In Hamm gibt's ein Festival, zu dem keiner kommen wird

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Kontraste, wie sie größer kaum sein könnten: Im Bild links tummeln sich hunderte Besucher bei einem Open-Air-Konzert auf Radbod, das Bild rechts zeigt dieselbe Szenerie in Corona-Zeiten.

Nicht dabei zu sein, ist in diesem Fall alles. Angelehnt an eine Idee aus Hamburg findet am 25. Juli 2020 das „Keiner kommt Festival“ im Kulturrevier Radbod statt.

Hamm – Musiker und Kulturschaffende tun so, als gäbe es das Musikspektakel tatsächlich und setzen die ganze Maschinerie in Gang: mit echten Plakaten, Tickets und T-Shirts. Über ein Crowdfunding sind diese Artikel als „Dankeschöns“ erhältlich. Damit werden Spenden generiert, die zu 50 Prozent dem Kulturrevier und zu 50 Prozent der Aktion Lichtblicke zugute kommen.

Mit diesem Aufhänger möchte der Verein Jugend und Kultur als Träger des Kulturreviers Radbod zur Unterstützung aufrufen. „Durch die coronabedingte Schließung seit Mitte März und den Ausfall des anstehenden Festival-Sommers fehlen dem Verein bis zum 31. August über 20.000 Euro an reinen Mieteinnahmen“, erklärt Radbod-Geschäftsführer Sven Kirner.

Um einen Teil der Ausfälle aufzufangen, hat der Verein über die Plattform Startnext.com eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen (Link weiter unten). Das Ziel ist es, einen Teil der wegbrechenden Einnahmen aufzufangen, damit der Verein Jugend und Kultur e.V. auch in Zukunft ein vielfältiges und qualitativ anspruchsvolles Kulturprogramm bieten kann.

Auf den zweiten Blick fällt auf, dass das Plakat anders ist. (Ein Klick rechts oben ins Bild öffnet das komplette Motiv.)

Alle Musiker und Künstler aus Hamm aufgerufen

„Alle Musiker und Künstler aus Hamm und der Umgebung sind aufgerufen, beim ,Keiner kommt-Festival’ mitzumachen. Erklärtes Ziel ist es, die Kulturschaffenden aller Genres zusammen zu bringen“, sagt Kirner. „Jeder, der möchte, kommt eben nicht zum Festival, aber auf das Plakat und T-Shirt, welches vielleicht einmal historischen oder zumindest emotionalen Wert besitzt.“

Allen, die teilnehmen, entstehen keine Kosten. Sie sollen als Multiplikatoren fungieren, um der Aktion eine möglichst große Reichweite zu verleihen.

Der Verein will aber nicht nur für sich selbst Gelder akquirieren, sondern auch anderen Gutes tun. „Da die Krise jeden betrifft, werden 50 Prozent der Erlöse an die Aktion Lichtblicke, die seit 1998 in Not geratene Kinder, Jugendliche und ihre Familien unterstützt, weitergegeben“, kündigt Kirner an.

Viele weitere Infos zum ungewöhnlichen Festival:

Als Crowdfunding-Ziel sind 10.000 Euro angesetzt. Die eingegangenen Gelder werden aber in jedem Fall ausgeschüttet. Gebucht werden können gedruckte Tickets für das fiktive Festival, Poster, T-Shirts mit Aufdruck aller Beteiligten sowie echte Party-Karten für ein Event auf Radbod nach Corona. Die Aktion läuft bis zum 25. Juli.

Das ist der Link zu der Crowdfunding-Aktion mit weiteren Informationen: www.startnext.com/keinerkommtfestival.

Alternativ kann auch traditionell so gespendet werden:

Jugend und Kultur e.V., Spar- und Darlehnskasse Bockum-Hövel, Iban DE06410610113113449000.

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