Malteser-Mitarbeiter in der Notunterkunft niedergeschlagen

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Immer wieder kommt es zu Polizeieinsätzen in der Notunterkunft in der Alfred-Fischer-Halle.

Hamm - In der Asylbewerber-Notunterkunft in der Alfred-Fischer-Halle ist es am 12. Mai zu einem Übergriff auf einen Malteser-Mitarbeiter gekommen. Ehrenamtliche empören sich, dass über den Vorfall noch nicht berichtet wurde. Die Polizei verweist auf den fehlenden Ermittlungsansatz.

Bereits am 12. Mai kam es zu einem gewalttätigen Übergriff auf einen Mitarbeiter der Malteser Hilfswerke in der Asylbewerber-Notunterkunft des Landes in der Alfred-Fischer-Halle. Der Mitarbeiter war am späten Abend gegen 22.30 Uhr in seinem Behandlungsraum von einem Schlag an den Kopf getroffen worden. 

Er sei „kurzzeitig bewusstlos“ gewesen, bestätigte Benjamin Hahn, ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg am Montag auf Anfrage des WA. Auch bei der Hammer Polizei ist der Fall aktenkundig. „Die Ermittlungen laufen noch, der Fall ist in der Bearbeitung“, bestätigte auch Polizeipressesprecher Christopher Grauwinkel den Übergriff auf Nachfrage.

Ehrenamtliche in Sorge und mit Unverständnis

Bekannt wurde der Sachverhalt jetzt, elf Tage später, weil er inzwischen unter den ehrenamtlichen Mitarbeitern in der Flüchtlingseinrichtung die Runde macht. Dabei sorgt nicht nur die Gewalttätigkeit gegen einen Mitarbeiter der Einrichtung für Unruhe. Für Empörung sorgt auch, dass über den Vorfall bislang nicht berichtet wurde. „So etwas darf nicht unter den Teppich gekehrt werden“, lautet der Tenor, der die WA-Lokalredaktion erreicht hat. 

Allerdings wurden dabei auch mutmaßliche Sachverhalte geschildert, für die es bei den Behörden keine Anhaltspunkte gibt. In Heessen erzählt man sich, dass es zwei Täter gewesen sein sollen, die den Übergriff auf den Malteser-Mitarbeiter begangen hätten. Dieselben Männer seien wenige Stunden zuvor auch bereits durch gewalttätige Übergriffe außerhalb der Notunterkunft auffällig geworden. An diesem Wochenende seien die Täter dann von der Polizei dingfest gemacht und festgenommen worden. 

Polizei entkräftet weitere Anschuldigungen

Für diese Schilderungen gibt es keine Bestätigung der Behörden. Weder hätten der oder die Täter ermittelt noch festgenommen werden können. Auch von einer weiteren Körperverletzung außerhalb der Einrichtung sei der Polizei nichts bekannt, sagte Grauwinkel.

Zu dem in der Öffentlichkeit lautgewordenen Vorwurf, der Sachverhalt solle unter den Teppich gekehrt werden, äußerte sich Grauwinkel ebenfalls: „Wir haben kein Interesse daran, etwas zu verschweigen. Im Gegenteil: Wir wollen aufklären und sind für jeden Zeugenhinweis dankbar.“

"Es fehlt ein Ermittlungsansatz"

In dem konkreten Fall habe es eine Abwägung gegeben. Man habe sich gegen eine Veröffentlichung entschieden, weil das Opfer keine Angaben zum Täter habe machen können. Der Mann habe einen Schlag auf den Kopf gespürt und sei sofort bewusstlos gewesen. Er habe keine Wahrnehmung davon gehabt, wer den Schlag ausgeführt hat.

„Es fehlt ein Ermittlungsansatz“, so Grauwinkel. Von den Maltesern, die die Flüchtlingseinrichtung im Auftrag der Bezirksregierung betreiben, gab es am Montag bis zum Redaktionsschluss keine Auskunft. Offen bleibt damit, ob der verletzte Mitarbeiter wieder gesund ist und seinen Dienst wieder verrichtet.

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