Infektionszahlen gehen zurück - aber...

Fast täglich Todesfälle: Wer stirbt in Hamm an oder mit Corona?

Corona-Intensivstation
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Patienten, die mit Covid-19 sterben, lagen oft zuvor auf einer Intensivstation (Symbolbild).

Seit etwa einer Woche gibt es in Hamm deutlich mehr Menschen, die eine Corona-Infektion hinter sich lassen als solche, die sich neu mit dem Virus anstecken. Dem gegenüber stehen auffällig häufige Todesfälle.

Hamm - Tatsächlich werden die entspannteren Aussichten in Hamm durch die zuletzt relative Häufung von Todesfällen in Zusammenhang mit Covid-19 getrübt. Auch am Dienstag wurde ein Todesfall bekannt, es war der 57. im Verlauf der Pandemie und betraf einen über 80-jährigen Mann, der Vorerkrankungen hatte. (News zum Coronavirus in Hamm.)

Sterben die Menschen in Hamm nun „an“ oder „mit“ Corona?, lautet eine häufig gestellte Frage an die WA-Redaktion. Die Antwort hierauf fällt nicht eindeutig aus.

Fast täglich Corona-Todesfälle in Hamm: Vereinzelt auch Gesunde

Die überwiegende Mehrzahl der Gestorbenen aus Hamm ist hochbetagt und gebrechlich gewesen. Viele von ihnen seien ohnehin in der Endphase ihres Lebens gewesen und wären auch an einer anderen Virusinfektion gestorben, sagte Dr. Markus Unnewehr, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin an der St.-Barbara-Klinik, auf WA-Nachfrage. Allerdings gebe es sehr vereinzelt auch Fälle, bei denen an sich recht gesunde Menschen an der Infektion gestorben seien. Dies betreffe zudem alle Altersgruppen.

Ferner habe es auch in Hamm Fälle gegeben, in denen die Patienten überhaupt nicht von der Corona-Infektion beeinträchtigt waren, die gleichwohl an einer anderen Erkrankung gestorben seien.

Fast täglich Corona-Todesfälle in Hamm: Übersicht über das Alter

Nach Berechnung der Stadt hatten 89 Prozent der in Hamm Gestorbenen eine oder mehrere Vorerkrankungen. Hier die Altersübersicht der Hammer Todesfälle:

  • 40 - 49 Jahre: 1
  • 50 - 59 Jahre: 3
  • 60 - 69 Jahre: 1
  • 70 - 79 Jahre: 11
  • 80 - 89 Jahre: 26
  • über 90 Jahre: 15

Anders als bei der ersten Welle im Frühjahr, als etwa 22 Prozent der Infizierten im Krankenhaus behandelt wurden, ist die Zahl der schweren Verläufe im Herbst 2020 geringer. Etwa 7 bis 10 Prozent müssen in einer Klinik behandelt werden.

Ferner ist die Sterblichkeitsrate deutlich zurückgegangen. Während sie im Frühjahr bei knapp 7 Prozent lag, liegt sie nunmehr bei unter einem Prozent. „Die Krankheit überträgt sich inzwischen einfacher, verläuft aber weniger häufig sterblich“, sagt Unnewehr.

Mit den vielen Neuinfizierten müssen auch etliche Kontaktpersonen in die häusliche Quarantäne. Eine neue Verordnung vereinfacht die Regelungen. Hier klicken für einen Überblick. (Wichtig: Nach Angaben aus dem Rathaus greift diese Regelung in Hamm wahrscheinlich erst in einer Woche.) Unterdessen ist für Hamm der Standort für das geplante Impfzentrum gefunden worden. Alles dazu aktuell auf WA.de.

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