Bildschirme und Telefone statt Leitern und Schläuche

Hammer Feuerwehr sucht junge Bastler und Tüftler

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Oberbrandmeisterin Silvia Otto steuert den Einsatzleitwagen über den Hof der Feuerwache I an der Hafenstraße. Im Fahrzeug steckt umfangreiche Kommunikationstechnik. Für den Notfall sind sogar noch ein paar analoge Funkgeräte an Bord.

Hamm - Das teuerste Feuerwehrauto Hamms hat keine Leiter und keine Schläuche an Bord. Der Feuerlöscher ist nur für den Eigengebrauch gedacht. Dafür gibt es im „ELW2“ jede Menge Bildschirme und Telefone, vier Computer-Arbeitsplätze und einen Besprechungstisch.

Der Wagen gehört zum Informations- und Kommunikationszug (IuK) der Feuerwehr. Und der sucht Jugendliche, die sich für Feuerwehr und

Feuerwehrmann Arndt Makac zeigt die Computertechnik im Einsatzleitwagen.

Technik interessieren. Die Heimat des 840.000 Euro teuren Einsatzleitwagens – dafür steht „ELW“ – ist eine Halle der Feuerwache I. 25 freiwillige Feuerwehrleute gehören zum IuK-Zug, Brandoberinspektor Jörg Funke ist ihr Chef. Die Truppe rückt immer dann aus, wenn es für die Feuerwehr kompliziert wird: „Feuer ab drei Löschzügen“, zählt Funke auf, Großveranstaltungen und Evakuierungen, beispielsweise bei Bombenentschärfungen.

„Wir sind in der Lage, Netze zu ersetzen“, sagt Funke. „Wichtig ist das bei Netzüberlastung und Stromausfällen.“ Die Arbeit sei etwas für Bastler und Tüflter, wobei keine Spezialkenntnisse vorausgesetzt würden. Die Freiwilligen seien im Hauptberuf beispielsweise Busfahrer, Koch oder Verwaltungsangestellte.

Jugendliche zwischen 10 und 17 dürfen mitmachen

Derzeit sucht die Feuerwehr besonders junge Leute, die sich fürs Basteln begeistern können, sagt Silvia Otto, die die IuK-Jugendfeuerwehr leitet. Die Gruppe gibt es seit fast zehn Jahren, derzeit ist sie im Umbruch. Mitmachen können Jugendliche ab 10 Jahren, das Höchstalter ist 17. Man trifft sich alle zwei Wochen mittwochs von 17.30 bis 19 Uhr am Gerätehaus. Feuerwehr ist dabei nicht alles, sagt Otto. Kino, Zeltlager und Festbesuche stünden auch auf dem Programm.

„Wer mitmacht, darf mit der gesamten Technik arbeiten, die wir haben“, so Otto. Das gilt auch für den ELW2, für die Rechner gibt es Übungsprogramme. Überhaupt: „Wir stellen alles“, sagt Otto. „Und es kostet keinen Mitgliedsbeitrag. Man braucht nur Eigeninitiative.“ Freuen würde sie sich, wenn sich auch Mädchen und Migranten angesprochen fühlten.

Der IuK-Zug stellt sich in einer Informationsveranstaltung am Sonntag, 5. November, von 14 bis 16 Uhr auf dem Hof der Feuer- und Rettungswache I, Hafenstraße 45, vor. Das Gerätehaus des Zuges befindet sich im rückwärtigen Bereich des Geländes. Infotelefon: 02381/875112.

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