Neuer Job bei der Stadt Hamm

Ex-Grünen-Sprecher als neuer Klimadezernent heiß gehandelt

Volker Burgard ist früherer Sprecher des Grünen-Kreisverbands.
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Volker Burgard ist früherer Sprecher des Grünen-Kreisverbands.

Volker Burgard könnte der neue Klimadezernent der Stadt Hamm werden. Seine grüne Vergangenheit könnte der entscheidende Pluspunkt sein.

Hamm – Dem Vernehmen nach hat sich der Hammer Rechtsanwalt auf die neugeschaffene Stelle des Klimadezernenten beworben. Ausgeschrieben ist sie bis zum 2. Januar, zwei Wochen später soll sich der potenzielle neue Stadtrat dem Hauptausschuss vorstellen, einen Tag später soll der Rat ihn für acht Jahre wählen. Im März soll der Dezernent anfangen.

Auf den Rathausfluren wird offen über Burgard als neuen Klimadezernenten gesprochen. Er selber hält sich auf Nachfrage unserer Zeitung bedeckt. „Ich kommentiere das nicht“, sagt er.

Sowohl seine politische Gesinnung als auch seine Ausbildung sprechen für Burgard. Als Volljurist erfüllt er eine Voraussetzung aus der Ausschreibung: Er hat die Befähigung zum Richteramt. Außerdem war Burgard viele Jahre lang Sprecher des Grünen Kreisverbandes in Hamm, 2014 Oberbürgermeisterkandidat der Grünen und Ratsherr. Bei der Delegiertenversammlung zur jüngsten Kommunalwahl unterlag er in einer Kampfabstimmung seinem Gegenkandidaten Martin Linka und gehört dem Rat nun nicht an.

Nicht bestätigt, nicht dementiert

Seine grüne Vergangenheit könnte ein Pluspunkt sein, denn den Grünen wird das neue Ressort zugeschlagen – es wird also ein Kandidat mit grünem Parteibuch oder Nähe zu den Grünen gesucht.

Die Personalie Burgard wollte Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Karsten Weymann nicht bestätigen, dementierte sie aber auch nicht. Es sei wichtig, dass die Besetzung der neuen Stelle transparent ablaufe und nicht der Eindruck entstehe, dass in Hinterzimmern schon Entscheidungen getroffen würden, sagt Weymann.

Nach Ablauf der Bewerbungsfrist am 2. Januar wolle die Verwaltung eine Liste aller Bewerber zusammenstellen und sie den Fraktionen zukommen lassen. Erst danach wollen die Grüne eine Entscheidung fällen und sie mit den Koalitionspartnern besprechen.

Verwaltungsspitze erweitert

Das neue Dezernat erweitert die Verwaltungsspitze: Bisher gibt es dort neben dem Oberbürgermeister vier Beigeordnete, künftig sollen es fünf sein. Der Klimadezernent soll ab dem 1. März auch für Umwelt und Migration zuständig sein. Dem Dezernat werden das Umweltamt, das Ausländer- und Flüchtlingsamt, der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb sowie nachrichtlich die Klimaagentur zugeordnet. Das Dezernat solle die klima- und umweltpolitischen Belange der Stadt steuern und gestalten.

„Der neue Stelleninhaber leitet den ihm zugeordneten Geschäftsbereich eigenverantwortlich und entwickelt ihn vor dem Hintergrund der klimapolitischen Zukunftsherausforderungen strategisch“, heißt es in dem Ausschreibungstext, dem die Ratsmehrheit zugestimmt hatte.

CDU kritisiert Ausschreibung

Im Rat hatte CDU-Fraktionsvorsitzender Arnd Hilwig die Ausschreibung einer weiteren Beigeordnetenstelle kritisiert: „Jedes Mal, wenn die SPD eine Wahl gewinnt und eine Koalition eingeht, wird hinterher eine weitere Beigeordnetenstelle geschaffen.“ Bis 2014 sei Hamm unter Führung der CDU gut mit drei Dezernenten ausgekommen. „Dann ist eine Dezernentenstelle für Schule geschaffen worden, die nun auf einmal für Soziales zuständig sein soll“, sagt Hilwig. Nun werde kurzfristig eine weitere Beigeordnetenstelle eingerichtet.

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