E-Mobilität im Zustellalltag: Expressdienstleister testet für zwei Jahre Transporter mit E-Motor

Eine Technologie mit Potenzial auch in der Logistikbranche? Der Expressdienst Trans-o-Flex testet am Standort Rhynern die Alltagstauglichkeit eines E-Transporters. Niederlassungsleiter Sakir Ademi zieht ein positives Zwischenfazit – vor allem aufgrund der dichten Besiedlung im Umkreis
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Eine Technologie mit Potenzial auch in der Logistikbranche? Der Expressdienst Trans-o-Flex testet am Standort Rhynern die Alltagstauglichkeit eines E-Transporters. Niederlassungsleiter Sakir Ademi zieht ein positives Zwischenfazit – vor allem aufgrund der dichten Besiedlung im Umkreis

Fahrräder, Roller und Pkw mit elektrischem Antrieb begegnen uns im Straßenverkehr mittlerweile täglich. Deutlich seltener sind größere E-Lastfahrzeuge. Nun testet der Expressdienst „Trans-o-Flex“ die Alternative.

Rhynern – Das hat einen einfachen Grund: In der Logistikbranche rentieren sie sich bisher nicht. Die Reichweite ist zu gering, die Ladezeit zu hoch. Trotzdem testet der Expressdienst „Trans-o-Flex“ mit Standort im Gewerbepark in Rhynern aktuell einen E-Transporter in der täglichen Lieferung – und erkennt Potenzial.

Vor allem gehe es darum, „Erfahrungen mit Elektromobilität im harten Zustellalltag zu sammeln“, sagt Niederlassungsleiter Sakir Ademi auf Nachfrage unserer Zeitung. Dabei ließen sich möglicherweise Nischen entdecken, in denen E-Transporter doch schon eine echte ökologische Alternative zum Diesel oder Benziner seien. „Beispielsweise, wenn wir kurzfristig kleinere Mengen in naher Umgebung zustellen müssen“, so Ademi. Ein großer Vorteil des E-Transporters: Er ist von bestimmten Fahrverboten ausgenommen und darf auch in Umweltzonen beziehungsweise auf Umweltspuren fahren.

Vor- und Nachteile der E-Mobilität

Der „StreetScooter Work L“ mit einer Nutzlast von knapp 900 Kilogramm ist jetzt zwei Jahre lang täglich unterwegs – so lange läuft der Leasing-Vertrag, danach müsse man schauen. Nur beim Transport von Paletten und Produkten wie Medikamenten, die auf einer bestimmten Temperatur gehalten werden müssen, könne das Fahrzeug (noch) nicht eingesetzt werden, meint Ademi.

Ansonsten mache sich der E-Transporter gut – gerade in einer Stadt wie Hamm mit guter Anbindung an die Autobahn. „Das Ruhrgebiet ist dicht besiedelt. So können wir in einem Umkreis von 50 Kilometern sehr viele Adressen erreichen“, betont Ademi. Da spiele die geringere Reichweite von E-Fahrzeugen also überhaupt keine Rolle. Hinzu komme, dass Trans-o-Flex – dessen Hauptsitz eigentlich im baden-württembergischen Weinheim liegt – ganz gezielt einen „Umschlagspunkt der Zukunft“ in Rhynern bauen wollte. Ademi: „Dazu gehören Ladestationen ebenso wie eine Photovoltaik-Anlage auf unserem Hallendach. Der E-Transporter rundet alles ab.“

Wenige E-Lkw auf deutschen Straßen

Wie viel Trans-o-Flex für den Test des Fahrzeugs bezahlt, wolle man nicht öffentlich machen, so Ademi. Fest steht zwar: Die Produktion des „StreetScooters“ (Modell einer Tochterfirma von Deutscher Post und DHL), soll noch in diesem Jahr eingestellt werden. Dennoch: Der Markt für E-Lastwagen ist da. Renommierte Autohersteller und Start-ups aus der ganzen Welt haben bereits diverse Modelle in der regulären Produktion oder stehen kurz davor.

Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren am 1.Januar 2020 24.380 Elektro-Lastkraftwagen in Deutschland zugelassen, davon 21.949 mit einer Nutzlast unter 1000 Kilogramm. Das klingt erst einmal viel: Der Anteil von E-Transportern und E-Lkw auf unseren Straßen ist aber noch ausbaufähig. Aktuell liegt er bei unter einem Prozent.

E-Lkw kein Einzelfall

In Hamm ist der E-Transporter von Trans-o-flex zumindest nicht komplett einzigartig: Insgesamt seien hier derzeit zwölf elektrisch betriebene Lastkraftwagen zugelassen, nennt Stadtsprecher Tom Herberg auf WA-Anfrage eine aktuelle Zahl. Ob Elektromobilität in der Logistik-Branche eine Zukunft hat, werden die nächsten Jahre zeigen.

In Zeiten von Abgasskandalen und verfehlten Klimazielen wird es immer wichtiger, Mobilität neu zu gestalten. Eine hocheffiziente und umweltschonende Antriebstechnologie ist die Brennstoffzelle. Hans J. Hessefährt seit kurzem einen Mercedes „GLC F-Cell“, der mit dieser Antriebsart ausgestattet ist.

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