„Das Highlight des Jahres“

Hammer Summer: Mögliches Aus würden die meisten bedauern

Hammer Summer Hamm
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Bei vielen Künstern und Bands war es an der Pauluskirche rappelvoll (hier beim Auftritt von „Glasperlenspiel“).

Das wahrscheinliche Aus für den „Hammer Summer“ bereitet den meisten Hammer Bauchschmerzen. Für etliche wäre es regelrecht ein Schock.

Hamm – Im Rathaus kam die Bitte um eine Bestätigung spürbar zur Unzeit, da man dort im Moment alle Hände voll mit Corona zu tun hat: Wie der WA vor wenigen Tagen erfahren und berichtet hatte, soll das beliebte – und zudem schon immer kostenlose - Open-Air-Musikfestival Hammer Summer auch nach dem Ende der Corona-Krise nie mehr über die Bühne gehen. Tatsächlich klang die offizielle Reaktion auf eine Nachfrage nicht wirklich nach einem klaren Dementi. Das dadurch erzeugte Stimmungsbild in der Öffentlichkeit war schnell ziemlich eindeutig: und zwar eindeutig negativ.

Die vielen Reaktionen und Kommentare zum WA-Bericht zeigen, dass den Hammern ihr „Summer“ wahrlich wichtig ist. Wenn auch dem einen oder anderen Leser ein Auslaufen sehr wohl gefallen würde („Die Idee, Alternativen zum Hammer Summer zu suchen, ist richtig und längst überfällig“ oder „Auf welchen Planeten leben wir? Das Geld wächst scheinbar auf Bäumen. Die Kosten für die Folgen von Corona können noch gar nicht abgeschätzt werden“), so werden wesentlich häufiger Kommentare wie „Jetzt nehmen die uns auch noch das Highlight des Jahres“ hinterlassen.

Gerade weil es Corona gibt, sollte der „Hammer Summer“ nicht geopfert werden, wird mehrfach argumentiert – sehr emotional zum Beispiel hier: „Normalerweise müsste nach dieser dunklen deprimierenden Zeit die fetteste Party ever stattfinden, und zwar durch die ganze Stadt.“

„Hammer Summer“ vor dem Aus: Umfrage bestätigt Meinungen

Wie in allen Jahren seit Bestehen des Hammer Summers poppt auch in diesem Zusammenhang immer wieder Kritik an der Qualität des Programms auf. Ein typischer pragmatischer Konter sieht dann oft so aus wie in diesem Beispiel-Kommentar: „Alle die hier behaupten, sie würden es nicht vermissen, sind vermutlich gleichzeitig die, die beklagen, dass Hamm nichts zu bieten hat. Man kann es auch keinem recht machen.“

Der Gesamttenor der Reaktionen wird durch die klare Tendenz einer Umfrage zum Thema auf WA.de ziemlich eindeutig (wenn auch technisch gesehen nicht repräsentativ) untermauert. Demnach fänden rund 60 Prozent aller Teilnehmer ein mögliches Aus „ziemlich schade“. Nur rund 7 Prozent würden es begrüßen, während der Rest virtuell mit den Achseln zuckt. (Stand 23. Januar)

Dass der Hammer Summer nach 18 Auflagen und drei Absagen (einmal wegen einer Bombedrohung und zuletzt doppelt wegen Corona) tatsächlich bedenklich wackelt, hatte Oberbürgermeister Marc Herter mit folgenden Worten indirekt bestätigt: „Das Format ist in die Jahre gekommen (…) Nach dieser langen Zeit darf man auch einmal über ein neues Konzept nachdenken.“ Man wolle „das kulturpopuläre Angebot in der Innenstadt mit allen Beteiligten in der Innenstadtkonferenz erörtern“, versuchte der OB einen vorläufigen Schlusspunkt unter die Diskussion zu setzen.

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