Vorgang reihenweise missverstanden

Falsch eingetütet: Hunderte Stimmen der Stichwahl in Hamm ungültig

Der Hausbriefkasten am Rathaus war Sammelpunkt für nicht mehr per Post zustellbare Briefwahlunterlagen.
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Letzte Anlaufstelle am Sonntag: Der Hausbriefkasten am Rathaus war Sammelpunkt für nicht mehr per Post zustellbare Briefwahlunterlagen.

Es gibt nichts, was es nicht gibt: 491 Wahlberechtigte gaben am Sonntag bei der Stichwahl ums Oberbürgermeisteramt eine ungültige Stimme ab.

Hamm – Das waren immerhin 0,73 Prozent der Wähler und keineswegs Menschen, die bei der Wahl auf diese Weise bewusst ein (seltsames) Zeichen hatten setzen wollen. Tatsächlich handelte es sich zum ganz überwiegenden Teil um Briefwähler, die die Unterlagen falsch in die Umschläge gesteckt und zurück an Wahlamt geschickt hatten. Das sagte Wahlleiter Markus Kreuz auf WA-Nachfrage.

„Eigentlich ist das Prozedere zwar gar nicht schwierig und es gab ja auch einen Begleittext, in dem alles genau erklärt wurde“, sagte Kreuz. Trotzdem wurde es reihenweise falsch gemacht – beispielsweise in der Stadtmitte mit allein rund 150 falsch eingetüteten Unterlagen.

Hintergrund könnte sein, dass Menschen, die des Deutschen nicht mächtig sind, das Prinzip nicht verstanden hatten. Wenn nämlich der Wahlschein zusammen mit den übrigen Unterlagen in ein Kuvert gesteckt wird, dann ist die Stimme automatisch ungültig. Das Kuvert wird erst gar nicht geöffnet, denn sonst würde erkennbar, welchen Kandidaten der Betreffende gewählt hatte – und das wäre ein Verstoß gegen das Wahlgeheimnis. Auffallend oft sei das bei diesem Wahlgang genau so geschehen, so Kreuz.

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