Verkauf und Reparatur

Fachgeschäft für Nähmaschinen öffnet in der Hammer Innenstadt

Oliver Handwerk und Sandra Balzer im neuen Nähmaschinengeschäft
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Hier rattert es bald: Oliver Handwerk und Sandra Balzer richten sich ein.

Hamm - Spielwaren Kremers als eine Bastion des Einzelhandels in der Oststraße hat gerade geschlossen und gilt damit sicherlich als Beispiel dafür, dass Handel in den Randlagen der Innenstadt immer weiter ausdünnen wird. Nun hält genau dieser Handel nur wenige Ladenlokale entfernt an der Oststraße 50 wieder Einzug. Dort ist das „Näh- und Stickmaschinencenter“ bereit für die Öffnung nach dem Lockdown.

Inhaber Oliver Handwerk ist überzeugt davon, in Hamm und speziell an der Oststraße den richtigen Standort gefunden zu haben. Handwerk bietet Nähmaschinen, Zubehör, kleines Schneidereizubehör und einen hauseigenen Reparaturservice für Nähmaschinen an.

Er ist kein Neuling in der Branche: In Gütersloh besteht das elterliche Unternehmen „Nähmaschinen Handwerk“ seit 1973. In Paderborn gibt es einen Ableger, der mit einem Stoffgeschäft kooperiert. In einer Stadt von der Größe Hamms sieht Handwerk allemal ausreichend Bedarf für einen zentral gelegenen Fachhandel für Nähmaschinen. „Nähen ist ein Hobby, das boomt. Es ist kreativ und ausgleichend.“ Nach der Schließung von Pfaff Bröker an der Oststraße 12 (heute Bild und Rahmen) sei ein zentraler Anbieter vermisst worden. Zu anderen Traditionsbetrieben wie dem Aufermann-Nähzentrum am Alten Uentroper Weg sieht er keinen Verdrängungswettbewerb. Die Betriebe seien anders aufgestellt.

In dem Ladenlokal an der Oststraße werden im Schwerpunkt Nähmaschinen verkauft. Stoffe bietet Handwerk nicht an, lediglich das obligatorische Zubehör wie Nadeln und Garne. Beraten werden die Kunden von Sandra Balzer, die vorher für Aufermann gearbeitet hat, sich nun aber neu orientieren wollte. Reparaturen werden im Stammbetrieb von mehreren ausgebildeten Mechanikern ausgeführt.

Vertreter einer rar gewordenen Zunft

Oliver Handwerk selbst ist Nähmaschinenmechaniker-Meister und damit Vertreter einer rar gewordenen Zunft. „Der Beruf in der Form existiert nicht mehr“, sagt Lothar Kauch von der Handwerkskammer Dortmund. „Dieses Handwerk ist 1998 mit anderen Metallhandwerken zum Feinwerkmechanikerhandwerk verschmolzen worden.“ Wer sich im Bereich der Nähmaschinenreparatur selbstständig machen will, benötige heute die Meisterprüfung im Feinwerkmechanikerhandwerk.

Für das neue Ladenlokal kündigt Handwerk Maschinen in der Spannweite vom „kleineren Geldbeutel“ bis zum Profigerät an. Mitarbeiterin Sandra Balzer wird die Kunden nach ihrem individuellen Bedarf beraten. „Denn ich kaufe eine Maschine ja nicht nach ihren Äußerlichkeiten, das tue ich bei einem Auto auch nicht. Sie muss für mich passend sein“, sagt sie. An speziell eingerichteten Plätzen können Kunden jede Maschine testen. Ob mechanisch wie früher, mit intuitiver Steuerung und Display, von geradeaus bis zu aufwendigen Stichfolgen: Mit ihrem Know-how will sie den Kunden zur Seite stehen. „Nähen und Nähmaschinen sind meine Leidenschaft“, sagt sie.

Auf das Ladenlokal, in dem sich vorher ein Friseursalon befand, stieß Oliver Handwerk über ein Kleinanzeigenportal. Die Größe von 55 Quadratmetern sei ideal. Das Ladenlokal hat er modernisiert und auf die Präsentation der Maschinen zugeschnitten. Eröffnet werde es sofort bei Ende des Lockdowns.

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