Wie viele Flüchtlinge haben im Hamm Arbeit gefunden?

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Hamm - Das Kommunale Job-Center (KJC) hat mit anerkannten Flüchtlingen eine große Personengruppe als neue Kunden hinzubekommen. Doch welche Rolle spielen Flüchtlinge auf dem Hammer Arbeitsmarkt tatsächlich? Wir geben Antworten!

Aktuell werden 1472 Flüchtlinge im KJC geführt. Von ihnen stehen 1208 Personen dem Arbeitsmarkt grundsätzlich zur Verfügung. Flüchtlinge werden dann zu Kunden des KJC, wenn ihre Asylanträge rechtskräftig anerkannt sind.

Mehrheit kommt aus Syrien

Aus welchen Ländern stammen die neuen KJC-Klienten?

65 Prozent der vom KJC betreuten Flüchtlinge sind Syrer, 22 Prozent Iraker und sechs Prozent Afghanen. 264 Flüchtlinge, die älter als 15 Jahre sind, stehen dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung. Gründe dafür sind die Erziehung von Kindern, ein Schulbesuch, eine Ausbildung oder die Pflege von Angehörigen.

Jeder Fall einzeln betrachtet

Im benachbarten Soest werden Flüchtlinge derzeit zu Berufskraftfahrern ausgebildet. Ist das auch in der logistikgeprägten Stadt Hamm der Fall?

Anders als das Jobcenter Arbeit Hellweg Aktiv (AHA) in Soest setzt das KJC in Hamm bei der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt auf eine Vielfalt der Berufsbilder. „In Hamm werden generell keine Gruppen-Ausbildungen angeboten, sondern jeder Fall wird einzeln betrachtet“, sagte Tom Herberg, Pressesprecher der Stadtverwaltung auf WA-Anfrage. Aber auch in Hamm wurde über das KJC in diesem Jahr schon ein anerkannter Flüchtling zum Berufskraftfahrer ausgebildet.

111 Personen in Vollbeschäftigung

Wie viele Flüchtlinge hat das KJC in diesem Jahr in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung integriert?

111 Personen wurden in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gebracht. Außerdem wurden 49 weitere Personen erfolgreich in geringfügige Beschäftigung vermittelt. Die Quote der Vermittelten liegt damit bei 7,5 Prozent aller Flüchtlinge, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Bei diesen Personen erfolgt in den meisten Fällen parallel die Absolvierung eines Sprachkurses. In Ausbildung wurden 14 Personen integriert. Außerdem gibt es sieben Einstiegsqualifizierungen über ein Jahr für Flüchtlinge. Diese können nach Entscheidung von Kammern und Ausbildungsbetrieben anschließend in eine verkürzte Ausbildungszeit münden. Drei dieser Einstiegsqualifizierungen hat die Stadt Hamm eingerichtet.

Viele Jobs im Logistikbereich

In welchen Berufen arbeiten die vermittelten Flüchtlinge? 

Das Spektrum der Berufe ist weit gesteckt. Vermittelt wurden bereits Bürokaufleute, Frisöre, Fachinfomatiker, Schweißer. Die meisten Arbeitsplätze wurden im Logistikbereich vermittelt. Bei den Auszubildenden wurde in Altenpflege sowie in die Handwerke Friseur, Elektronik, Zahntechnik und Gärtnern vermittelt.

Mehrere Positivbeispiele

Gibt es Positivbeispiele für gelungene Integration von Flüchtlingen in den ersten Arbeitsmarkt? 

Da gibt es einige gute Beispiele in Hamm, die ermutigen. Ein aus dem Iran geflüchteter 37-jähriger Maschinenbauer arbeitet inzwischen als Kfz-Sachverständiger. Er absolvierte zunächst Sprachkurse und eine berufliche Weiterbildung. Zum Ziel führte dann ein vom KJC vermitteltes Betriebspraktikum. Ein ebenfalls 37-jähriger Syrer arbeitet als Techniker bei einer Sicherheitsfirma. Der Weg dorthin lief ebenfalls über ein Praktikum im Unternehmen. Aus dem Minijob wird in Kürze eine Vollzeitbeschäftigung. Ein weiterer 20-jähriger Syrer holte zunächst seinen Hauptschulabschluss nach und erwarb gute Deutschkenntnisse. Aktuell begann er seine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker.

Einblicke auch in Ämter

Bietet die Stadtverwaltung als größter Arbeitgeber in Hamm Flüchtlingen ebenfalls berufliche Perspektiven? 

Über Einstiegsqualifizierungen bekommen Flüchtlinge Einblicke in die Arbeit in verschiedenen städtischen Ämtern. Aus einer solchen Maßnahme heraus haben drei Syrer am 1. August ihre überbetriebliche Ausbildung als Fachinformatiker für Systemintegration sowie als Kaufleute für Büromanagement bei der Stadt begonnen. Die schulische Ausbildung läuft über zertifizierte Bildungsträger, der praktische Teil erfolgt innerhalb der Stadtverwaltung.

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