Ausstellung zum Thema Müll in der Galerie des Hammer Künstlerbundes

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Fotograf Micha Ende (links), FUgE-Projektleiter Guilherme Miranda und hkb-Vorsitzende Heide Drever verbinden in der Ausstellung Kunst und entwicklungspolitische Themen.

Hamm -  „Planet Gericinó: Vom Müll leben“ heißt die Foto- und Mitmachausstellung, die das Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (FUgE) im Kooperation mit dem Hammer Künstlerbund (hkb) am morgigen Samstag, 5. Mai, in der hkb-Galerie am Alten Grenzweg 2 eröffnet.

Die Ausstellung verbindet gleich dreierlei: Sie zeigt Fotokunst, liefert entwicklungspolitischen Diskussionsstoff und lenkt den Blick auf Menschen am untersten Ende der Gesellschaft. Die großformatigen Arbeiten des Bielefelder Fotografen Micha Ende, der über 30 Jahre seines Lebens in Brasilien verbracht hat, zeigen Müllsammler aus dem Viertel Gericinó in Rio de Janeiro bei ihrer Arbeit. 

Sieben Monate hat er mit ihnen verbracht und sich ihnen angenähert. Während die einen noch von „Müllpflückern“ sprechen, bezeichnen die anderen sie als „Recycling-Spezialisten“: Sie arbeiten die Müllhalden ab, suchen nach Verwertbarem in den Hinterlassenschaften der Wegwerfgesellschaft und bestreiten damit ihren Lebensunterhalt. 

Die Folgen der Verschwendung

Endes Bilder sind beeindruckend, ironisch und traurig zugleich. Als bewegte Bilder sind in der Ausstellung Ausschnitte aus dem Film „Waste Land“ zu sehen. Die britische Filmemacherin Lucy Walker hat auf einer Müllhalde in Rio de Janeiro ein Kunstprojekt mit Müllsammlern dokumentarisch begleitet. 

Aber es bleibt nicht beim Blick nach Brasilien: Die Ausstellung verdeutlicht umgekehrt die Auswirkungen der deutschen Wegwerfgesellschaft auf das südamerikanische Land. Brasilien ist für Deutschland der größte Lieferant von Zellstoff zur Papierherstellung. Im Land selbst führt das zu Monokulturen und der Zerstörung natürlicher Lebensräume. 

Müll wird zum Kunst-Stoff

Modelle zeigen in der Ausstellung eindrucksvoll, welche Folgen die Konsumgesellschaft mit sich bringt. Und sie zeigen auch die Banalisierung von Wertstoffen, zum Beispiel in der Ökobilanz von Aluminium-Kaffeekapseln. Schülergruppen der 5. bis 10. Jahrgangsstufen können sich in einem Workshop über drei Unterrichtsstunden gemeinsam mit Künstlern des hkb dem Thema Müll und Müllvermeidung annähern. 

Der Ausstellung, die im Gesamtkontext des Projekts „Unser alltäglicher Müll: Folgen der Wegwerfgesellschaft“ steht, folgen weitere Einzelveranstaltungen. Die Eröffnung beginnt morgen um 17.30 Uhr mit der Ansprache von Bürgermeister Manfred Lindemann. Anschließend führen Micha Ende, deutsch-brasilianischer Fotograf, und Guilherme Miranda, FUgE-Projektleiter, in die Ausstellung ein. 

Die Ausstellung ist bis zum 29. Juli samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 17 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei. Schulklassen, die an einem Workshop teilnehmen möchten, melden sich bei FUgE unter Telefon 41511 oder per E-Mail an miranda@fuge-hamm.de.

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