunft auch bei großen Projekten zu gestalten. Diesen Weg möchte ich auch als Oberbürgermeister für Hamm fortsetzen und gemeinsam mit Ihnen den Sport in unserer Stadt fit für die Zukunft machen.

Mit dem Ehrenpräsidenten des Stadtsportbundes Hamm, Fritz Corzilius, bin ich mir sehr einig darin, dass die Sportförderung sowie der Ausbau und die Modernisierung der Sportstätteninfrastruktur ganz wesentliche Grundlagen für die Arbeit unserer Sportvereine sind, die es zu erhalten und zu stärken gilt. Ich sage Ihnen heute zu: Die Förderung des Vereinssports und die Investitionen in Sportstättenbau und -sanierung bleiben Kernbestandteil städtischer Politik und werden weiterhin verlässlich finanziert.

Darüber hinaus werde ich als Oberbürgermeister die Unterstützungsangebote für Vereine in Hamm ausbauen. Die Herausforderung besteht nicht nur darin, uns gut durch die Corona-Krise zu bringen, sondern auch, uns aus der Corona-Krise herauszubringen. Mit einer städtischen Task-Force „Corona-Folgen gemeinsam anpacken“ erhalten Vereine direkte Ansprechpartner, die etwa bei der Formulierung von Förderanträge behilflich sind. Ferner wird in jedem Stadtbezirk ein städtischer Vereinsguide direkt im Bürgeramt angesiedelt, der Ihr Ansprechpartner für Genehmigungen, Nutzung von städtischen Räumlichkeiten und bei Problemen sein wird. Gleichzeitig sollen Formulare und Genehmigungsverfahren für Vereine vereinfacht werden

Ich werde mich als Ihr Oberbürgermeister dafür einsetzen, dass von Seiten der Stadt für die Vereine bestmögliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Wir dürfen Ehrenamt nicht überlasten. Ich werde mich auch dafür einsetzen, im Sinne des Sports weiterhin überparteilich zusammenzuarbeiten und die gute Kultur des Miteinanders im Sport unserer Stadt weiter zu fördern.

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Ich würde gerne wissen, inwieweit die gestellten „Wahlversprechen“ auf die Umsetzbarkeit (z.B. finanziell/rechtlich) geprüft wurden? Michael

Marc Herter: Sie haben völlig Recht, dass die Maßnahmen Geld kosten werden. Aber städtische Haushalt ist in der Lage das zu stemmen. Ich verspreche nur, was ich nach der Wahl auch halten kann. Über viele Jahre habe ich die Haushalts- und Finanzpolitik in der SPD-Ratsfraktion verantwortet. Auch im Landtag waren die Kommunalfinanzen einer meiner Schwerpunkte.

Aus meiner Erfahrung und dem was ich an Zahlen kenne, kann ich hier klar und ungeschminkt sagen: Die finanzielle Lage der Stadt Hamm in der Corona-Krise ist sehr ernst, aber sie ist keineswegs hoffnungslos. Aus einer Krise spart man sich nicht heraus. Im Gegenteil: Wir müssen dafür sorgen, dass die Investitionen und dass der Konsum wieder in Gang kommt. Ich halte ein zusätzliches Volumen an Zukunftsinvestitionen von 150 Mio. € in den nächsten fünf Jahren für ehrgeizig aber erreichbar, wenn wir eine überzeugende Strategie und tragfähige Projekte vorzuweisen haben und auch selbst bereit sind, Geld in die Hand zu nehmen.

Um das zu finanzieren, bündeln wir die Mittel aus dem Strukturstärkungsgesetz und die unterschiedlichen Programme des Konjunktur- und Zukunftspaktes sowie die laufenden Förderprogramme von Bund und Land beispielsweise für den Wohnungs- und Städtebau, den Breitbandausbau sowie die Verkehrsinfrastruktur und ergänzen sie durch Eigeninvestitionen der Stadt Hamm und ihrer Töchter.

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Was gedenken Sie für die Senioren zu tun? In beiden Wahlprogrammen kommt mir diese Bevölkerungsgruppe zu kurz. Es wird nur allgemein von Familie gesprochen. Aber dort, hauptsächlich von den Kindern. Was zweifellos wichtig ist, aber ich würde mir wünschen, dass die älteren nicht vergessen werden. Benno

Marc Herter: Wir werden uns ins Zeug legen für schöne und sichere Quartiere. Viele Menschen möchten gerne in dem Quartier, in dem sie aufgewachsen oder lang beheimatet sind, bleiben. Sei es die junge Familie, die ein kleines Eigenheim beziehen möchte oder SeniorInnen, die bezahlbare und barrierefreie Wohnung suchen. Durch die Schaffung einer 35-Prozent-Quote für geförderten Wohnraum haben wir 2018 einen wichtigen Schritt für neuen bezahlbaren Wohnraum gemacht. Doch das ist uns noch nicht genug. Wir wollen bezahlbaren Wohnraum in allen Stadtbezirken. Um die Bezirke sicherer und lebenswerter zu machen, wollen wir:

Orte der Begegnung im Quartier sichern und weitere schaffen. Egal ob im Gemeindehaus oder in der SeniorInnen-Begegnungsstädte, auf einem schön gestalteten Platz oder auf der Bank auf dem Spielplatz, ob im Kolpingkeller oder im Bürgerhaus – das sind genau diese Orte, die das Miteinander im Quartier erst möglich machen. Mit eigenen jährlichen Bezirksbudgets im städtischen Haushalt und intensiven Bürgerbeteiligungen bevor im Umfeld etwas gebaut wird, in Form von Versammlungen wie auch online über die HammApp, sorgen wir dafür, dass die BürgerInnen die Entwicklung vor Ort mitentscheiden.

Einkaufen, Arztpraxen, Apotheken und Post muss es im Quartier weiterhin geben, deswegen setzen wir uns für die gewachsenen Ortszentren ein und werden mobile Angebote fördern.

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Wie sieht die zukünftige Unterstützung der Direktvermarktung in Hamm aus? Zum Beispiel die Verbindung durch Radwege und eine Radroute? Anonym

Marc Herter: Wir wollen, dass Radfahren in Hamm die bessere Alternative für den Weg zur Arbeit, für den Schulweg und in der Freizeit ist. Denn der Trend hin zum Rad ist nicht erst seit dem Boom der E-Bikes zu bemerken. Dafür müssen wir in Hamm aber deutlich besser werden, was den Zustand der Radwege, die Erreichbarkeit der Stadtbezirke und die Sicherheit angeht. Unser mittelfristiges Ziel ist ein kreuzungsfreier Radweg in die Innenstadt – aus jedem Bezirk aus. Der Radschnellweg Ruhr erhält mit uns endlich Priorität. Wir schließen ihn an der Kanalkante und im ErLebensraum Lippeaue an die Hauptradwegeachsen in Hamm an.

Mit uns wird es:

  • mehr geschützte Fahrradstreifen (Protected Bike Lanes)
  • mehr farbliche Markierung und Fahrradwege
  • mehr Fahrradstraßen
  • kreuzungsfreie, neue, breite, beleuchtete Radwege
  • ein durchgängiges Radwegesanierungsprogramm
  • einen Umbau der viel zu engen Umlaufsperren an Radwegen
  • eine grüne Welle für den Fahrradverkehr geben.

Werden Sie noch mal mit der Franziskus Stiftung sprechen bezüglich des Krankenhauses in Bockum-Hövel? Und wenn ja, wie wollen Sie die Stiftung überzeugen, dass das Krankenhaus erhalten bleiben muss? Torsten

Marc Herter: Wir halten die Schließung des St. Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel für falsch. Der größte Hammer Stadtbezirk braucht weiterhin ein angemessenes medizinisches Angebot vor Ort. Den Gesundheitsstandort sichern wir, indem wir auf eine weitere Festschreibung an dieser Stelle in der Bauleitplanung bestehen. Und wir werden die Weichen dafür stellen, dass an diesem Standort das erste Hammer medizinische Versorgungszentrum entstehen kann. Mit der Ergänzung um ein Hilfskrankenhaus wird dieses im Falle von Epidemien und Infektionsgeschehen als überregionale zivile Bevölkerungsschutzeinrichtung dienen.

Schritt für Schritt werden wir ein Netz von Hammer Medizinischen Versorgungszentren (HMVZ) in städtischer Trägerschaft und in Kooperation mit den Krankenhäusern aufbauen. Wir bündeln hausärztliche, fachärztliche und therapeutische Angebote unter einem Dach. Unser Ziel ist es, in jedem Stadtbezirk mit einem HMVZ vertreten zu sein. So sichern wir wohnortnahe Gesundheitsversorgung und wirken dem Ärztemangel frühzeitig entgegen. Die Ärztinnen und Ärzte sind Angestellte des HMVZ und haben dadurch sicherere, aber auch flexiblere Arbeitsbedingungen als in selbstgeführten Praxen. So erhalten auch Medizinerinnen und Mediziner die Möglichkeiten von Teilzeit, Elternzeit und Sicherheit bei krankheitsbedingten Ausfällen. Der Aufbau der Versorgungszentren in den Bezirken erfolgt nach den Bedarfen und Versorgungslücken vor Ort und ergänzen das Angebot der niedergelassenen ÄrztInnen.

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Wie sieht die - gerade von der CDU versprochene - Stärkung des Ehrenamtes aus? Dürfen dann 200 Menschen zum Ehrenamtsfest kommen, statt nur 150, oder gibt es statt warmer Worte auf teurem Papier auch mal eine andere Form der Anerkennung und man nimmt sich endlich mal ein Vorbild an anderen Städten und Gemeinden und führt eine Ehrenamtskarte ein? Svenja

Marc Herter: Den vielen Ehrenamtlichen gebührt unser Respekt und Dank. Das reicht uns aber nicht aus. Neben der Weiterführung des jährlichen Ehrenamtsfests, werden wir die Ehrenamtskarte einführen – um nicht nur einmal im Jahr Danke zu sagen. Ebenfalls werden wir die Vereine stärken. In Vereinen und Verbänden engagieren sich Menschen vor Ort für ihre Interessen und immer auch für ihre Mitmenschen. Und wir wollen uns für sie engagieren. Deshalb werden wir in jedem Stadtbezirk einen städtischen Vereinsguide direkt im Bürgeramt ansiedeln, der koordiniert, bei Förderprogrammen unterstützt und direkter Ansprechpartner für Genehmigungen, Nutzung von städtischen Räumlichkeiten und bei Problemen sein wird. Gleichzeitig sollen Formulare und Genehmigungsverfahren für Vereine vereinfacht werden.

Von Thomas Hunsteger-Petermann haben wir bisher noch keine Antworten bekommen. Sobald sie da sind, reichen wir sie nach.

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