Streit

Mehr Raum für Radfahrer auf Fangstraße - Anwohner fühlen sich übergangen

Die Fangstraße von der Kamener Straße aus in Richtung Herringen
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Radfahrer sollen auf der Fangstraße mehr Raum bekommen.

Herringen/Pelkum – Trotz Bedenken der Anwohner hat der Rat der Stadt Hamm auf seiner letzten Sitzung den Ausbau der Fangstraße von der Kamener Straße bis zur Ortsgrenze mit 34:2 Stimmen beschlossen. Zuvor hatten die Bezirksvertretungen Pelkum und Herringen die Vorlage mehrheitlich empfohlen.

Hauptgrund für die Erneuerung sei der schlechte Fahrbahnzustand der Fangstraße. Es handelt sich dabei um die ersten rund 580 Meter von Wiescherhöfen in Richtung Herringen. Die Verlängerung um 200 Meter über die Goerallee hinaus war schließlich auch der Grund dafür, dass die zunächst für den Sommer geplante Sanierung verschoben wurde. Zusätzlich soll der Querschnitt der überbreiten Fahrbahn nach aktuellem Stand der Technik neu aufgeteilt werden. „Im Zuge der Fahrbahnerneuerung soll die Gelegenheit genutzt werden, diesen Straßenabschnitt radfahrerfreundlich umzugestalten, was auch Ziel des kommunalen Klimaaktionsplans ist“, so die Verwaltung. Die Maßnahme soll im Frühjahr umgesetzt werden.

Um allen Verkehrsteilnehmern, einschließlich der unmittelbaren Anlieger, eine verkehrssichere Nutzung der Straße nach erfolgter Fahrbahnerneuerung anbieten zu können, soll die Markierung mit beidseitigen Radschutzstreifen und alternierendem Längsparkstreifen angelegt werden, wodurch sich die Fahrbahnbreite verringern wird. Die zukünftige Aufteilung der Fangstraße soll sich wie folgt darstellen: Zwei Meter Gehweg, zwei Meter Parkstreifen, 0,5 Meter Sicherheitstreifen, 1,5 Meter Angebotsstreifen für Radfahrer, circa 5,5 Meter Fahrbahn, 1,50 Meter Angebotsstreifen für Radfahrer und zwei Meter Radweg.

Die Kosten der Maßnahme belaufen sich gemäß der Planung auf rund 691 000 Euro. Es wird mit Fördergeldern aus dem Konjunkturpaket III in Höhe von knapp 371 000 Euro gerechnet. Der Eigenanteil der Stadt beläuft sich dabei auf rund 108 000 Euro. Den Rest – insgesamt 212 000 Euro – teilen sich das Land und die Anwohner.

Aber nicht nur deswegen sehen sie Klärungsbedarf, wie sie die Verwaltung in zwei Briefen haben wissen lassen. Im Fokus dabei: Bereits 2014 fand in diesem Bereich der Fangstraße eine Fahrbahnsanierung statt. Laut Verwaltung ist es in der Zwischenzeit jedoch zu Absackungen im Unterbau gekommen, die den Zustand der Straße verschlechtert hätten.

Für die Anwohner stellt sich vor diesem Hintergrund eine Frage: Deutet der heutige Zustand der Fangstraße auf eine unsachgemäße Sanierung im Jahre 2014 hin, oder gibt es in diesem Bereich eventuell Bergschäden? Daher wäre es für die Anwohner interessant zu wissen, wie es mit der Gewährleistung aussieht und inwieweit die RAG an den Kosten beteiligt werden kann. Zudem verweisen sie darauf, dass die Fangstraße täglich von rund 9 000 Fahrzeugen befahren wird. Und die wenigsten Fahrer kämen zu ihnen.

Probleme haben sie auch mit dem Flüsterasphalt, der dort aufgetragen werden soll. „Die Förderung der Lärmbekämpfung ist sicherlich löblich“, heißt es in einem Schreiben vom 4. Januar. Dass das aber auf dem Rücken der Anwohner durchgeführt werden soll, sehe man nicht ein. „Flüsterasphalt ist wesentlich teurer als normaler Asphalt und hat eine erheblich geringere Widerstandsfähigkeit“, befürchten sie, dass die Fangstraße angesichts der vielen Fahrzeuge in einigen Jahren erneut saniert werden muss. Und: Man frage sich natürlich auch, warum die Sanierung der Alten Landwehrstraße ohne Bürgerbelastung durchgeführt werde, die der Fangstraße aber schon.

Einige Fragen wurden mittlerweile durch die Verwaltung beantwortet. Demnach wurde 2014 lediglich eine Deckensanierung durchgeführt, um „Frostschäden im Unterbau zu verhindern“. Die jetzt anstehende grundhafte Fahrbahnerneuerung sei durch ein Absacken des Unterbaus und Risse im Oberbau bedingt und daher unerlässlich. Zudem werde der Querschnitt der Fahrbahn verändert, um mehr Platz für Radfahrer zu schaffen. Es bestehe eine grundsätzliche Beitragspflicht.

Interessant ist die von den Anwohnern Anfang des Jahres aufgeworfene Frage nach einer möglichen Gewährleistung beziehungsweise einer Beteiligung des Bergbaus. Die Antwort hier steht noch aus. Eindeutig sieht sie hingegen bei der Frage aus, warum der marode Gehweg nicht gleich mitsaniert wird. Diese Maßnahme ist laut Verwaltung nicht förderfähig und würde im Umkehrschluss die Anliegerbeiträge weiter erhöhen.

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