„Charta Faire Metropole Ruhr 2030“ unterzeichnet

Stadt Hamm verspricht: Künftig fairer Handel an jeder Stelle

Unterschrift Nummer eins: Hamm steht hinter der Charta Faire Metropole Ruhr 2030.
+
Unterschrift Nummer eins: Hamm steht hinter der Charta Faire Metropole Ruhr 2030.

Als erste der 53 Kommunen der Metropole Ruhr hat die Stadt Hamm nach einem vorausgehenden Ratsbeschluss die Charta Faire Metropole Ruhr 2030 unterzeichnet. Aber was heißt das überhaupt?

Hamm - Faire und nachhaltige Beschaffung sind von nun an bei jedem Vorgang in der Verwaltung ein Thema. „Wir wollen ja nicht nur sonntags über Nachhaltigkeit reden, sondern die Dinge auch montags umsetzen“, sagte OB Marc Herter. „Trotzdem können wir nicht versprechen, dass wir alles innerhalb weniger Tage umstellen. Das ist ein Prozess, der Jahre dauern wird.“ Dementsprechend ist die Charta mit der Jahreszahl 2030 als Ziel formuliert. Selbstredend werde mit der Umsetzung aber jetzt begonnen.

Hamm ist seit 2012 bereits Fairtrade-Town. Nun soll – auch in Zusammenarbeit mit dem Forum für Umwelt und gerechte Entwicklung (Fuge) – nochmal eine neue Dynamik erzeugt werden. „Das ist aktiver Schutz von Mensch und Natur“, so Herter.

Die Erfordernisse würden nun auch in Ausschreibungen für Projekte und Arbeiten übernommen. „Der Markt für nachhaltige und faire Produkte ist in vielen Sparten noch nicht da, es ist aber viel in Bewegung“, sagte Umweltdezernent Volker Burgard. „Bei insgesamt 53 potenziellen Großkunden werden sich die Firmen anpassen müssen.“

Als praktische Beispiele nannten die Verantwortlichen etwa die T-Shirts der Feuerwehr, die unter der Einsatzkleidung getragen werden, und sämtliche Büroartikel sowie auch Laptops und E-Geräte von Verwaltungsmitarbeitern.

Die sieben Hauptziele der Charta:

  • Die Anzahl der kommunalen Einkäufe erhöhen, in denen die Einhaltung von Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation nachgewiesen werden muss,
  • die Anzahl der kommunalen Einkäufe erhöhen, die darüber hinaus den Kriterien des Fairen Handels entsprechen,
  • aktiv die „FairtradeTowns“-Kampagne unterstützen, über den Fairen Handel informieren, das Thema im Stadtmarketing stärken und den Anteil fair gehandelter Produkte bei kommunalen Veranstaltungen erhöhen,
  • im Rahmen der Wirtschaftsförderung Projekte von Unternehmen unterstützen, die den Fairen Handel fördern,
  • in der Metropole Ruhr die Anzahl der Fairtrade-Schools, Faire Kitas, Fairtrade-Universities (Universitäten und Hochschulen) sowie der Fairen Jugendhäuser erhöhen,
  • den Fairen Handel und die Faire öffentliche Beschaffung im Rahmen unserer Städtepartnerschaften thematisieren,
  • in der Kommune mindestens eine Ansprechperson für Fairen Handel/Faire Beschaffung benennen.

Zusätzlich hat der Rat noch drei weitere Ziele beschlossen: den Kauf von Produkten des Fairen Handels bei anerkannten Organisationen, die Planung und Durchführung von vier Info-Veranstaltungen zu Fairtrade-Schools und Fairen Kitas, um die Zahl der Teilnehmer konsequent zu erhöhen sowie die Entwicklung eines Konzeptes zum Thema „Fairer Handel im Sport“ in Kooperation mit den Sportvereinen und dem Stadtsportbund.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare