Urteil nach Drama in Hamm

Ex-Freundin aufgeschlitzt - So muss der Macheten-Mann büßen

An dieser Bushaltestelle in Hamm wurde eine Frau mit einer Machete schwer verletzt.
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An dieser Bushaltestelle im Hammer Westen wurde eine Frau mit einer Machete schwer verletzt.

Nach dem blutigen Macheten-Angriff auf eine 26-jährige Frau auf der Dortmunder Straße hat das Dortmunder Schwurgericht das Urteil gesprochen. Der angeklagte Ex-Freund des Opfers durfte erleichtert aufatmen.

Dortmund/Hamm – Der 34-jährige Angeklagte hatte den Schlag mit der Machete zwar zugegeben, dabei jedoch betont, er habe keineswegs die Absicht gehabt, seine Ex-Freundin zu töten. „Es war ein totaler Blackout“, hatte der Mann den Richtern gesagt. Er sei wütend über die Trennung gewesen und habe die Frau zur Rede stellen wollen. Als diese ihn jedoch erneut nur brüsk abgewiesen habe, habe er mit der Waffe zugeschlagen.

Am Ende gingen auch die Richter nicht mehr von einem Tötungsvorsatz aus und verurteilten den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren und sechs Monaten Haft.

Deutlich härtere Bestrafung beantragt

Ob die Staatsanwaltschaft diese Entscheidung akzeptieren wird, bleibt jedoch abzuwarten. Anklagevertreter Felix Giesenregen hatte mit siebeneinhalb Jahren Haft nicht nur eine deutlich härtere Bestrafung, sondern eben auch eine wegen versuchten Totschlags beantragt.

„Der Angeklagte hat seine Ex-Freundin in der Tatnacht auf offener Straße abgepasst und dann gezielt mit der Machete zugeschlagen“, so Giesenregen in seinem Plädoyer. „Die Klinge der Waffe ist 50 Zentimeter lang und scharf wie ein Rasiermesser. Wer damit zuschlägt, der nimmt dabei den möglichen Tod seines Opfers in Kauf.“

Tatsächlich hat die 26-Jährige den Angriff im September 2020 nur knapp überlebt. Die Klinge hatte ihre Bauchdecke aufgeschlitzt. Als die Rettungssanitäter am Tatort die Jacke der Frau öffneten, waren bereits die Gedärme herausgequollen.

Bilder ins Gedächtnis eingebrannt

Das Opfer wurde noch in der Nacht notoperiert und anschließend für einige Tage auf der Intensivstation versorgt. „Sie wird sich Zeit ihres Lebens an diesen dramatischen Abend erinnern“, sagte ihr Rechtsanwalt Ralph Reckmann am Montag. „Die Bilder von ihrem offenen Bauch haben sich in ihr Gedächtnis eingebrannt.“ Und außerdem sei da auch noch die lange, quer über den Bauch verlaufende Narbe, die mit ziemlicher Sicherheit nie wieder verschwinden wird.

Auch über die Frage, warum der Angeklagte überhaupt eine Machete unter dem Pullover trug, als er mitten in der Nacht durch Herringen radelte, gingen die Meinungen der Prozessbeteiligten auseinander. Der 34-Jährige hatte behauptet, dass er die Waffe zu seiner Mutter bringen wollte, um am nächsten Tag dort Gartenarbeiten verrichten zu können.

Während Staatsanwalt und Gericht dies als „Unsinn“ abtaten, sagte Verteidiger Friedrich Hacheney nur: „Was spricht dagegen? Es gibt doch auch nachtaktive Menschen.“

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