Gesundheitsamt in der Offensive

Windpocken am Schloss: In Hamm schrillen Alarmglocken

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Bei den Schülern des Landschulheims Schloss Heessen wurde der Impfstatus überprüft.

Hamm – Windpocken waren einmal eine stinknormale Kinderkrankheit. Doch was früher war, zählt heute nicht mehr. Genauer gesagt seit dem 29. März 2013. Zu spüren bekamen das jetzt die Schüler am Schloss Heessen.

Gleich zwei Schüler des Landschulheims hatten sich in der vergangenen Woche das Varizella-Virus – also Windpocken – eingefangen. Die Fälle traten nacheinander auf, und das führte dazu, dass am Freitag im Gesundheitsamt der Stadt die Alarmglocken schrillten.

Windpocken zählen nämlich seit dem eingangs erwähnten 29. März 2013 zu den meldepflichtigen Erkrankungen in Deutschland. Zur Prophylaxe gibt es eine Impfung, die seit dem Jahr 2004 empfohlen wird. Eine Impfpflicht besteht hingegen bis heute nicht. Erst vor einigen Tagen hatte der WA berichtet, dass die Krankheit in Hamm quasi ausgerottet ist. Nun also das Ereignis am Schloss.

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Einige Schüler ohne Impfschutz

Zwei erkrankte Schüler, das juckte das Gesundheitsamt gehörig. Verfügt wurde daher, dass alle Schüler am Montag ihre Impfnachweise mit zur Schule bringen mussten. Das Gesundheitsamt war vor Ort und überprüfte die Dokumente. Das Ergebnis: Einige der Schüler hatten keinen Impfschutz beziehungsweise noch keine Windpocken durchgemacht – und bekommen nun Extra-Ferien. Für „die nächsten Tage“, so erklärte ein Stadtsprecher auf WA-Nachfrage, müssten diese Kinder nun zu Hause bleiben.

Auch wer sich aktuell bereits impfen ließ, sei davon nicht ausgenommen. Denn bis die zweite Impfung verabreicht und der Impfschutz dann gegeben sei, könne das betreffende Kind die Erreger noch weiterverteilen.

Wenn Kinderkrankheiten Erwachsene erwischen

Klagen über Betreuungsproblem

Die vom Stadtsprecher erwähnten „nächsten Tage“ können sich in der Realität auf bis zu gut zwei Wochen ausdehnen – was beim einen oder anderen Elternteil aber Probleme bei der Betreuung der Kinder zur Folge haben wird. Entsprechende Klagen wurden sofort laut.

Wehren könne man sich aber nicht gegen das Diktat der Gesundheitsbehörde, hieß es weiter aus dem Rathaus. Man habe sich das Prozedere auch nicht selbst ausgedacht, sondern folge den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Und auch in anderen Kommunen werde so verfahren, wie es nun in Hamm geschehe.

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