Polizei und Tierfänger stundenlang im Einsatz

Pfau auf Freiersfüßen: Tierische Odyssee glücklich beendet

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Sogar eine Drohne kommt der eifrigen Pfauen-Jagd im Hammer Süden zum Einsatz.

[Update] Mit einem ungewöhnlich tierischen Auftrag bekam es die Hammer Polizei am Donnerstag zu tun: Im Tierpark war ein Pfau ausgebüxt. Doch da ahnte noch niemand, wie aufwendig der Tag weitergehen sollte!

Hamm - Eine verrückte Verfolgungsjagd lieferten sich die Polizei und jede Menge weitere Beteiligte mit einem weißen Prachtpfau: Der Vogel war im Tierpark ausgebüxt und hielt den ganzen Donnerstag über den Hammer Süden in Atem. Inzwischen ist er wieder da, wo er hingehört: 

Gegen 23.20 Uhr wurde der flügge gewordene Vogel auf dem Flachdach des Rewe-Markts an der Alleestraße gesehen, berichtet die Polizei. Nachdem mehrere Einfangsversuche gescheitert waren, war letztlich ein großer Kescher das Erfolgsrezept der vor Ort wachenden Tierpark-Mitarbeiter. Mit diesem konnte der stolze Ziervogel "dingfest" gemacht werden, meldete die Polizei in der Nacht. Der Ausreißer sei zwar erschöpft, aber "sichtlich zufrieden" in seinen Stammhorst zurückgekehrt.

Pfau ausgebüxt - was vorher passierte:

Der prächtige weiße Vogel hatte den Tierpark schon am Mittwoch in Richtung Unbekannt verlassen. Das fiel erst auf, als am Donnerstagmorgen plötzlich sorgenvolle Anrufe beim Radio und bei der Polizei eingingen: Der Pfau war da im Bereich zwischen dem EVK und dem Langewanneweg unterwegs.

Wegen möglicher Verkehrsgefährdung war nun erstmal die Polizei gefragt. Das Team eines Streifenwagens rückte gegen 7 Uhr zur Observierung an und begleitete das Federtier im Lauf des Vormittags so lange, bis es von einem zwischenzeitlich angeforderten Tierfänger abgelöst werden konnte. Das gestaltet sich allerdings schwierig, denn eigentlich findet der Pfau seine neu gewonnene Freiheit offenbar ganz schön. "Er benimmt sich wie ein Geier!", konnte Tierparkchef Sven Eiber über den Vorfall zunächst noch schmunzeln.

Mit einer mitgebrachten Henne wirkte der Tierpfleger zwischenzeitlich auf den Hahn auf Freiersfüßen ein. Auch ein Drohnenflieger wurde kurzfristig organisiert, um den Pfau zu scheuchen. Weil dieser von alldem völlig unbeeindruckt bleib, bestellte Tierparkchef Eiber eine Dachdeckerfirma mit einem Hubsteiger und dem dafür nötigen Personal.

Ausgebüxter Tierpark Pfau auf dem Weg durch den Hammer Süden

Pfau auf Schule, Dachdecker auf Pirsch

Zum Einsatz kamen die Dachdecker zunächst auf dem Gelände der Harkortschule. Dort sprang der Pfau inzwischen in luftiger Höhe munter von einem Baum und von einem Dach zum nächsten. Bis ganz hinauf auf das Gebäude mussten die höhensicheren Handwerker - gebracht hat das alles nichts. Die zunächst noch entspannten Gesichter der vielen Kümmerer zeigten längst resignierende Spuren.

Die erhofften erlösenden Signale blieben auch am späten Nachmittag noch aus. Als wolle er mit den Menschen spielen, trieb sich der Pfau da inzwischen im Bereich Bergengrünstraße/Langewanneweg herum. Tierparkchef Eiber blieb nichts anderes übrig, als auf den Fressinstinkt zu vertrauen: Sollte der Vogel also Hunger bekommen, würde er schon runterkommen von seinem Wunschbaum. Das war bis zum späten Donnerstagabend nicht geschehen. Ausgeschlossen war da aber auch nicht, dass er die Nacht über auf diesem bleiben würden - denn Pfauen schlafen nunmal in Bäumen...

Für Balzzeit hilfreiche Corona-Ruhe vorbei

Hauptverantwortlich für das Verhalten des ausgewachsenen männlichen Vogels ist wahrscheinlich die Corona-Pause der vergangenen Wochen. Denn nun, da der Park auch wieder von Menschen bevölkert wird, gebe es weniger Rückzugsmöglichkeiten, erklärt Eiber. Und diese bräuchten Pfauen in der aktuell laufenden Balzzeit mehr als sonst. Er war also vermutlich wegen der Unruhe Stiften gegangen; nun machen sich die Tierexperten Gedanken, wie es ihm im Park künftig besser gehen kann.

Übrigens: Trotz ihrer Größe und des langen Schwanzes können auch männliche Pfauen fliegen - jedoch weder weit noch hoch. Bei Gefahr erheben sie sich in die Luft, flüchten ins Gebüsch oder suchen auf einem Baum Schutz. Auf Bäumen verbringen sie auch die Nacht, um vor Raubtieren geschützt zu sein. (Quelle: Wikipedia)

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