Fast 1000 Flüchtlinge in Hamm ohne Bleibeperspektive

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Die Grafik zeigt die Verteilung der untergebrachten Flüchtlinge und Asylbewerber nach Sozialräumen.

Hamm -  Die Stadt Hamm rechnet im kommenden Jahr mit der Zuweisung von rund 600 neuen Flüchtlingen. Zugleich werden in 2017 etwa 300 Rückführungen erwartet. Die Kosten für die Flüchtlinge beziffert die Stadt auf 17,6 Millionen Euro.

Aktuell leben 1331 Flüchtlinge in der Stadt, fast 1000 von ihnen haben laut Stadt keine Bleibeperspektive. Die meisten der 1331 Flüchtlinge, die in Übergangswohnheimen und Wohnungen in Hamm untergebracht sind und die sich noch im Asylverfahren befinden oder deren Verfahren negativ abgeschlossen ist, wohnen in der Stadtmitte (288) und im Hammer Westen (257), die wenigsten in Rhynern (72) und Herringen (65).

Die fünf häufigsten Herkunftsländer sind Syrien (254), Afghanistan (168), Irak (150), Serbien (92) und Kosovo (78). Nach dem so genannten „Königsteiner Schlüssel“ werden Nordrhein-Westfalen 21,2 Prozent der nach Deutschland eingereisten Flüchtlinge zugewiesen, die Stadt Hamm erhält davon 0,98 Prozent. 

Dass nach 336 bislang in diesem Jahr zugewiesenen Personen deren Zahl im nächsten Jahr laut Prognose auf 600 steigen wird, begründet die Stadt mit der Schließung der Alfred-Fischer-Halle als Notunterkunft. Wie berichtet, sind dort keine Flüchtlinge mehr untergebracht. 357 Flüchtlinge haben laut Stadt eine Bleibeperspektive. 

Rund 83 Prozent von ihnen leben bereits in Wohnungen. 195 sind unter 25 Jahre alt, davon 58 Prozent unter 18 Jahre. Von den 974 Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive leben rund 82 Prozent in Wohnungen. 526 sind unter 25 Jahre alt, davon 65,8 Prozent unter 18 Jahre. Der Anteil der Alleinstehenden unter allen Flüchtlingen liegt bei 66 Prozent.

In Hamm gilt nach wie vor das Prinzip „Freiwillige Ausreise vor Abschiebung“. Bislang gab es in diesem Jahr 196 freiwillige Ausreisen. Im Vorjahr waren es 122. Es erfolgten 27 Abschiebungen (Vorjahr: 10). Untergetaucht sind 31 Flüchtlinge, im Vorjahr vier. Angesichts des hohen Anteils von Personen ohne Bleibeperspektive will die Stadt ihre Rückführungsarbeit 2017 verstärken. 

Die Stadt geht davon aus, dass sie 2017 durchschnittlich 1200 Flüchtlinge betreuen wird. Im Haushaltsplan rechnet man mit einem finanziellen Aufwand pro Flüchtling in Höhe von 14.696 Euro pro Jahr. 49 Prozent davon machen die Transferaufwendungen aus, 19 Prozent sind Personalkosten.

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