Tötungs-Prozess

Freundin der Familie sicher: Es war die Angeklagte

Prozess um Tötung in der Sachsenschleife.
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Die Angeklagte, hier mit ihrem Verteidiger Karsten Possemeyer, lauschte den Aussagen der Zeugin.

Am Dortmunder Schwurgericht ist der Prozess um die tödliche Bluttat an der Sachsenschleife fortgesetzt worden. Die Angeklagte soll ihren Vater in dessen Wohnung getötet haben. Mit regungsloser Miene verfolgte sie nun vor Gericht, wie eine Freundin der Familie kaum ein gutes Haar an ihr ließ.

Hamm/Dortmund – Die Staatsanwaltschaft wirft der 47-Jährigen vor, Ende März ihren Vater in dessen Badewanne getötet zu haben. Der pflegebedürftige Rentner erlitt wuchtige Schläge mit einem stumpfen, bislang unbekannten Gegenstand und außerdem Stich- und Schnittwunden. Er hatte keine Chance, den Angriff zu überleben.

Die Angeklagte hatte offenbar schon länger ein schwieriges Verhältnis zu ihrem Vater und dessen neuer Frau. Das Schwurgericht hat am Freitag eine Freundin der Familie vernommen, die genau das bestätigte. „Die Eltern haben sich immer mehr um ihren Sohn gekümmert“, sagte die Zeugin. Das sei allerdings in der Kultur der vom Balkan stammenden Familie nichts Unübliches.

Weil die Stiefmutter der Zeugin vor Gericht keine Aussage machen wollte, blieb es der Freundin überlassen, mehr aus dem Innenleben der Familie zu erzählen. Danach habe der Sohn von seinen Eltern regelmäßig Geld zugesteckt bekommen, wenn er etwas gebraucht habe. Die 47-Jährige sei dagegen nicht bedacht worden.

Den Verdacht, dass die Angeklagte ihren Vater im Streit um Geld getötet haben könnte, wies die Zeugin jedoch zurück. „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte sie. „Da muss etwas anderes vorgefallen sein.“

Das war die Angeklagte. Da bin ich millionenprozentig sicher.

Freundin der Familie als Zeugin vor Gericht

Dass die Angeklagte die Täterin ist, steht für die Zeugin dagegen außer Zweifel. Einen unbekannten Täter, der etwas von größeren Bargeld-Mengen gewusst haben könnte, die die Eltern oft in ihrer Wohnung an der Sachsenschleife aufbewahrt haben sollen, schließt die Frau aus. Warum? „Die Polizei hat mir Bilder der Überwachungskamera gezeigt. Darauf ist zu sehen, wer zur Tatzeit in das Haus hinein- und später wieder rausgegangen ist“, sagte die 25-Jährige den Richtern.

Und wen hat sie auf den Fotos gesehen? „Das war die Angeklagte. Da bin ich millionenprozentig sicher.“

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