Fall Thomas Ewers: Desaströse familiäre Verhältnisse

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Thomas Ewers verfolgte mit seinem Anwalt Dr. Michael von Glahn als Nebenkläger den Prozessauftakt.

HAMM/DORTMUND - Im Prozess um eine angeblich erfundene Vergewaltigung hat am Mittwoch der vermeintliche Täter als Zeuge ausgesagt. Thomas Evers (46) schilderte in dürren Worten vor dem Dortmunder Landgericht sein Schicksal, nachdem er von seiner damaligen Lebensgefährtin und jetzigen Angeklagten zu Unrecht der Vergewaltigung bezichtigt worden sei.

Von Juli 2003 bis zu seiner Entlassung am 12.3.2010 hat er im Gefängnis gesessen, davon rund fünf Jahre in der JVA in Werl. Gleich am ersten Tag seiner Inhaftierung will er gegenüber einem Gefängnispsychologen erneut beteuert haben: „Ich bin unschuldig!“ Auch als Zeuge vor dem Dortmunder Landgericht ließ Evers am Mittwoch das Gericht wissen: „An den Vorwürfen ist nichts dran. Das ist insgesamt erfunden!“

Er habe seine frühere Partnerin und Mutter einer gemeinsamen Tochter weder vergewaltigt noch misshandelt und auch nicht, wie ursprünglich angeklagt, ihre Wohnungstür mit einer Brechstange gewaltsam geöffnet. „Stress“ habe es hingegen in dem jahrelangen Auf und Ab ihrer Beziehung wiederholt gegeben, Alkohol und Drogen hätten da auch eine Rolle gespielt. Das Verhältnis zu dem späteren Freund seiner Ex, dem wegen der falschen Beschuldigungen jetzt Mitangeklagten, sei auch eher belastet gewesen: „Den habe ich schon auf dem Kieker gehabt, weil der immer wieder mein Kind geschlagen hat.“

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Einmal sei es dann auch zu einer Schlägerei mit diesem gekommen, die Quittung dafür habe er in Form einer mehrmonatigen Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung bekommen. Einen Einblick in desaströse familiäre Verhältnisse gab die Tochter der Angeklagten: „Der neue Freund meiner Mutter war gewalttätig, nahm regelmäßig Drogen und hat uns fast täglich geschlagen“. Die junge Frau soll als erste aktiv den Vergewaltigungsvorwurf gegen ihren Vater hinterfragt und durch Gespräche mit der Mutter und dem damals noch inhaftierten Vater das jetzt laufende Verfahren ins Rollen gebracht haben. - mw

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