Unsere Übersicht am Tag danach

"Hammer Summer" abgesagt: So kam es dazu - Jugendliche gesucht

Hamm - Am Ende kam alles zusammen: Nicht nur das Unwetter und die damit verbundenen irreparablen Schäden an der Technik sorgten letztlich für die Absage der 14. Auflage des Hammer Summers. Nach einer Bombendrohung musste der Marktplatz gesperrt werden.

Einen zweiten Anlauf für den Hammer Summer schlossen die Stadtwerke noch am Freitagabend aus. Zu den finanziellen Folgen der Absage konnte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm am Abend noch nichts sagen. 

Die polizeilichen Maßnahmen dauerten bis 21.50 Uhr an, so dass auch angesichts des Zeitplans eine Absage im Grunde unumgänglich war. Gefunden wurde nichts, die Polizei sucht nun nach zwei Jugendlichen, die die Bombendrohung

Die beiden eingesetzten Spürhunde schlugen nicht an, die Polizei fand auch keinen verdächtigen Gegenstand.

ausgesprochen haben sollen. Gegen 16 Uhr meldeten sich zwei Kinder bei Mitarbeitern des Kommunalen Ordnungsdienstes. Sie berichteten von zwei Jugendlichen, die zwischen Bühne und Sparkassen-Gebäude mit einer Flasche und Zündhölzern hantiert haben sollen. Zu den Kindern sagten sie dann, dass sie eine Bombe gebastelt hätten und diese auch schmeißen werden, die Kinder sollten besser den Platz verlassen. Die Jugendlichen verschwanden Richtung Gutenbergstraße und Kino.

"Hammer Summer 2016": Absage wegen Bombendrohung und Unwetterschäden

"Hammer Summer 2016": Absage wegen Bombendrohung und Unwetterschäden

Mit der Meldung der Kinder wurde ein Prozess in Gang gesetzt, der bei Bombendrohungen üblich ist. Die Polizei sperrte den Marktplatz ab. Zu dieser Zeit

braute sich das zweite Unheil am Himmel zusammen. Durch das heftige Gewitter blieb der Marktplatz auch ohne Sperrung leer. Beschädigt wurden aber Gebäudeteile im Umfeld, so kamen Teile der Fassade des WA-Gebäude an der Gutenbergstraße herunter, und – was für die Veranstalter noch schlimmer war – die Technik an der Bühne wurde in Mitleidenschaft gezogen. 

Um eine Panik unter den mittlerweile rund 600 bis 700 Menschen rund um den Marktplatz zu vermeiden, wurden von Seiten der Stadtwerke als Veranstalter als Grund für die Verschiebung die Folgen des Unwetters genannt. Erst kurz vor 20 Uhr bestätigte die Polizei Informationen unserer Zeitung, dass es auch eine Bombendrohung gegeben hatte. Kurz danach erfolgte die offizielle Absage – aufgrund des Unwetters. „Die Technik ist so zerstört, dass dies der alleinige Absagegrund ist“, hieß es von Seiten der Polizei. 

Die Festivalbesucher vor Ort, die teils eine weite Anreise in Kauf genommen hatten, um unter anderem die Lochis zu sehen, reagierten verärgert – schließlich herrschte gegen 20 Uhr wieder bestes Wetter. Doch die Technik machte das nicht wieder heile. Zudem war nicht sicher, ob nicht gelöste Dachziegel auf den Platz fallen konnten. 

"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt

"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt
"Hammer Summer 2016": 14. Auflage geplatzt

Was die angebliche Bombe betraf: Die beiden eingesetzten Spürhunde schlugen nicht an, die Polizei fand auch keinen verdächtigen Gegenstand. „Wir können den Platz erst wieder freigeben, wenn dieser zu 100 Prozent sicher“, sagte ein Polizeisprecher. Dies war aber erst so spät der Fall, dass der Terminplan gehörig ins Wanken geraten wäre, selbst mit funktionierender Technik. 

Die Polizei sucht nun Zeugen, die die zwei Jugendlichen gesehen haben. Von ihnen lag gestern Abend nur eine vage

Beschreibung vor, ohne diese einer Person zuordnen zu können: schwarze Jacke, graue Kapuze, gelbes T-Shirt und blonde Haare. Zugleich bittet die Polizei die beiden etwa elf und zwölf Jahre alten Kinder, die die Jugendlichen gesehen haben wollen, beziehungsweise deren Eltern, sich bei der Polizei zu melden. Die beiden Kräfte des Kommunalen Ordnungsdienstes hatten sich deren Personalien nicht notiert. Die Polizei ging gestern Abend nicht von einer politisch motivierten Tat oder einem extremistischen Hintergrund aus.

Tom Ulrichs, besser bekannt als Tom Thaler von dem Rap-Elektro-Duo Tom Thaler & Basil, das ursprünglich direkt

Es hätte so schön sein können... Wegen der Drohung zweier Jugendlicher kam die Bühne diesmal nicht zum Einsatz. Abgebaut wurde am Samstag.

nach den Lochis hätte auftreten sollen, nimmt die Absage hingegen gelassen. „Ich finde das schon schade“, erklärt er. „Wir hätten wirklich gerne gespielt. Aber wir haben jetzt schon ein paar Bier getrunken, sind sechs Stunden aus Berlin hier her gefahren, da bleiben wir die Nacht noch in Hamm, und schauen mal, was es hier für Kneipen gibt.“ 

Headliner Richard Marx stand für ein Statement nicht zur Verfügung. Zur ausgefallenen Technik soll er jeodch geäußert haben, dass er zur Not auch ein kürzeres Unplugged-Konzert gegeben hätte. Kelvin Jones, der zum Hammer Summer aus London angereist war, hielt vor der Stadthausgalerie kurzerhand ein Ständchen für die aufgebrachten Fans. Die Lochis hatten kurz vor einem Meet & Greet mit einem Fan von dem Abbruch der Veranstaltung erfahren. „Das ist echt total schade“, so Roman Lochmann.

Rubriklistenbild: © Wiemer

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare