Vom Arbeitsschutz zum Atemschutz

Hammer Firma produziert kurzerhand 26.000 Masken für den Klinikbetrieb

Die Firma „Arbeitsschutz Rhein-Ruhr-Service“ (ARR) aus Hamm produziert kurzerhand 26.000 Masken für den Klinikbetrieb.
+
Die Firma „Arbeitsschutz Rhein-Ruhr-Service“ (ARR) aus Hamm produziert kurzerhand 26.000 Masken für den Klinikbetrieb.

Die in Rhynern ansässige Firma „Arbeitsschutz Rhein-Ruhr-Service“ (ARR) hat kurzfristig ihre Produktion umgestellt. Statt der Spezial-Arbeitsschutzkleidung für Energieversorger stellt das Unternehmen derzeit rund 26.000 Atemschutzmasken her.

Hamm – 6000 von den 26.000 Atemschutzmasken werden in der kommenden Woche in die Barbara-Klinik nach Heessen geliefert. Deren Leitung hatte den ARR-Geschäftsführer Christian Unruh in Form einer Anfrage schnell überzeugt. „Wir sind gefragt worden, ob wir helfen können. Dann machen wir das“, so Unruh, ohne, dass er lange überlegen musste. Er schließt aber aus, dass sein Unternehmen die Masken-Produktion nun dauerhaft durchführen werde.

„Unsere Masken sind ehrlich gesagt auch viel zu teuer dafür. Das können andere Hersteller günstiger“, gibt er zu. Sechs Tage lang stellt er die Produktion – die Auftragslage für seine Arbeitsschutzkleidung sei weiterhin sehr groß – um. Hergestellt werden die Masken zum Teil in Rhynern an der Wagenbauerstraße, zum größeren Teil in seinem Werk in Mazedonien, wo 40 Näherinnen angestellt sind. „In Mazedonien werden auch zehn Prozent der Masken bleiben und dort kostenlos verteilt“, erklärt Unruh. Die restlichen sind vorgesehen für Einrichtungen in Deutschland. Etwa die Hälfte der Masken sei bereits vorbestellt.

Waschmaschinen mit Atemschutzmasken-Programm

Für die Babara-Klinik übernimmt ARR auch den weiteren Service. Die gebrauchten Masken werden gewaschen und desinfiziert, sodass sie wieder benutzt werden können. „Dafür haben wir unsere Waschmaschinen extra auf eine Art Atemschutzmasken-Programm umgestellt“, erklärt Unruh. Die Masken müssen heißer gewaschen werden als die Arbeitskleidung. Und da auch Draht verarbeitet ist, dürfen die Masken nicht geschleudert werden.

Auch wenn die Maske nicht mit den Einmalmasken vergleichbar ist, die in Kliniken sonst zur Verfügung stehen, schützt die Maske vor allem die Mitmenschen und verhindert, dass man sich häufig ins Gesicht fasst.

Alternativen schaffen

Damit steht auf jeden Fall eine Alternative für diejenigen Mitarbeiter bereit, die nicht unmittelbaren Kontakt zu infektiösen Patienten haben. „Wir sind Herrn Unruh und seinen Mitarbeitenden unglaublich dankbar für die Solidarität in dieser Zeit“, so Thorsten Keuschen, Geschäftsführer der St. Barbara-Klinik Hamm GmbH.

Die Firma ARR befindet sich derzeit mitten in der Neubauphase. Das Werk wird von der Gabelsberger Straße zum Oberallener Weg umziehen. Die Baumaßnahme laufe trotz der Corona-Krise gut weiter, bestätigt der Geschäftsführer. Anschließend wird die Mitarbeiterzahl von 40 auf 50 aufgestockt.

Coronavirus in Hamm - weitere Infos:

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare