500 glückliche Hühner: In Corona-Zeiten stellt sich Möllers Hühnerhotel neuen Herausforderungen

Frank und Susanne Möller und ihre glücklichen Hühner im Hühnerhotel am Ennigerberg.
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Frank und Susanne Möller und ihre glücklichen Hühner im Hühnerhotel am Ennigerberg.

Nicht überall zeitigt Corona Negativ-Folgen. Familie Möller und ihr Hühner-Hotel sind in Heessen und darüber hinaus bekannt für ihre Gastfreundlichkeit. Die Liebe zum Federvieh und die Verärgerung über schlechte Tierhaltung führte dazu, dass Susanne und Frank Möller zeigen, dass es anders geht.

Heessen – Aus einem Hobby wurde eine Aufgabe: 500 glückliche Hühner wohnen bei Familie Möller in zwei mobilen Hühnerhotels, in den kommenden zwei Monaten soll ein weiteres Hotel mit erneut 250 Hühnern dazu kommen.

Täglich um 10 Uhr öffnen sich die Türen der sich selbst verwaltenden Ställe. Die beliebten Kinder-Führungen, in denen die Jüngsten viel über die Haltung des lieben Federviehs erfahren, sind erst einmal offiziell bis September abgesetzt. Tatsächlich rechnen die Möllers aber eher damit, erst 2021 wieder durchstarten zu können. „Der Schutz der Kinder und unserer Besucher hat für uns Priorität“, verdeutlicht Susanne Möller, selbst Mutter zweier Kinder.

Kuschel-Offensive bei Familie Möller

Nicht zuletzt auch ob des ein oder anderen kuschelbedürftigen Huhns ist der Betrieb bekannt geworden. Die Tiere der Möllers sind sehr zutraulich. Kinder, die Hühner knuddeln, das zählte bis Corona zu typischen Impressionen von dem idyllisch gelegenen Hof am Ennigerberg.

Fehlen den Hühnern die Kinder? „Wenn die Hühner ein paar Streicheleinheiten brauchen, sind wir ja auch noch da und fangen das auf“, sagt Susanne Möller und lacht beim Gedanken an eine Kuschel-Offensive gegen die Krise. Gemeinsam mit den Schwiegereltern besucht sie ihre „Hühnis“, wie sie die Tiere liebevoll nennt, bis zu drei, vier Mal am Tag.

Die Hühner legen ihre Eier in Familiennester, die mit Dinkelspelzen ausgelegt sind. „So bleiben die Eier sauber. Wenn man so will, ist bei uns jeden Tag Ostern, wir müssen die Eier ja zwischen den Dinkelspelzen heraussuchen. Außerdem gibt es noch ein, zwei Spezialisten unter den Hühnis, die ihre Eier in der Wiese verstecken.“

Um 250 Hühner und einem Hühner-Hotel soll der Hof am Ennigerberg der Familie Möller erweitert werden.

Mehr Auswahl im Hofladen

Mehr Zeit für die Einstellung seiner Kettensägenkunstwerke findet Frank Möller trotz Corona nicht – als Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist er quasi im Zweitjob Landwirt und im Drittjob Kettensägenkünstler. Derzeit bauen die Möllers ihr Hofladen-Sortiment aus: Mehl, Gries, Kräuter, Salze, Fleisch und Grillfleisch sowie Eis. Ihre Produktpalette wächst stetig und sie setzen auf Netzwerktechnik, bauen die Kontakte zu Vertriebspartnern in Hamm und der Region aus.

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Einkaufen und Rasten mit Distanz

Corona spiele den Hofläden letztlich in die Karten – das gehe letztlich jedem Hofladen so, sagt Susanne Möller. „Wir haben das Glück, dass wir Lebensmittel vermarkten. Besonders ältere Leute kaufen gerne bei uns ein“, sagt Susanne Möller. „Da heißt es dann: ,Meine Tochter hat mir verboten, einkaufen zu gehen, aber hier zu Ihnen auf den Hof darf ich kommen.“ Weil eben weniger los ist als in einem normalen Supermarkt.

Und wenn es die Zeit erlaubt, nimmt sich Möller natürlich auch Zeit für einen kleinen Schwatz auf Abstand, denn die Atmosphäre auf dem Hof ist recht familiär. „Mit Mundschutz – das ist so eine Sache. Aber wir tragen ihn und unsere Kunden auch. Jetzt im Sommer spricht sicher nichts dagegen, wenn zwei, drei Familien gleichzeitig auf unserem Hof sitzen, eine Radfahr-Pause einlegen und ein Eis essen. Dabei können sie dann die Hühner beobachten. Wir haben genug Platz, damit die entsprechenden Abstände eingehalten werden können.“ Für die Möllers ist Corona weniger eine wirtschaftliche Katastrophe als vielmehr eine Herausforderung, die sie angehen.

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