Wenige Ausnahmen

Im Corona-Lockdown: Ausbildung in Fahrschulen in Hamm rollt langsam aus

Fahrlehrer Jürgen Hoffmann in einem Fahrschulwagen
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Arbeitet die Ausnahmen ab: Fahrschul-Chef Jürgen Hoffmann erklärt die Regeln für Fahrlehrer im Lockdown.

Die Räder rollen nur reduziert in den Hammer Fahrschulen – aber immerhin. Trotz Corona-bedingtem Lockdown ist die Fahrausbildung nicht überall zum Erliegen gekommen. Denn es gibt Ausnahmen, weiß Jürgen Hoffmann, der selbst in Hamm mehrere Fahrschulen betreibt und Unterbezirksvorsitzender des Fahrlehrerverbandes ist.

Hamm – Ausnahmen in Fahrschulen gelten für berufliche Ausbildungen, aber auch für bestimmte Fahranfänger. Jugendliche, die jetzt mit einer Führerscheinausbildung beginnen möchten, haben das Nachsehen: Sie müssen sich bis nach dem Lockdown gedulden.

StadtHamm
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner179.397 (2016)

Wer allerdings schon vorher mit der Ausbildung begonnen hatte und „kurz vor dem Abschluss“ steht, darf sie laut Hoffmann fortsetzen. Das gelte auch für diejenigen, die beispielsweise bei der bisher letzten theoretischen Prüfung im Dezember nicht bestanden haben. Auf diese Weise gebe es doch noch einige, wenn auch wenige, junge Fahrschüler. Darum seien die Pkw der Fahrschulen auch noch sporadisch unterwegs.

Im Corona-Lockdown: Ausbildung in Fahrschulen in Hamm rollt langsam aus

Eine Motorradausbildung findet bei Hoffmann im Winter sowieso nicht statt: „Von Dezember bis Februar stehen die Zweiräder still, die Ausbildung beginnt frühestens im März wieder.“

Zusammen mit der beruflichen Ausbildung seien bei Hoffmann immerhin drei Fahrlehrer voll ausgelastet, das übrige Team sei reduziert im Einsatz.

Fahrschulen im Corona-Lockdown in Hamm: Prüfungen beim TÜV „berufsbezogen“

Wann die nächsten Prüfungen ohne berufsbedingte Notwendigkeit in den Fahrschulen in Hamm sein werden, weiß Hoffmann nicht – trotzdem habe er gerade erst für nächste Woche Prüfungen beantragt. Die finden beim Technischen Überwachungsverein (TÜV) statt – normalerweise. Denn auf seiner Homepage schreibt der TÜV, dass in Nordrhein-Westfalen nur noch Fahrerlaubnisprüfungen durchgeführt werden, „die berufsbezogen notwendig und nicht verschiebbar sind“.

Ganz anders ist die Fahrschul-Situation, wenn es um die Ausbildung zum Berufskraftfahrer geht – sei es als Lkw- oder als Bus-Fahrer. Darum laufen die Großfahrzeuge sowohl bei Jürgen Hoffmann als auch bei der Ausbildungs-Academy, die zwar auch einen „normalen“ Fahrschulbetrieb anbietet, die sich aber auf die Schulung auf Lkw, Bus, Gabelstapler und Ladekran spezialisiert hat.

Laut Geschäftsführer Andreas Falkner gibt es in dem Bereich zurzeit sogar „enorm viele Anfragen“ zur Weiterbildung. Denn die sogenannte „Zusatzqualifikation 95“ (siehe Infokasten) muss alle fünf Jahre erneuert werden. Und Falkner hat den Eindruck, dass viele Berufskraftfahrer gerade wegen des Corona-Lockdowns jetzt mehr Zeit haben, die sie für den Erwerb der Qualifikation nutzen möchten.

Fahrschulen im Corona-Lockdown in Hamm: Nur teilweise Online-Schulungen

Während in der Ausbildungs-Academy noch Präsenz-Unterricht mit viel Abstand und natürlich Mund-Nase-Schutz für Berufskraftfahrer stattfindet, setzt Jürgen Hoffmann auf Online-Schulungen – auch bei Fahranfängern: „Das läuft beim theoretischen Unterricht seit November bei uns.“

Die Zoom-Konferenzen seien zwar nur eine Notlösung und würden den Präsenzunterricht nicht wirklich ersetzen. Aber mithilfe der entsprechenden App und des Lehrbuchs sei so dennoch eine Vorbereitung auf die theoretische Prüfung möglich.

Der Online-Unterricht in Fahrschulen bedeutet allerdings einen deutlich Mehraufwand, den nicht alle betreiben wollen. Für Wolfgang Dobmeier-Borkowski, Inhaber der Fahrschule Hördemann in Hamm, ist das beispielsweise kein Thema – noch nicht. Er will abwarten, wie sich die Situation nach dem bisher angepeilten Ende des Lockdowns Ende Januar entwickelt.

Müssten Fahrschulen auch danach geschlossen bleiben, wolle er seine Entscheidung überdenken. Bis dahin ruht der Unterricht bei ihm komplett und er hofft auf staatliche Unterstützung, um diese Zeit zu überstehen. Das gilt wohl für die meisten vor allem kleineren Fahrschulen ohne Berufskraftfahrerausbildung.

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