Flauschieges Andenkamel

Flauschige Attraktion: Wie die Alpakas auf einem Hof in Hamm alle Blicke auf sich ziehen

Eine besondere Leidenschaft: Seit etwa anderthalb Jahren hält Christina Farke-Erdelkamp und ihr Mann Christian Alpakas auf ihrem 15000 Quadratmeter großen Grundstück in Kump.
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Eine besondere Leidenschaft: Christina Farke-Erdelkamp und ihr Mann Christian halten Alpakas.

Christina Farke-Erdelkamp und ihr Mann Christian Erdelkamp hatten nie geplant, auf ihrem Hof in Kump Alpakas zu halten. Nun leben fünf der Andenkamele bei ihnen. Vor allem Alpakababy Anton zieht alle Blicke auf sich.

Kump – Sie sehen süß aus, sind flauschig, verspielt und ziehen seit rund zweieinhalb Jahren die Blicke von vorbeifahrenden Rad- und Autofahrern auf sich: die vier Alpakas, die Christina Farke-Erdelkamp und ihr Mann Christian Erdelkamp auf dem weitläufigen Gelände rund um ihr Haus in Kump (Ortsteil im Süden von Hamm) halten. Mit dem gerade mal fünf Monate alten Alpakababy Anton gibt es nun sogar ein weiteres knuddeliges Fellknäuel auf dem Hof.

Mit Anton, Leo, Merida, Heidi und Henriette ist die Herde komplett – könnte man meinen. Mittlerweile leben aber auch noch vier Ponys auf dem Areal. „Es hat eine Woche gedauert, aber seither futtern und schlafen sie alle beieinander im Stall“, erzählt die 36-Jährige. Doch was für die Tiere ein kleines Paradies ist, bedeutet für die Familie viel Arbeit. „Wir füttern die Tiere drei Mal am Tag, misten den Stall mehrmals jede Woche aus, putzen die Ponys und müssen die Alpakas einmal im Jahr scheren“, sagt Farke-Erdelkamp. Die Nacht ist für die Tierhalter kurz. „Wir füttern die Alpakas und Ponys morgens das erste Mal, bevor mein Mann zur Arbeit fährt“, sagt sie.

Familie in Kump: Es war nie geplant, Alpakas und Ponys zu halten

Dabei war nie geplant, dass die Familie aus Kump einmal viele Alpakas, Ponys und weitere Tiere auf dem Hof haben würde. Doch die Leidenschaft und der Einsatz für Tiere begleiten Christina Farke-Erdelkamp schon ihr ganzes Leben. Die gebürtige Dortmunderin wurde mit vielen Tieren groß und orientierte sich auch beruflich in diese Richtung.

In sich gekehrt: Die Alpakas strahlen eine immense Ruhe aus. Im Hintergrund zu sehen: Alpakababy Anton.

Sie machte eine Ausbildung als Zootierpflegerin. Danach studierte sie Biologie und wurde schließlich zoologische Leiterin im „Tierpark Fauna“ in Solingen. Dort half sie bei der Geburt von Alpakamädchen Merida und holte sie auf die Welt, da der Tierarzt es nicht rechtzeitig in den Park schaffte. Weil aber der Tierpark nicht noch mehr Alpakas aufnehmen konnte, sollte Merida weg – es fand sich jedoch kein Zuhause für den kleinen Wuschelkopf. Farke-Erdelkamp, die mittlerweile zu ihrem damaligen Freund nach Kump gezogen war, hatte Merida aber so sehr ins Herz geschlossen, dass sie sie auf dem weitläufigen Gelände zuhause aufnehmen wollte.

Alpakas sind eine domestizierte Kamelart. Sie stammen ursprünglich aus den Anden. Die Familie aus Kump ist nicht die einzige in der Umgebung, die die Tiere hält: Außerhalb von Coronazeiten machen Kinder in Welver sogar einen Alpakaführerschein.

Weil Alpakas aber Herdentiere sind, kamen noch drei weitere Fellknäuel dazu – und eben seit neuestem auch noch Anton und die Ponys. Letztere übernahm die Tierliebhaberin als Notfall erst im Tierpark. Und kurz nach ihrem dortigen Ausscheiden aus privaten Gründen zogen die Vier nach Kump. Insgesamt stehen den meistens lieben, manchmal aber auch etwas zickigen Tieren über 15.000 Quadratmeter in Kump zur Verfügung. Dazu soll bald der Auslauf auf dem Areal erweitert werden.

Alpakas als Haustiere: „Sie beruhigen ungemein“

Auch wenn die Tiere viel Arbeit erfordern, lohne sich der Aufwand. „Sie beruhigen ungemein“, findet Christina Farke-Erdelkamp. Vor allem die Alpakas würden eine Ruhe ausstrahlen, die sich auf den Menschen übertrage.

Weil die Alpakas und Ponys aber ganz schön clever sind, hat es eines von ihnen sogar schon mal in die Küche geschafft. „Ein Pony hat die Türklinke herunter gedrückt und stand plötzlich neben mir am Herd, deswegen müssen wir die Türen nun immer abschließen“, sagt die 36-Jährige.

Brautpaare machen Fotos mit Alpakas

Die Vierbeiner bereichern aber nicht nur das Leben ihrer Halter. Auch für viele witzige Momente sorgen sie. „Einmal kam ein Ehepaar nach der Hochzeit auf ,Gut Kump’ zu uns herüber und hat mit einem unserer Alpakas Fotos gemacht“, erzählt Christina Farke-Erdelkamp. Mittlerweile seien Motive von Brautpaaren mit den flauschigen Tieren schon so beliebt, dass sich vergangenes Jahr einige Paare meldeten, die am wichtigsten Tag ihres Lebens ein Foto mit einem Alpaka haben wollten. In Kump heiraten schließlich viele Paare, nicht zuletzt wegen der beliebten Hochzeitslocation Gut Kump.

Auch Biker mit ihren Motorrädern sowie Radfahrer würden oft am Hof in Kump halten, um sich die Tiere anzuschauen. Vor allem Alpakahengst Leo sei eine „Rampensau“, so Farke-Erdelkamp. Denn: Er sei der erste am Zaun, lasse sich streicheln, rennt mit Fahrradfahrern mit und ist regelrecht entrüstet, wenn er ausnahmsweise mal missachtet wird. Er ist offenbar, neben den Tieren anderer Alpakahalter in Hamm, das Bekannteste und meist Fotografierte. Dennoch ist Vorsicht geboten: Denn so lieb er auch am Zaun ist, so wenig mag er Fremde auf „seiner“ Wiese und kann dann böse werden, erklärt Farke-Erdelkamp.

Seit wenigen Monaten sind Christina Farke-Erdelkamp und ihr Mann Christian stolze Eltern einer kleinen Tochter. Dass sie mit vielen Tieren und umgeben von viel Natur aufwächst, lässt das Mutterherz jedenfalls schon jetzt höher schlagen. Sobald die Kleine im Kindergarten und in der Schule ist, rechnen die Eltern aber mit noch mehr Besuch auf dem privaten Tierhof.

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