Fitness im Homeoffice

Corona macht lahm: So kommen Sie gesund durch den Herbst

Fitnessstudio-Betreiber Thomas Johannpeter.
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Thomas Johannpeter zeigt, wie man fit bleiben kann.

Hamm – Was praktisch klingt und einen Schutz vor der Verbreitung von Corona bieten soll, kann auf Dauer ziemlich ungesund sein: Gemeint ist das Homeoffice, das seit Beginn der Pandemie auch in Hamm von immer mehr Unternehmen praktiziert wird.

Denn wer schon einmal längere Zeit von zuhause aus gearbeitet hat, wird wissen, dass man sich oft sehr viel weniger bewegt, als im Büro und Co. – mitunter mit gravierenden Gesundheitsproblemen. Der WA hat mit Ärzten und Trainern darüber gesprochen und zeigt, wie man trotz Homeoffice fit und gesund durch den Herbst kommt.

Einer, der derzeit die körperlichen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Zunahme von Heimarbeit erlebt, ist der Hammer Orthopäde Dr. Arnulf Kleine. „Seitdem vermehrt Berufstätige im Homeoffice tätig sind, sehen wir häufig Patienten mit Rückenschmerzen, Schulter-Arm-Syndromen, Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich und weiteren haltungsbedingten Beschwerden“, erklärt Kleine. Zurückzuführen sei das darauf, „dass der Arbeitsplatz daheim nicht ergonomisch ausgerichtet ist und häufig auch mit dem Laptop auf den Oberschenkeln in stundenlanger Zwangshaltung gearbeitet wird.“

Ein zweiter Aspekt ist der Bewegungsmangel. Schließlich spielt sich durch das Homeoffice der berufliche und private Alltag meist nur im Rahmen der eigenen vier Wände ab. Der Gang zu den Kollegen entfällt, Meetings gibt es nur noch digital und für die Arbeit das Haus verlassen muss man auch nicht mehr. Dazu kommt gerade jetzt im Herbst das nasskalte Wetter, das nicht gerade zu einem Gang nach draußen einlädt. Durch den Bewegungsmangel drohen jedoch körperliche Probleme.

Wie Orthopäde Dr. Arnulf Kleine sagt, gehören dazu vermehrte Verspannungen insbesondere im Rückenbereich, schnelle Ermüdbarkeit und verminderte Belastbarkeit. Bei längerem Bewegungsmangel könne es zudem zu einer Gewichtszunahme und mitunter sogar Kreislaufproblemen kommen, erklärt der Hammer Orthopäde und Vorsitzende des Sportvereins Westfalia Rhynern.

„Sitzen ist das neue Rauchen“

Zu mehr Bewegung im Homeoffice ruft daher auch Trainer Thomas Johannpeter auf. „Sitzen ist das neue Rauchen“, sagt der Inhaber des Sportstudios „Aktivita“ am Hammer Hafen bildlich gesprochen. „Wir sind aber keine Sitzmenschen, sondern Bewegungsmenschen“, macht er das Grundproblem deutlich. Sport als Ausgleich sei zwar wichtig, doch wer von zuhause aus arbeitet, sollte sich auch zwischendurch etwas bewegen – nicht nur, um körperlichen Schäden vorzubeugen, sondern auch um den Kopf frei und neue Energie zu bekommen. Das Beste: Für Übungen zwischendurch braucht man keine teuren Fitnessgeräte, sondern einzig und alleine ein bisschen Willen. Zudem kann man sie auch einfach am Schreibtischstuhl durchführen, Beispiele dazu gibt es im Infokasten. Dass sich schon wenige Bewegungspausen pro Tag positiv auf Körper und Geist und damit letztlich auch auf die Produktivität auswirken, davon ist Johannpeter überzeugt.

Praktisch ist das Homeoffice unterdessen auch gerade jetzt im Herbst, wo das Schmuddelwetter Standard ist und man nur ungerne raus geht. Frische Luft ist allerdings auch für den Kopf und die Leistungsfähigkeit wichtig. Lüften ist das eine, Spaziergänge zwischendurch das andere: Denn Bewegung an der frischen Luft stärkt auch die Abwehrkräfte des Körpers. Und die sind gerade jetzt in Zeiten der Coronapandemie sehr wichtig, um gesund zu bleiben. Neben regelmäßiger Bewegung gibt es aber auch noch andere Dinge, die man zuhause machen kann und die die Abwehrkräfte stärken.

„Eine gesunde Ernährung ist wichtig“, sagt der Hammer Allgemeinmediziner Dr. Matthias Bohle. Dabei rät er zu leichter Kost und viel Gemüse. „Karotten und Kohlrabi haben viele Vitamine und Spurenelemente“, nennt er ein Beispiel. Vorsicht sei hingegen bei allzu viel Obst geboten – zumindest für diejenigen, die Zuckerstoffwechselerkrankungen haben. Obst enthält schließlich Fructose und damit Zucker. Gemüse sei deshalb die bessere Wahl, so Bohle, der auch Vorsitzender des Hammer Ärztevereins ist. Ebenfalls positiv auf das Immunsystem wirken sich Heiß-/Kalt-Wechselduschen nach Kneipp aus, wie Bohle betont. Wer sich etwas Gutes tun möchte, kann beispielsweise wechselnd kaltes und warmes Wasser über die Unterschenkel laufen lassen. Das stärkt die Abwehrkräfte, trainiert die Gefäße, bringt den Kreislauf auf Touren und außerdem soll es schöne Haut machen.

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