Prozess am Landgericht Bochum

Nach Brandserie verurteilt: Hammer Feuerwehrmann (32) muss ins Gefängnis

Die Feuerwehr im Einsatz: Ein Brandschützer hat offenbar selbst Feuer gelegt und ist nun verurteilt worden.
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Die Feuerwehr im Einsatz: Ein Brandschützer hat offenbar selbst Feuer gelegt und ist nun verurteilt worden.

Ein 32-jähriger Ex-Feuerwehrmann aus Hamm ist vor dem Landgericht Bochum wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung nun verurteilt worden.

Hamm/Bochum – Nach Auffassung des Gerichts hat der Hammer Brandschützer im Jahr 2017 an einer Brandserie auf ein leerstehendes Bahnhofsgebäude und ein altes Stellwerk im Hertener Ortsteil Westerholt maßgeblich mitgewirkt. Im Bahnhof hatten häufig Obdachlose übernachtet.

Mehrfach waren dort in der zweiten Jahreshälfte 2017 Feuer gelegt worden. Müll, Kartons und Reifen waren angezündet worden. Zwei Mittäter, ebenfalls mit Verbindungen zur Feuerwehr, waren bereits im Jahr 2018 verurteilt worden (Drei Jahre und drei Monate Haft, der andere zu einer Bewährungsstrafe). Sie hatten der Freiwilligen Feuerwehr in Westbrock zu Einsätzen verholfen wollen, hatte es geheißen.

Geschmackloser Scherz endet als Körperverletzung

Der Hammer hatte den zur Haftstrafe Verurteilten in 2017 kennengelernt und war offenbar häufiger mit ihm des nachts in Herten unterwegs gewesen. Selbst bei der Freiwilligen Feuerwehr in Hamm aktiv, hatte er sich über den Hertener erhofft, Zugang zur Berufsfeuerwehr in Herten zu bekommen.

Bei einem dieser Streifzüge kam es zum Übergriff auf einen Obdachlosen im Bahnhof. Die beiden Männer entleerten mehrere Kilogramm Löschpulver aus Feuerlöschern auf ihr hilfloses Opfer. Gebrannt hatte es nicht. Sie hatten einen Spaß machen wollen, was das Gericht jedoch anders sah und als gefährliche Körperverletzung ahndete. Das Opfer trug damals keine gravierenden Schäden davon.

Angeklagter durch Zeugen belastet

Die Brandlegungen hatte der 32-jährige Hammer während der sieben Verhandlungstage stets bestritten. Das Gericht hatte ihm aber keinen Glauben geschenkt. Belastet worden war er insbesondere von seinem Hertener Bekannten, der ausgesagt hatte, sie hätten die Brände abwechselnd gelegt.

Drei Jahre und neun Monaten Haft muss der Feuerwehrmann absitzen. Das Urteil gegen den 32-Jährigen ist noch nicht rechtskräftig. Noch im Gerichtssaal legte sein Verteidiger Revision ein. Der Prozessauftakt war am 13.August gewesen.

Der Angeklagte war bei der freiwilligen Feuerwehr, hatte diese Tätigkeit aber nach seiner vorläufigen Festnahme im Jahr 2018 aus eigenem Antrieb niedergelegt.

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