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Sommergefühle im Hammer Herbst: Hier blühen tatsächlich noch Sonnenblumen!

Zeigen die Vielfalt der Sonnenblumen-Blühwiese in Hamm-Osttünnen: Mathis Wiehoff, Malte Wiehoff und Philip Rödelbronn.
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Zeigen die Vielfalt der Blühwiese in Osttünnen: Mathis Wiehoff (von links), Malte Wiehoff und Philip Rödelbronn.

Es ist in diesen Tagen der Farbtupfer in einer November-Landschaft, die zwar im Vergleich zu früheren Jahren noch ungewöhnlich grün ist, aber auch selten ein solches Sommerbild zeigt wie jetzt und hier in Hamm.

Hamm - In Osttünnen erblühen aktuell unzählige Sonnenblumen auf einem 8,5 Hektar großen Feld. Und da verwundert es nicht, dass dieser Anblick Tag für Tag Menschen anlockt. Es scheint, als wollten sie in diesem Feld den Sommer noch ein wenig länger genießen. Sie zücken ihre Smartphones, um Fotos zu machen. „Gefühlt hat jeder Osttünner Bürger derzeit ein Profilfoto vor dem Sonnenblumenfeld“, berichtet Iris Wiehoff schmunzelnd. Es ist das Feld ihrer Familie.

Und eigentlich haben die Wiehoffs hier „nur“ eine Zwischenfrucht zwischen Gerste und Mais ausgesät. Entschieden hatten sie sich für eine Wildblumenmischung, die Philip Rödelbronn von der Raiffeisen-Genossenschaft in Osttünnen in diesem Jahr häufig empfohlen hatte. Dass die Sonnenblume auf einem Feld so dominiert, sei in diesem Fall schon außergewöhnlich, erklärt er.

Die besondere Pracht der Blüten auch im November sei bei den Witterungsbedingungen erklärbar. „Es ist schon außergewöhnlich warm im Moment“, sagt Landwirt Burkhard Wiehoff. Und solange sich die Sonne mal blicken und der Bodenfrost noch auf sich warten lässt, kann die Sonnenblume auch im November so erblühen.

Auch im November noch aktiv: Insekten freuen sich derzeit über jede Nahrungsquelle.

Mit diesen Wiesen leisten die Landwirte einen großen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Denn was den Menschen optisch so gefällt, ist für die Tiere eine lebensrettende Maßnahme. Denn auch jetzt sind noch einige Insekten aktiv. Wildbienen und Hummeln seien unterwegs und das Nahrungsangebot in der Natur kleiner geworden. So ist die Pflanzenmischung in Osttünnen ein „gefundenes Fressen“ für die Insekten in dieser Jahreszeit. Damit nicht genug: Die hoch gewachsenen Pflanzen bieten auch Fasanen, Wild, Hasen und Füchsen einen Unterschlupf und Nahrung.

Abgesehen vom guten Gefühl, der Natur etwas Gutes zu tun, profitiert auch Wiehoff von dieser Art der Zwischenfrucht. Denn die Böden werden auf diese Weise gut vorbereitet auf die Maissaat im April, das Bodenleben und die Humusbildung werden gefördert, das Unkraut unterdrückt. Letztlich schafft Landwirt Burkhard Wiehoff hier auch eine ökologische Vorrangflächen mit Blick aufs Greening.

Summa summarum gibt es mit dieser Wiese nur Gewinner: Der Landwirt tut seinem Boden und damit sich Gutes. Die Menschen bekommen beim Anblick bessere Laune. Und die Tiere haben Nahrung und Lebensraum.

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