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Frauen in Hamm: Nur die Hälfte hat ein Beschäftigungsverhältnis

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Eine Masseurin legt ihre Hände bei einer Massage auf den Rücken eines Patienten.
Eine Masseurin legt ihre Hände bei einer Massage auf den Rücken eines Patienten. © Christin Klose/dpa

Die Frauen sind immer beschäftigter, bei den Männern schrumpft’s ein wenig: Bundesweit wächst der Anteil berufstätiger Frauen. In Hamm liegt der Wert aber unter dem Deutschlandschnitt.

Hamm – Die Beschäftigungsquote bei Frauen hat sich von 44,50 Prozent 2000 auf 58,1 Prozent gesteigert. In Hamm liegt die Quote niedriger. Laut Regionalatlas der Statistischen Landesämter hatten zuletzt 50,5 Prozent aller Frauen ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Immerhin ist die Quote kräftig gestiegen, 2000 hatte sie nur bei 37,5 Prozent gelegen.

Miese Quote: Hamm bei Frauen-Beschäftigung auf hinteren Plätzen

Hamm belegt damit deutschlandweit einen der hintersten Plätze, was die Frage angeht, ob Frauen im erwerbsfähigen Alter auch eine Arbeit haben: Die Stadt liegt auf Platz 377 unter 395 ausgewerteten Städten, Kreisen und Stadtstaaten. Spitzenreiter bei der Frauenquote ist der Kreis Hildburghausen in Thüringen mit 70,1 Prozent. Bei den Männern sank die bundesweite Beschäftigungsquote von 65,1 auf 65,0 Prozent. In Hamm liegt diese Quote bei 62,0 Prozent. Die höchste Beschäftigtenquote bei den Männern hat der Kreis Dingolfing-Landau (Bayern) mit 76,4 Prozent.

Tücken in der Statistik: Viele Beschäftigungen bleiben außen vor

Bei den Werten ist allerdings eines zu beachten: Selbstständige, Beamtinnen oder Minijobberinnen und ihre männlichen Pendants bleiben außen vor. Auch Beamte tauchen in der Statistik nicht auf. Die Beschäftigungsquote weist nur auf Menschen hin, die die Sozialversicherungskassen füllen.

Auch eine weitere Kennzahl zeigt, dass in Hamm verhältnismäßig wenig Frauen arbeiten: Der „Index der Beschäftigtenquote’’. Er benennt die Zahl der Frauen, die auf 100 arbeitende Männer kommen. Bundesweit lag er 2000 bei 81,7 Frauen pro 100 Männer und stieg bis Ende 2019 auf 89,4. In Hamm gab es 2000 72,0 berufstätige Frauen auf 100 Männer. Bis Ende 2019 wurden 81,5 je 100 erreicht.

Außerdem gilt: Beschäftigter Mann ist nicht gleich beschäftigte Frau. „49 Prozent aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Frauen arbeiteten im Juni 2020 in Teilzeit“, sagt die Arbeitsagentur in einer Untersuchung des Arbeitsmarktes 2020. „Bei den Männern sind es nur elf Prozent.“ Und: „Das Verarbeitende Gewerbe, der Bereich Verkehr und Lagerei sowie das Baugewerbe sind Männerdomänen.“ zds

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