Fonds für Kinder in Hamm: Drei Millionen Euro zum Aufholen

Coronavirus an Schulen, Kinder und Jugendliche
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Kinder und Jugendliche haben besonders unter der Corona-Situation gelitten - und tun es noch.

Aus dem „Aktionsfonds Aufholen nach Corona für Kinder und Jugendliche“ stellt das Land NRW mit Unterstützung des Bundes der Stadt Hamm rund 2,9 Millionen Euro zur Verfügung.

Hamm – Neben dem Abbau von – Corona-bedingten – Lernrückständen stehen bis Ende 2022 auch Freizeit- und sozialpädagogische Unterstützungsangebote im Fokus. Vertreter der Stadt und des Kommunalen Jobcenters stellten das auf drei Säulen basierende Programm sowie weitere Hilfsangebote vor. Das alles muss noch vom Rat beschlossen werden.

Man wolle, wie Schuldezernentin Dr. Britta Obszerninks sagte, das Geld aus dem Programm zielgerichtet an Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen einsetzen. Bereits vor den Sommerferien habe die Stadt Maßnahmen zum Abbau von Rückständen und Benachteiligungen durchgeführt, verwies sie auf das Ferienintensiv-Training (FIT) in Deutsch und Maßnahmen, die über das Programm „Extra-Zeit“ sowie das Bildungs- und Teilhabepaket des Jobcenters angeboten wurden. Dadurch habe man rund 800 Kinder und Jugendliche erreicht, so Karin Diebäcker, Leiterin des Amts für schulischen Bildung. Zusammen mit Johanna Elsner (Amt für schulische Bildung), Britta Luding (Kommunales Jobcenter), Susannes Wessels (Schulamtsdirektorin) und Oliver Lorenz (Jugendamt) stellten sie das Programm vor.

Säule I

Förderziel hier ist der Abbau von Lernrückständen, was durch verschiedene Bausteine erreicht werden soll.

Alle Schulen in Hamm haben die Möglichkeit, befristet bis Ende 2022 zusätzliches Personal zum Beispiel für Förderangebote in Deutsch und Mathe oder ein Sozialtraining zu bekommen („Extra-Personal“). Das können Personen mit Lehramtsbefähigung und andere qualifizierte Bewerber, aber auch pädagogisches und sozialpädagogischer Personal sein. „Rund 20 Projektanträge liegen uns bereits vor“, so Wessels. Die Mittel gebe es oben drauf.

Der Baustein „Extra-Blick“ legt den Fokus vor allem auf individuelle Lernentwicklungen und -erfahrungen. Schüler sollen die Schule als Lern- und Lebensraum (wieder) erleben und das Gemeinschaftsgefühl neu belebt werden. Zur Unterstützung der Arbeit an den Schulen wurde ein Online-Portal mit Materialien zur Diagnose und Förderung zusammengestellt, aus dem Lehrkräfte Fördermaterialien zusammenstellen können.

Aktionsprogramm Aufholen: Johanna Elsner (von links), Karin Diebäcker, Oliver Lorenz, Dr. Britte Obszerninks, Britta Luding und Susanne Wessels bei der Präsentation.

Rund 1,9 Millionen Euro „Extra-Geld“ gibt es für Schulen und Schulträger. Aus dem Schulbudget (mindestens 30 Prozent) bekommt jede Schule, entsprechend der Schülerzahl, mindestens 500 Euro. Das Geld ist zur Beseitigung Pandemie-bedingter Defizite einzusetzen. Das können beispielsweise Besuche außerschulischer Lernorte sein. Ebenfalls mindestens 509.466 Euro gibt es für Bildungsgutscheine zum Ausgleich besonderer Lernrückstände und zur individuellen Förderung. Maximal 680.000 Euro (40 Prozent) fließt ins Schulträgerbudget, beispielsweise für regionale und schulübergreifende Angebote oder zur Beseitigung von Lernrückständen, wie Elsner erklärte.

Weitergeführt werden zudem Unterstützungsangebote in den Ferien, am Wochenende und gegebenenfalls am Nachmittag (Extra-Zeit und andere). Damit habe man in den Sommerferien bereits gute Erfahrungen gemacht. Auch in den Herbstferien werde es wieder Extra-Zeit zum Lernen geben, kündigte Wessels an.

Säule II

Rund 735.000 Euro werden bis Ende 2022 „in Köpfe investiert“. Mit diesem Geld sollen, wie Lorenz sagte, zusätzliche Stellen im Übergang Schule/Beruf, in Jugendeinrichtungen und im Bereich der kommunalen Schulsozialarbeit an Grundschulen finanziert werden.

Säule III

Rund 300.000 Euro stehen für die Ausweitung bestehender und die Schaffung neuer Angebote zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt auf Angeboten der Persönlichkeitsentwicklung. Profitieren können öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe, Jugendverbände und -vereine.

So geht es weiter:

Säule I: Die Schulen werden die ihnen zugewiesenen Budgets nochmals mitgeteilt und formal zur Verfügung gestellt. Die Überweisung des Budgets an Ersatzschulen erfolgt zeitnah. Für die kommunalen Angebote ist geplant, eine Bedarfsabfrage an den Schulen durchzuführen. Parallel wird ein Workshop zum Beispiel mit Vertretern der Kinder- und Jugendärzte, der Psychologen, der Stadtelternschaft und der Bezirksschülervertretung durchgeführt, um auch deren Expertise zu nutzen. Dieser Prozess soll nach den Herbstferien abgeschlossen sein. Anträge zum „Extra-Personal“ können ab sofort gestellt werden. Für die Übergangszeit, insbesondere in den Herbstferien, werden wieder Formate wie die „Extra-Zeit“ angeboten.

Säulen II und III: Die Umsetzung soll sukzessive erfolgen, mit der Stellenbesetzung soll im vierten Quartal 2021 begonnen werden.

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