Nachtfahrten erlaubt

Fahrlehrern fehlt Orientierung: Regel-Chaos sorgt für Verwirrung

Ein Schild mit der Aufschrift "Fahrschule" ist auf einem Fahrschulauto befestigt
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Was erlaubt ist und was nicht – da haben viele Fahrlehrer mittlerweile längst den Überblick verloren. Sie kämpfen mit den sich ständig ändernden Corona-Regeln. (Symbolbild)

Immer vorauszuschauen ist für Fahrlehrer unerlässlich – zumindest im Straßenverkehr. Abseits davon hat mittlerweile aber mancher Fahrerlehrer den Überblick verloren.

Hamm – Denn kaum hatten viele Hammer Fahrschulen nach dem Corona-Lockdown den Betrieb wieder weitgehend normal aufgenommen, änderten sich Regeln immer wieder. So auch jetzt im Zuge der Ausgangssperre.

„Wir haben keine Informationen dazu bekommen“, erklärt Fahrlehrer und Inhaber der Fahrschulen „Easy Drive“ und „Fun Drive“ Andreas Slischka. Welche Auswirkungen die Ausgangssperre, die ab heute erst ab 22 Uhr und nicht mehr ab 21 Uhr gilt, auf seine Arbeit hat, wussten er und viele Kollegen aus Hamm daher nicht. Dabei ist dies gerade im Hinblick auf die für Fahrschüler verpflichtenden Nachtfahrten bei Dunkelheit wichtig. Klar: Je näher der Sommer rückt, desto länger ist es hell draußen und umso später müssen die Nachtfahrten angetreten werden. Die einzige Info habe es vom Fahrlehrerverband gegeben, erklärt Slischka. Der habe zwar gesagt, dass die Ausgangssperre Fahrschulen nicht betreffe, doch seien diese Informationen rechtlich nicht bindend. Was also für Hamm gilt, war für die Fahrlehrer demnach weiterhin unklar.

Regel-Chaos: Nachtfahrten erlaubt

Das nächste Problem: Weil es die Fahrschulen „Easy Drive“ und „Fun Drive“ nicht nur in Hamm, sondern auch in Drensteinfurt, Ahlen und Beckum gibt, gelten unterschiedliche Regeln. „Im Kreis Warendorf müssen wir die Nachtfahrten bis zur Ausgangssperre um 22 Uhr erledigt und den Fahrschüler zuhause abgesetzt haben“, erklärt Andreas Slischka. In Hamm, das weiß er mittlerweile, hat die Ausgangssperre keine Auswirkungen auf Fahrschulen. „Wenn man klar sagen würde: ,Da geht es lang’ würden wir das auch befolgen“, sagt der Fahrlehrer und wünscht sich deutliche Ansagen hinsichtlich der Coronaregeln. Inzwischen seien er und auch viele Kollegen „nur noch müde“, weil sich die Regeln ständig ändern würden und man den Informationen darüber hinterherlaufen müsse.

Dabei sei ein geregelter Fahrschulbetrieb aufgrund der vielen Einschränkungen ohnehin schwierig. Kurios: In Hamm – anders als in vielen anderen Kommunen – dürfen Fahrschulen aktuell sogar noch Präsenzunterricht veranstalten, wie Slischka erklärt. „Easy Drive“ und „Fun Drive“ würden allerdings auf eine Mischung setzen und zwei Mal wöchentlich Online-Unterricht anbieten sowie ein Mal im Monat Präsenzunterricht als Kursmodell in einer kleinen Gruppe. -WA

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