Falschgeld in Hamm

Wie im Krimi: Teenager übergibt auf Parkplatz 70.000 Euro - Verkäufer wird misstrauisch

[Update] Dieses faule Geschäft roch so sehr nach Ärger, dass ein 20-Jähriger aus Hamm misstrauisch wurde. Am Ende eines kuriosen Einsatzes der Polizei klickten gleich dreimal die Handschellen.

Hamm - Im Internet gehen so manche Antiquitäten, Wertgegenstände oder Seltenheiten über den digitalen Warentisch. Ein großes Geschäft wollte jetzt offenbar auch ein 20-Jähriger aus Hamm machen. Auf der Verkaufsplattform Ebay-Kleinanzeigen bot er nach Angaben der Polizei mehrere hochwertige Uhren sowie einen Oldtimer zum Verkauf an.

Augenscheinlich weckte er damit das Interesse eines 17-Jährigen aus Castrop-Rauxel. Der meldete sich jedenfalls und einigte sich mit dem 20-Jährigen darauf, 40.000 Euro für die Uhren und als Anzahlung für den Oldtimer zu bezahlen. Das Geschäft sollte allerdings nicht per Überweisung, sondern per Übergabe abgewickelt werden.

Falschgeld in Hamm: Showdown auf dem Sparkassen-Parkplatz

Dafür trafen sich die beiden am Montag (14. Dezember) gegen 13 Uhr auf dem Parkplatz der Sparkasse an der Hohenhöveler Straße in Hamm. Der 17-Jährige hatte - offenbar als Verstärkung - einen 32- und einen 34-Jährigen dabei. Sie blieben allerdings die komplette Zeit über im Auto sitzen. Diese beiden Personen kommen aus Düsseldorf und Hürth. Alle drei haben die serbische Staatsangehörigkeit. Ob sie miteinander verwandt sind, ist noch unklar.

Auch der 20-Jährige hatte übrigens einen Begleiter dabei.

Mit diesen wenig überzeugenden Falschgeld-Scheinen wollte der 17-Jährige den Verkäufer austricksen.

Auf dem Parkplatz zeigte der 17-Jährige dem Verkäufer nach Angaben der Polizei zunächst drei augenscheinlich echte 200-Euro-Scheine. Das restliche Geld sollte sich in einer Tasche befinden, die er mehrfach kurz öffnete. Diese Tasche sollte wiederum - wie in einem klassischen Spionage-Film - mit der Tasche getauscht werden, in der sich die Uhren befanden.

Bei den angebotenen Zeitmessern handelte es sich um fünf hochpreisige Uhren. Eine der Marke Rolex, eine der Marke Jaeger-LeCoultre, eine Longines und zwei Omega-Modelle.

Falschgeld in Hamm: Vermeintliches Opfer durchschaut Blütentrick sofort

Da der 20-Jährige aus Hamm allerdings wenig überraschend aufgrund der Gesamtumstände misstrauisch wurde, nahm er zunächst nur die Geldtasche und ging in die Sparkassen-Filiale. Hier fiel ihm sofort auf, dass es sich bei dem Geld um in Banderolen zusammengefasste, gefälschte 200-Euro-Scheine handelte.

Der 20-Jährige alarmierte sofort die Polizei, die die drei Männer in ihrem Auto auf dem Parkplatz antraf und anschließend festnahm. Sie hatten offenbar in der Hoffnung auf dem Parkplatz gewartet, die Uhren noch ausgehändigt zu bekommen. Den Oldtimer hatte der 20-Jährige nicht dabei.

Während die 32 und 34 Jahre alten Begleiter nach der Vernehmung entlassen wurden, blieb der 17-Jährige in Haft. Er wies sich zunächst mit falschen Personalien aus, konnte aber nach einem Abgleich seiner Fingerabdrücke identifiziert werden. Er lebte nach Angaben der Polizei zuletzt in Belgien. Für das Verwirrspiel hatte er aus seiner Sicht einen guten Grund: Gegen den Jugendlichen lag ein Untersuchungshaftbefehl der Staatsanwaltschaft Münster wegen Einbruchdiebstahls vor.

Insgesamt befanden sich knapp 350 gefälschte 200-Euro-Scheine in der Tasche, denen sämtliche Sicherheitsmerkmale fehlen und vergleichbar mit sogenanntem „Movie-Money“ sind. Wäre das Geld echt gewesen, wäre der 20-Jährige mit deutlich mehr Geld nach Hause gegangen als vereinbart war. Als Banknoten hätten die 350 Scheine einen Wert von 70.000 Euro gehabt.

Falschgeld-Geschäft in Hamm: Noch viele Fragen offen

Zu dem Vorfall sind indes noch etliche Fragen offen. Das liegt daran, dass die Polizei die beiden Hauptbeteiligten noch nicht als Zeugen vernehmen konnte. Der 17-Jährige lässt sich anwaltlich vertreten.

Noch unklar ist etwa, um was für ein Auto es sich bei dem Oldtimer handelt und für wie viel Geld er am Ende verkauft werden. Dass ein 20-Jähriger so hochpreisige Geschäfte abwickelt ist ebenfalls ungewöhnlich. Es ist unklar, ob er Oldtimer und Uhren nur im Auftrag anbot oder selbst Eigentümer ist. Ob es sich möglicherweise ebenfalls um Fälschungen handelt, ist noch nicht zu beantworten gewesen.

Rubriklistenbild: © Polizei Hamm

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