Flugplatzfest wird zum Fluch-Fest: Dritte Absage in Folge droht

Luftsportclub-Präsident Walter Oppenheim hat wenig Hoffnung auf ein Flugplatzfest in diesem Jahr.
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Luftsportclub-Präsident Walter Oppenheim hat wenig Hoffnung auf ein Flugplatzfest in diesem Jahr.

Es sieht schwer danach aus, als werde das beliebte Flugplatzfest in Hamm zum dritten Mal in Folge nicht stattfinden.

Hamm – Spektakuläre Flugmanöver, Mitmachaktionen und jede Menge Infos rund um das Fliegen haben das Flugplatzfest in den vergangenen Jahren zu einem wahren Publikumsmagneten gemacht. Angesichts der anhaltenden Corona-Situation ist es allerdings wenig überraschend, dass das Flugplatzfest in diesem Jahr voraussichtlich nicht stattfindet. Dabei wäre es dann schon das dritte Mal nacheinander, dass der Luftsportclub Hamm (LSC) die beliebte Veranstaltung unfreiwillig nicht ausrichten kann.

Der offizielle Beschluss des Vorstandes zur Absage des Festes steht zwar noch aus, doch ist die Wahrscheinlichkeit einer Ausrichtung sehr gering. „Ich sehe keine Möglichkeit, dass wir das Flugplatzfest dieses Jahr veranstalten können“, sagt LSC-Präsident Walter Oppenheim mit Blick auf die Corona-Pandemie. Denn bei bis zu 20.000 Besuchern wäre das Einhalten von Abstandsregeln kaum möglich – zumal der LSC keinen Eintritt nimmt und damit den Besucherstrom nicht kontrollieren könnte. Auch die rechtlichen Bestimmungen sehen aktuell vor, dass mindestens bis Ende des Sommers keine Großveranstaltungen stattfinden dürfen.

Flugplatzfest in Hamm: Planungen müssten jetzt beginnen

Das Datum hätte dabei schon festgestanden, denn traditionell richtet der Luftsportclub Hamm sein Flugplatzfest immer am ersten Augustwochenende aus. Dieses Mal wäre es Samstag und Sonntag, 31. Juli und 1. August, gewesen. „Die Planungen hätten eigentlich schon begonnen“, sagt Oppenheim. Wegen der zu erwartenden Absage ist man dahingehend aber noch nicht tätig geworden. Dabei hätten sogar viele Standbetreiber und Aussteller schon beim LSC angefragt, ob das Fest stattfindet und sie sich dann mit einem Stand beteiligen können.

Was es für den LSC besonders traurig macht: Es ist nun das dritte Mal in Folge, dass das Flugplatzfest unfreiwillig nicht stattfindet. Schon im vergangenen Jahr war das Fest Corona-bedingt abgesagt worden, im Jahr davor konnte es kurzfristig aufgrund rechtlicher Unklarheiten nicht durchgeführt werden. Immerhin: Finanziell gesehen würde sich eine erneute Absage des Flugplatzfestes nicht negativ für den Luftsportclub auswirken. „Wir machen das Flugplatzfest als Teil der Öffentlichkeitsarbeit und nicht zum Geldverdienen“, betont der Präsident. Unter dem Strich versuche man bei dem Fest mit „plus minus null“ herauszukommen. „Das, was wir durch die Stände einnehmen, investieren wir in Flugvorführungen“, sagt Oppenheim.

Flugplatzfest in Hamm: Höhepunkt des ganzes Jahres

Schade wäre der erneute Ausfall des Festes auf dem Flugplatz aber nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Vereinsmitglieder. „Das Fest ist der Höhepunkt des ganzes Jahres, es ist ein Gemeinschaftserlebnis“, sagt Oppenheim im Hinblick darauf, dass rund 50 der insgesamt 360 Mitglieder beim Fest helfen.

Insgesamt ist das Vereinsleben rund um den Flugplatz zurzeit natürlich sehr eingeschränkt – und das nicht nur aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen. Denn normalerweise treffen sich die Mitglieder regelmäßig in der Pizzeria am Flugplatz. Doch auch die ist seit Monaten wegen des Lockdowns geschlossen und steht daher nicht als Treffpunkt zur Verfügung. Sobald es erlaubt ist, soll die Pizzeria den Außenbetrieb aber öffnen.

Flugplatzfest in Hamm: Club finanziell gut aufgestellt

Rein flugtechnisch gesehen gibt es derzeit keine Einschränkungen. Seit gut anderthalb Wochen geöffnet ist auch wieder die Flugschule. Die Bilanz für das vergangene Jahr: „Wir hatten 2020 nur etwa 80 Prozent des Flugverkehrs eines normalen Jahres“, erklärt Walter Oppenheim. Das heißt aber auch, dass die Einnahmen gesunken sind – durch weniger Landegebühren, weniger Kraftstoffverkauf sowie weniger Chartergebühren für die clubeigenen Flugzeuge. Insgesamt sei der Club finanziell aber gut aufgestellt.

Investieren wird der Verein dieses Jahr auch noch in sein Areal. „Wir möchten den Hubschrauberlandeplatz erneuern“, erzählt der Präsident.

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