Fahrraddiebe haben es in Rhynern nicht leicht - Dorfgemeinschaft hilft

Glücklich: Jutta Rönnefahrt hat ihr Fahrrad wieder zurückbekommen.
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Glücklich: Jutta Rönnefahrt hat ihr Fahrrad wieder zurückbekommen.

Eine gehörige Portion Glück im Unglück und die funktionierende Dorfgemeinschaft Rhynerns. Das waren die ausschlaggebenden Faktoren dafür, dass Jutta Rönnefahrt ihr nigelnagelneues und heißgeliebtes Fahrrad zurückbekommen hat.

Rhynern – Denn eigentlich hatte sie das teure E-Bike bereits abgeschrieben, nachdem es am helllichten Tag aus ihrer Garage daheim in Rhynern entwendet worden war. „Mein Mann und ich haben das Haus zwischen 11 und 14 Uhr verlassen, als wir wiederkamen, war das Rad weg“, erzählt Jutta Rönnefahrt. Der Dieb muss sich über den Nebeneingang der Garage im Garten Zutritt verschafft haben. „Ich war mir eigentlich sicher, dass ich das Rad nie wieder sehen würde“, schildert sie. Dabei hatte sie es noch gar nicht richtig eingefahren. „Ich hatte damit vielleicht 50 Kilometer absolviert“, so Rönnefahrt.

Die Polizei informierte sie umgehend, die nahm die Straftat pflichtgemäß auf. Auch wenn es immer wieder vorkomme, dass gestohlene Fahrräder wieder auftauchen, so habe ihr auch der Beamte nicht die meiste Hoffnung machen können. „Ich sollte mal bei Ebay die Augen offen halten“, meinte er. So ganz wollte sie sich aber nicht ihrem Schicksal ergeben und machte sich per Fotos selbst auf die Suche. Denn immerhin ist alleine die knallrote Farbe des Rades ein auffälliges Erkennungsmerkmal. „Von dieser Art hat das Geschäft in Hamm erst fünf verkauft“, wusste Rönnefahrt. Unter anderem schickte sie ein Foto ins Mayday-Büro von Conny Schmidt, die es prompt über verschiedene Facebook-Kanäle in die weite Welt hinaus postete. So landete es auch in der Dorfgruppe „Rhyneraner Village“, die weit über 1 000 Mitglieder hat.

Genau dieser Post sollte letztlich der entscheidende für Jutta Rönnefahrt gewesen sein. Denn unter anderem hatte Stefan Niggemann, ebenfalls aus Rhynern, das Foto des Fahrrades dort gesehen. Und daran erinnerte er sich, als er auf dem Weg zur Spätschicht in Richtung Hammer Westen unterwegs war.

Schon auf der Alleestraße sei ihm das Rad aufgefallen. „Das habe ich doch schon einmal irgendwo gesehen, dachte ich mir“, schildert er. An der nächsten Ampel rief er schnell den Facebook-Post auf. „Da das Rad auch einen Rückspiegel und eine auffällige Fahrradtasche montiert hatte, war ich mir ziemlich sicher, dass es sich um das gesuchte Rad handelte“, so Niggemann, der auch ein Stück weit stolz sei, zur Aufklärung beigetragen zu haben, wie er zugibt.

Eine weitere Ampel später nämlich, direkt hinter der Bahnunterführung an der Kleinen Alleestraße, erstellte er fix einen Schnappschuss und leitete das Bild später weiter an Conny Schmidt. Die wiederum kontaktierte Jutta Rönnefahrt. „So war schon einmal klar, dass es noch in Hamm unterwegs ist und nicht bei Ebay verkauft wird“, berichtete Rönnefahrt, die natürlich prompt die Polizei mit den neuen Infos versorgte. Und schon bei der nächsten Streife in der nun bekannten Gegend war die Polizei fündig geworden. „Im Rahmen einer Verkehrskontrolle konnten wir das als gestohlen gemeldete Fahrrad sicherstellen“, erklärte Polizeisprecherin Hannah Reineke. Ob die Person, die mit dem Fahrrad unterwegs war, tatsächlich auch der Dieb ist, muss noch geklärt werden. Bei der Polizei gab sie an, sie habe das Fahrrad soeben käuflich erworben. Die Ermittlungen dazu laufen.

Da Jutta Rönnefahrt neben Spiegel und Satteltasche auch die Rahmennummer angeben konnte, war sie zweifelsfrei als Eigentümerin identifiziert und durfte sie ihr Fahrrad wieder abholen und freut sich auf die vielen weiteren Kilometer. „Natürlich mit bestem Dank an die funktionierende Dorfgemeinschaft in Rhynern“, sagt sie freudestrahlend.

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